Feinstaubbelastung aus Kaminen und Kachelöfen

Gesetz passt Grenzwerte zum 01. Januar 2015 an

Neckar-Odenwald-Kreis. (lra) Der Neckar-Odenwald-Kreis trägt den „Wald“ durchaus zur Recht im Namen: Rund 42 Prozent der Kreisfläche sind Wald. Viele Bürger nutzen diesen Holzreichtum und heizen ihre Wohnungen mit diesem nachwachsenden Rohstoff, meist in Kamin- oder Kachelöfen oder in Pelletheizungen. Sie schätzen die besondere Wärme des Holzfeuers. Allerdings entsteht beim Verbrennen auch gesundheitsgefährdender Feinstaub. Dessen maximal zulässiger Grenzwert, den ein Bundesgesetz regelt, wird zum 1. Januar 2015 an moderne Technologien – die Feinstaub vermeiden helfen – angepasst bzw. gesenkt. 

Was das für Betreiber von Holzfeuerungsanlagen bedeutet, erläutert Uwe Ristl von der Energieagentur Neckar-Odenwald-Kreis. Wer mit festen Brennstoffen wie Holz heizt, muss sich an die Grenzwerte der Kleinfeuerungsanlagenverordnung (kurz: 1. BImSchV) halten, die die Regelungen aus dem  Bundes-Immissionsschutzgesetz konkretisiert. Dort wird unter anderem die Höhe der Emissionen von Feinstaub, Polyzyklischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Kohlenmonoxid (CO) geregelt, Diese Stoffe entstehen in kleinen und mittleren Feuerungsanlagen wie Holzpellet-Anlagen, Kamin- und Kachelöfen, offenen Kaminen oder Herden in Einzelräumen. Anlagen, die meist zusätzlich zu bestehenden Heizungsanlagen genutzt werden.

„Geschätzt die Hälfte dieser Anlagen ist älter als 20 Jahre und aufgrund der veralteten Technik für etwa zwei Drittel der Gesamtstaubfracht verantwortlich“, macht Uwe Ristl deutlich. Die gegenwärtige Feinstaubemission in Deutschland verkürzt laut Weltgesundheitsorganisation WHO die durchschnittliche Lebenserwartung um zehn Monate – deshalb werden die Grenzwerte gesenkt.  Für rund 4,5 Millionen Kamine, Kachelöfen und Grundöfen in Deutschland steht dann eine Nachrüstung mit einem Staubfilter oder ein kompletter Austausch an. Übergangsfristen gelten.

„Wer sich ab 2015 zum Beispiel einen neuen Pelletkaminofen mit Wassertasche oder eine Holzzentralheizung zulegt, sollte darauf achten, dass die Herstellerbescheinigung den geforderten neuen Grenzwert von 20 Milligramm Feinstaub pro Kubikmeter Abgas dokumentiert“, rät Ristl. Ausgenommen von der neuen Regelung sind unter anderem Einzelfeuerungsanlagen, die vor 1950 eingebaut wurden und Öfen, die als einzige Wärmequelle eines Hauses oder einer Wohnung dienen.

Weitere Informationen zum Thema sowie eine neutrale und unabhängige Beratung zu allen Fragen rund um energetisches Sanieren erhalten Interessierte bei der Energieagentur Neckar-Odenwald-Kreis.

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13 Kommentare

  1. Wieder mal Abzocke, sinkende Steuereinnahmen durch geringeren Heizöl- oder Gasverbrauch, jetzt muss halt der Holzheizer bluten.

  2. zeit wird’s! dieser dreck aus den kaminen ist körperverletzung. ich möchte euch egonörgler mal hören, wenn in eurer nachbarschaft ein kohlekraftwerk gebaut würde.

    außerdem, andreas, was soll das mit den steuern zu tun haben? einfach nur billige gedankenlose kritik.

  3. In dem Artikel wird erläuert, dass Feinstaubfilter nachgerüstet werden müssen, wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden. Vor einem Vierteljahrhundert wurden PKW mit Katalysatoren ausgestattet. Das dürfte so ungefähr vergleichbar sein. Nirdendwo neue Steuern oder neue Gebühren. Es sein denn Fr. Merkel steigt mit ihrer Regierung in den Handel mit Feinstaubfiltern ein.

  4. Von wegen billig und gedankenlos, eher der eigene Kommentar! 😀
    Die Regierung sucht Möglichkeiten Geld einzutreiben. Noch nie passierte das über diesen Weg, aber jetzt wo kaum jemand eine andere Wahl hat, außer mit Holz zu heizen, wird dort dann das Geld geholt. Denn da gibt es aktuell genug Abnehmer. Und bedenke bei deiner Kommentierung, dass es Leute gibt, die kaum Geld haben und daher fast ausschließlich mit Holz heizen, um es ein wenig billiger zu machen und um der Gas-Kriese aus dem Weg zu gehen. Man kann sich bald gar nichts mehr leisten. „Egonörgler“… was eine Beschreibung. Kann sich nicht jeder die Solarzellen auf dem Dach leisten!

  5. Zum einen kommen neue Gebühren, Zumindest Feststoffkessel, auch die neueren die bereits auf Feinstaub eingemessen wurden müssen jetzt alle 2 Jahre erneut gemessen werden. Kosten um die 200€!
    Der Geruch vom Holzofen bleibt weiterhin nahezu unverändert bestehen, insbesondere bei nebligen Witterungslagen. Das hat mit Feinstaub nur wenig zu tun.
    Geruch entsteht auch weiterhin bei alten Anlagen, Anlagen mit technischen Mängeln, zu wenig Luftzufuhr oder zu feuchtem Holz.

    • rauch ist feinstaub und stinkt. natürlich ist hier ein zusammenhang. selbst wenn nicht: auch was man nicht riecht, kann der gesundheit schaden.

      und nochmal für die ignoranten: es geht nicht um steuern, wie NOKZeit gut erklärt hat.

  6. Mein Holzvergaser wurde 2008 für damals 150 Euro eingemessen. Feinstaubwerte bestens. Das interessiert heut niemand mehr. Alle 2 Jahre muss nun erneut für ca. 200€ gemessen werden (nach neuer Verordnung). Alle HVG rauchen in der Anzündphase, dann, wenn das Holz passt nicht
    mehr.
    Bei den meisten Kaminöfen stinkt es wegen Fehlbedienung oder zu feuchtem Holz. Und da bringt der Filter reichlich wenig!

    • bei fehlbedienung oder falschem holz entsteht auch mehr feinstaub, und somit sind die filter gerade auch wegen dieser fehler wichtig.

      übrigens das heizen mit holz längst nicht so förderungswürdig hinsichtlich des klimaschutzes wie man auf den ersten blick denkt, insofern ist eine lenkungswirkung berechtigt. denn was nutzt es, wenn das holz über einen so langen zeitraum nachwächst, bis das bei der immer mehr zunehmenden verbrennung entstandene CO2 wieder durch die biomasse aufgenommen wurde, innerhalb dessen die klimaerwärmung stattfindet?

      mit holzheizen geld sparen auf kosten der umwelt und der gesundheit der menschen, dazu gibt es kein recht. auch wenn man es sich nicht anders leisten kann, denn an erster stelle steht dann energie einsparen, 20 grad reichen aus, es müssen keine 22 grad sein. am ende ist es auch klüger, für eine gerechte sozialpolitik zu kämpfen als für eine möglichst billige umweltverschmutzung.

  7. Das hört sich ja alles gut an. Man ist gegen Kohle- Kern- Windenergie wegen der Windräder, man ist gegen Wasserkraftwerk wegen der Schädigung der Flusslandschaften.
    Aber das ist ja alles kein Problem. Der Strom kommt ja schließlich aus der Steckdose und Kühe sind lila!
    Energie muss irgendwo herkommen, Energie ist immer schädlich. Auch die Solardächer müssen irgendwann entsorgt werden!

    Zu dem Thema Steuer:
    Sicher ist das keine Direkte Steuer. Die Steuern fallen aber beim Verkauf der Filter, bei der regelmäßigen Wartung der Filter und bei den regelmäßigen Messungen an!

    • wer die entsorgungsprobleme von solaranlagen mit den problemen von atom- und kohlestrom vergleicht, kann man den ernst nehmen?

      und ich habe gar nichts gegen windräder, wir haben noch viel zu wenige im südwesten.

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