Alkoholtestkäufe mit positivem Ergebnis

Mosbach. (lra) Ob und inwieweit Präventionsmaßnahmen greifen, lässt sich auf vielen Gebieten oft nicht ganz einfach nachvollziehen. Manchmal aber bieten sich „Praxistests“ geradezu an; „Alkoholtestkäufe“ zählen dazu. Dabei versuchen Jugendliche unter 18 Jahren in Begleitung von Präventionsbeamten, hochprozentiges Alkoholika zu kaufen. Ziel ist dabei, zu überprüfen, ob das Alkoholabgabeverbot an Jugendliche in Tankstellen, Supermärkten, Discountern oder im Getränkehandel eingehalten wird.

Diese Testkäufe, die regelmäßig von der Kommunalen Kriminalprävention organisiert werden, gab es schon mehrfach im Neckar-Odenwald-Kreis. Bislang war die Beanstandungsquote relativ hoch, was heißt, dass das Kassenpersonal erschreckend oft alkoholische Getränke an minderjährige Jugendliche verkauften. Etliche ließen sich wohl den Ausweis zeigen, berechneten das Alter aber falsch – oder gar nicht.

Bei den aktuellen Testkäufen, die diesmal im Bereich Mosbach, Obrigheim und Aglasterhausen durchgeführt wurden, war das Ergebnis allerdings fast uneingeschränkt positiv:  Bei 17 Überprüfungen gab es lediglich drei Beanstandungen. Die müssen allerdings mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen. Rüdiger Bäuerlein vom Präventionsreferat des Polizeipräsidiums Heilbronn stellte dabei mit  Peter Fieger vom Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreises als Vertreter der Kommunalen Kriminalprävention fest, dass das Personal mittlerweile ganz überwiegend auf die Problematik achtet und die Vorschriften ernst nimmt. In der Hektik an der Kasse scheint es nach wie vor schwierig zu sein, beim Blick auf den Ausweis mehr oder weniger sofort zu erkennen, ob der Kunde an der Kasse noch minderjährig oder doch schon volljährig ist. Diesem Problem wird in manchen Geschäften dadurch abgeholfen, dass die Kassen dank einer speziellen technischen Ausstattung das Rechnen überflüssig machen: Wird das Geburtsdatum eingegeben, signalisiert die Kasse sofort eine bestehende Minderjährigkeit.

Grundsätzlich raten die Verantwortlichen der Kommunalen Kriminalprävention dem Verkaufspersonal, weniger auf die Erscheinung zu achten und lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zu kontrollieren. Trotz der oft herrschenden Hektik sei es unverzichtbar, sorgfältig zu rechnen und die technischen Hilfestellungen an der Kasse zu nutzen. Die Testkäufe sollen in jedem Fall fortgesetzt werden.

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