Die Schrubbers unterhalten Mudau

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(Foto: Birgit Schäfer)

Mudau. (lm) Das Geheimnis der „Schrubbers“? „Ein loses Mundwerk, das singend oder sprechend nicht stillsteht, ein Humor, der sowohl das starke als auch das eigene Geschlecht auf die Schippe nahm und natürlich den vollen Einbezug des Publikums“ – Die vermutlich einzige Frauenband des Kraichgaus präsentierte sich auf Einladung des Fördervereins „FC Schloßau“ in der bis vollständig ausverkauften Mudauer Odenwaldhalle nicht nur extrem originell und witzig, sondern auch nachhaltig unterhaltsam, indem sie die die Probleme, Charakterzüge und Gene beider Geschlechter mittels bekannter Schlagermelodien, aber auch in der Moderation – selbstverständlich im Dialekt – von allen Seiten beleuchtete.

„Sind wir nicht goldig?“ – in Kittelschürze mit Haarband, Wollsocken und Birkenstock stürmte die singende „Putzkolonne“ die Odenwälder Bühne und schnatterte sich in die Herzen der etwa zehn Prozent Männer und 90% Frauen. Dabei träumten sie „Ein Mann, der mich auf Händen trägt, kommt zu mir halb acht!“ und dann? „Sag mir wo die Haare sind? Sag mir, wo kommt her der Bauch?“ Katja Friedrich (Gesang), Susanne Kammerer (Keyboard), Jutta Brinkmann (Gesang), Beate Nuss (Bass), Inge Schweikert (Gitarre) und Martina Siegmann (Schlagzeug) wussten ganz eindeutig, wovon sie sangen.

Alle sind verheiratet, haben Kinder, sind berufstätig und stehen mit beiden Beinen und hervorragender Beobachtungsgabe im Leben. Und von wegen „zu dick!“ Niemals! Es sei eher so, dass die Klugheit der Frauen im Kopf nicht genug Platz habe und sich deshalb auf den ganzen Körper verteile. Sie seien so klug, dass sie – im Gegensatz zu den Männern immer wüssten, dass ihre Kinder auch tatsächlich ihre Kinder sind. Und dann die Leiden der Hausfrauen „Deine Socken ich fand“ oder auf die Melodie von „Sag mir, wo die Blumen sind“ den Text „Warum stinken deine Füß“ oder „Hör auf zu schnarchen“ und als Rätsel aller Hausfrauen „Denn ein Socke verschwand“.

Obwohl die anwesenden Männer einiges einstecken mussten, waren die „Angriffe“ doch immer so verpackt, dass der Humor siegen konnte. Und schließlich machten die „Schrubbers“ ja auch bei sich selbst nicht Halt mit dem „Großputz“. Ob bei den monatlichen „An solchen Tagen“, „Wahnsinn, warum schickst du mich in die Küche“, beim Küchen oder doch besser Autokauf, Slim-Fast Abnehm-Arien oder in dem ABBA-Song „Super Trouper“, der dann die vielgeliebte Tupperware besang, in die alles passt vom Blumenkohl bis zum Schwein.

Nach der Pause hatte sich der Putztrupp dann verwandelt in eine Gruppe perfekt gekleideter Damen und bewies: „Wir können auch so“. Doch das schicke Outfit hatte keinerlei Bremswirkung auf die „Schlabbergoschn“, die sich über die vielen dominanten Männergene ausließen, die da z.B. wären: Fremd-Gen, Saufen-Gen, Nicht-nach-Hause-Gen. Wo doch Frauen nur auf ein einziges dominantes Gen, und zwar das Schuhe-kaufen-Gen zurückgreifen können. Undenkbar, dass auch nur ein einziges typisches Klischees – egal ob von Mann oder Frau – ausgelassen wurde. Tatsache war, dass die Halle bebte vor Lachsalven, Spontan-Applaus, Mitsingen und -klatschen und schließlich nach guten zwei Stunden bester Unterhaltung auch „Standing Ovations“ für die „Schrubbers“, deren starke Seite in frecher Comedy die musikalischen Schwachstellen mehr als ausglich. 

Infos im Internet:

www.schrubbers.de

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