Feuerwehren benötigten Ortskenntnis

Gemeinschaftsübung in Stürzenhardt

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(Foto: Liane Merkle) 

Stürzenhardt. (lm) Man stelle sich die wunderschöne Landschaft um Stürzenhardt vor: Herbstlich gefärbte Wälder, gefällige Hügel, Täler und Felder und auf einmal – mittendrin – hohe Stichflammen, weil rund 300 bis 400 Rundballen Stroh Feuer gefangen haben. Nicht nur der benachbarte Wald ist in Gefahr, sondern auch die Höfe, die unweit des Brandherdes stehen.

Die Feuerwehr von Stürzenhardt unter Abteilungskommandant Klemens Schilling ist – der Ortsgröße angepaßt – eine kleine Wehr, die zwar auf engagierte Wehrleute, aber technisch nur auf einen Anhänger zurückgreifen kann. Doch man hat sich vor rd. zehn Jahren ein eigenes Kooperationsteam, den sogenannten „Ausrückebereich sieben plus“ mit Hettigenbeuern unter Abteilungskommandant Norbert Meixner sowie Steinbach mit Volker Banschbach an der Spitze geschaffen. Eine clevere Idee, denn alle drei Ortschaften liegen sehr nahe beieinander und können mit rd. 50 Wehrleuten ein wirklich schlagkräftiges Team bilden.

Das zeigte sich deutlich bei dieser Übung unweit des Stürzenhardter Grillplatzes, die unter Beobachtung von Erich Wägele als stv. Kreisbrandmeister, Friedbert Rösch als stv. Stadtbrandmeister aus Buchen sowie Markus Peiß als stv. Gesamtkommandanten von Mudau stand, gleichzeitig aber auch kritisch beäugt wurde von Buchens Bürgermeister Roland Burger sowie den Ortsvorstehern Georg Moser (Steinbach) und Günther Müller (Hettigenbeuern). Das größte Problem bei diesem angenommenen Strohballenbrand war wohl die Tatsache, dass sich nur ein alter Wasserbehälter – und immer noch 350 Meter entfernt vom Brandherd – befand. Die zwölf Mann der Stürzenhardter Wehr hatten die besten Ortskenntnisse und waren darum verantwortlich für die Wasserversorgung zum Brandobjekt.

Die zu Hilfe gerufenen Wehren aus Hettigenbeuern und Steinbach hatten die Aufgabe, eine Riegelstelle zum Wald aufzubauen und den Brand selbst zu bekämpfen. Nachdem die lodernden Flammen in Schach gehalten waren, bestellten die Abteilungskommandanten Bagger und Traktoren, um die immer noch glühenden Strohballen auseinanderzuziehen und die Nachlöscharbeiten weiter zu führen.

Ein harmonisches Miteinander der drei Abteilungswehren stellte bei der Nachbesprechung im Dorfgemeinschaftshaus Stürzenhardt das elitäre Beobachtungsteam fest und man war sich einig, wie wichtig und notwendig solche Gemeinschaftsübungen, aber auch die guten Ortskenntnisse der Abteilungswehren seien. Als hervorragend wurde auch die Strategie der Steinbacher Wehr bezeichnet, die zu allen Übungen ihre Jugendwehr als Beobachter und Kritiker hinzuzieht, was dem Florians-Nachwuchs zum einen eine nicht unwichtige Stellung, aber gleichzeitig auch jede Menge Lehr- und Anschauungsmaterial verschafft. 

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