„Potenziale besser nutzen – Fachkräftemangel bekämpfen“

MdB Nina Warken im Gespräch mit Thekla Schlör, Leiterin der Bundesagentur für Arbeit in Tauberbischofsheim

2014 10 21 Gespraech Agentur

(Foto: pm) 

Tauberbischofsheim. „In Bezug auf den Arbeitsmarkt ist der Main-Tauber-Kreis nach wie vor deutschlandweit in der Spitzengruppe, dennoch gilt es hier Vorsorge zu treffen, dass die Entwicklung auch in den kommenden Jahren weiter positiv verläuft“, so die 35-jährige Bundestagsabgeordnete und Kreisrätin Nina Warken im Gespräch mit der Leiterin der Bundesagentur für Arbeit in Tauberbischofsheim Thekla Schlör.

Neben den Erwerbstätigenzahlen ist Warken das zunehmende Problem des

Fachkräftemangels in der heimischen Wirtschaft ein zentrales Anliegen. „Wichtig ist natürlich hier, den ländlichen Raum für Jung und Alt attraktiv zu halten.“ Gerade bei den Themen Frauenerwerbsbeteiligung und Beschäftigung älterer Arbeitnehmer über das Renteneintrittsalter hinaus benötige man flexible Lösungen. Hier seien aber durch die Politik der Bundesregierung bereits große Fortschritte erzielt worden. Schlör ergänzte, sie sehe zudem große Potenziale darin, wenn ausländische Arbeitnehmer die in ihrer Heimat erworbenen Kompetenzen in Deutschland leichter ganz oder teilweise anerkannt bekommen würden. Beide Seiten waren sich darin einig, dass dies jedoch jeweils einer individuellen Prüfung bedürfe.

„Von essenzieller Wichtigkeit ist zudem, dass auch die Berufsschulen vor Ort erreichbar bleiben. Wir wissen, dass bei vielen Jugendlichen der Berufsschulort eine große Rolle bei der Wahl des Ausbildungsberufes spielt“, so Warken weiter. „Nur wenn dieser regional erreichbar ist, wird die heimische Wirtschaft in Zukunft auf exzellent qualifizierte Fachkräfte zurückgreifen können“. Thekla Schlör stellte dazu fest, dass gerade in den theoretischen Bereichen der Ausbildung neue Methoden wie das E-Learning noch stärker genutzt werden könnten.

Die gebürtige Würzburgerin, die seit Frühjahr dieses Jahres Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall – Tauberbischofsheim ist, nutzte zudem die Gelegenheit, der Bundestagsabgeordneten auch die in letzter Zeit in die Diskussion Kritik geratene Finanzsituation der Jobcenter Jobcenter näher zu erläutern. So schilderte sie, dass gerade kleinere Jobcenter im ländlichen Raum trotz ihrer zumeist sehr guten Vermittlungsquoten häufig durch die immer umfassenderen gesetzlichen Vorgaben Jobcentern in den urbanen Zentren gegenüber benachteiligt werden. So müssten diese kleineren Jobcenter ihre Mittel häufig aus mehreren Töpfen generieren, was dazu führe, dass man Personal- und Finanzressourcen nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung habe. Dadurch könne man den eigenen Mitarbeitern mitunter keine langfristige Perspektive bieten. Dies sei sehr bedauerlich und müsse von der Politik angepackt werden. Warken, die neben ihrer Tätigkeit im Innenausschuss und auch stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales ist, versprach, sich mit diesem Thema an die zuständigen Stellen zu wenden.

Insgesamt zog die Bundestagsabgeordnete am Ende des Gespräches ein positives Fazit. „Der Main-Tauber-Kreis steht sehr gut da! Ich werde mich auch weiter in Berlin mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass dies auch in den kommenden Jahren so bleibt“, so Nina Warken. 

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: