Mehr Straftaten in Mudau

Mudau. (lm) Das Sicherheitslagebild in Mudau beleuchteten in der jüngsten öffentlichen Gemeinderatssitzung unter Leitung von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger die Beamten Heike Püchner und Harry Gilde vom Polizeirevier Mosbach und Anton Zimmermann als Leiter Bezirksdienst in Buchen. Demnach sind in Mudau71 Straftaten bekannt geworden (letztes Jahr 63), was unter dem Zehn-Jahresdurchschnitt liege, mit einer Aufklärungsquote von über 66 Prozent. Davon waren 11 einfache Diebstähle, 9 schwere Diebstähle (2013 waren das 19), 14 Vermögens- und Fälschungsdelikte (Vorjahr 5), 15 sonstige Straftaten und 7 Betäubungsmitteldelikte – was ebenfalls eine bedenkliche Tendenz zeige. Im Vergleich nannte Zimmermann 205 Fälle im Vermögens- und Fälschungsbereich in Mosbach, dagegen sei Mudau noch „heile Welt“. Das untermauere auch der Bereich Körperverletzung mit „nur“ drei Fällen in Mudau, dagegen 18 in Buchen und in Walldürn über 50.

Auf die Frage von Gemeinderat Franz Brenneis, was der Bürger tun könne, erläuterte Anton Zimmermann, dass jeder Bürger allein mit Aufmerksamkeit viel bewirken könne. Mit offenen Augen durch die Gemeinde gehen und bei Auffälligkeiten das Polizeirevier verständigen. Außerdem gäbe es die Möglichkeit sich bei der Polizei eine Sicherheitsberatung geben zu lassen.

Harry Gilde übernahm die Verkehrstechnische Seite der Berichterstattung, und hier sei Mudau unauffällig bis auf die Strecke in Richtung Ünglert. Die Unfälle mit Personenschäden seien erfreulicherweise von 13 auf 6 zurückgegangen. Der statistische Schnitt bei Verkehrstoten liege im NOK leider immer noch bei 12,2 pro Jahr – vor allem Motorradfahrer seien betroffen, die sich an den Schutzblanken tödliche Verletzungen zuziehen, weshalb bestimmte Schwerpunkte auf mögliche Entfernung dieser Schutzblanken untersucht werden sollen. Die Strecke Richtung Ünglert werde inzwischen sehr stark kontrolliert und die Warnbeschilderung sei extrem „aufgeforstet“ worden. Ein besonderes Lob bekam die Gemeindeverwaltung für die schnellen und unbürokratischen Maßnahmen in der Amorbacher Straße.

Obwohl im Laufe der Diskussion deutlich wurde, dass sich die Gemeinde bei bestimmten Parksituationen oder der überwiegend starken Überschreitung der Geschwindigkeit oft ein wenig hilflos und allein gelassen fühlt, wobei sich die Vertreter der Polizei sehr entgegenkommend zeigten und auf die Problematik im Rahmen ihrer Möglichkeiten eingehen wollen.

Zum Thema Grüngutentsorgung stellte Dr. Mathias Ginter von der AWN das neue System im Neckar-Odenwald-Kreis vor: Umfangreich, komfortabel und umfassend sei es seit 20 Jahren. Im Jahr 2013 gingen für rd. 900.000 Euro rund 4.000 Tonnen in die Energetische Verwertung und 16.000 Tonnen in die Landwirtschaft. Doch entsprechend der neuen rechtlichen Rahmenbedingungen ergebe sich das Verbot der Ausbringung von nicht-hygienisiertem (kompostiertem) Material und gestiegene Anforderungen an Platzinfrastruktur und Platzbetrieb. Letzteres sei jedoch nicht praktizierbar und darum zurück gestellt worden. Zu Punkt 1 wäre anzumerken, dass Holzabfälle nicht das Problem seien, sondern nur die kompostierbaren, die man komplett zum fachgerechten Kompostieren abfahren müsse. Doch an neun Plätzen im Neckar-Odenwald-Kreis, darunter auch der Donebacher, könne man nicht abfahren. Diese Plätze müssten demnach geschlossen werden.

Weiter erläuterte Dr. Ginter, dass die AWN eine professionelle Kompostieranlage in Buchen plane, um die Kosten mit regulieren zu können. Dennoch sei eine leichte Erhöhung der Abfallgebühren ab 2015 unumgänglich, aber im Kreistag noch nicht beschlossen.

Unter dem Punkt Bauanträge wurde u.a. die endgültige Neugestaltungsplanung für den Anbau der Personalräume Metzgerei Wolfgang Hauk nach dem bereits erfolgten Abbruch der Altgebäude einstimmig befürwortet. Des Weiteren wurde dem Antrag einer Einbacher Firma zur Errichtung eines Holzschnitzellager im Baugebiet Stöckig zugestimmt.

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