Erste Gewürzsommelier im Neckar-Odenwald-Kreis

„Lasst die Nahrung eure Medizin sein und nicht die Medizin eure Nahrung!“

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(Foto: Liane Merkle)

Mudau. (lm) Als jüngster Baden-Württemberger hat der damals 20-jährige Kevin Hauk im Jahr 2008 die Meisterprüfung im Fleischerhandwerk an Deutschlands renommiertester Fleischerakademie in Augsburg abgeschlossen. Gleich im Anschluss daran hat er in den verschiedensten Hotels umfangreiche Erfahrungen als Koch gesammelt und sich im Fernstudium zum staatlich geprüften Ernährungsberater weiter gebildet.

Doch Kevin Hauk, inzwischen die fünften Generation in der Mudauer Metzgerei Wolfgang Hauk, hat einen unstillbaren Wissensdurst, wenn es um das Thema Ernährung geht. Darum ließ er sich von Januar bis Juli im Kulmbacher „Kompetenzzentrum für Ernährung“ im vermutlich nicht nur Deutschlandweit ersten Ausbildungssemester zusammen mit 13 weiteren Kollegen zum Gewürz-Sommelier ausbilden.

Er selbst ist der Meinung, dass ihm der richtige Umgang mit Kräutern und Naturgewürzen die Arbeit erleichtert. Außerdem sieht er sich in der Verantwortung, sich zum Wohl seiner Kunden voll einzubringen. „Ich möchte, dass unsere Kunden von meinen Erfahrungen und Kenntnissen profitieren“. Schließlich hat er gelernt, dass der richtige Umgang mit Kräutern und Gewürzen natürlich ein Erlebnis für alle Sinne sein kann, aber auch der Gesundheit und dem Wohlergehen zuträglich ist. Als Beispiele für heilsamen Wirkungen nannte Gewürz-Sommelier Hauk Ingwer als ein gutes Mittel gegen Übelkeit und Kümmel zur Förderung der Kohlehydratverdauung“. Entscheidend war für ihn eine Weisheit, die ihm während der jüngsten Ausbildung näher gebracht wurde: „Lasst die Nahrung eure Medizin sein und nicht die Medizin eure Nahrung!“

Gerade in einer Metzgerei ein nicht zu verachtender Leitspruch, dem der frisch geprüfte Gewürz-Sommelier nur zu gerne mit seinem inzwischen überaus fundierten Wissen in seiner praktischen Arbeit als Fleischermeister im etablierten Familienbetrieb Folge leistet. Seine Begeisterung für die vielschichtige Welt der Kräuter und Gewürze endet jedoch nicht in der Wurstküche, wenn er auch zugibt, dass ihm das neue Wissen durchaus auch den Mut zum Experimentieren vermittelt hat. In Mitmach-Vorträgen für die Mitarbeiter, aber auch für alle anderen Interessierten gibt er sein Wissen über die Geheimnisse der Gewürzwelt gerne weiter. Eine wichtige Rolle spielen dabei diverse Kräutersäckchen, die zum Riechen herum gereicht werden.

Denn im Rahmen der Sommelier-Ausbildung hat er nicht nur einiges über die Gewürz- und Kräuterkunde im Allgemeinen gelernt, sondern auch vieles über das Trainieren der Sinne auf die Aromen. „Man nimmt die Gerüche, wenn man sich ausschließlich auf das Riechen konzentriert, viel intensiver wahr.“ Das habe er während der Ausbildung bei Besuchen in Gewürzmühlen, botanischen und Apothekergärten erfahren können. Ebenso habe sich die Aussage bestätigt: „Riechen bedeutet Erinnern“. Der Mensch brauche nur etwas, mit dem er einen bestimmten Geruch in Verbindung bringen kann, um ihn mit geschlossenen Augen zu erkennen. Und ganz bestimmt intensiviert der Geruch auch das Geschmacksempfinden.

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2 Kommentare

  1. Sehr schön, dann wird er hoffentlich auch bald lernen, dass Fleisch nicht gesund ist, was bedeuten müsste, dass es bald eine Metzgerei weniger geben wird auf diesen Planeten. Wie kann ein Metzger etwas von gesunder Ernährung erzählen? Das ist ja das so als würde dir ein Kfz – Mechaniker etwas über die Raumfahrt erzählen….

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