Deutlicher Pokalsieg wurde zur Nebensache

Spieler der Gäste nach Zusammenbruch im Krankenhaus – TV Mosbach schießt HA Neckarelz in voll besetzter Jahnhalle mit 37:11 (20:4) von der Platte – Dennoch t

Mosbach. (df) Ja, die Derbys – sie leben von Spannung, Dramatik, Sticheleien im Vorfeld und auf dem Platz, Emotionen auf der Platte und den Zuschauerrängen. Das Mosbacher Stadtderby zwischen den Handballern des TV Mosbach und der HA Neckarelz präsentierte den zahlreichen Fans und Zuschauern eines: den Spielverderber TV Mosbach! Heiß & Co. hatten nämlich vor allem Bock auf Rache: „ Wir haben vergangene Runde gegen Neckarelz zweimal verloren und das wollen wir gerade rücken. Unser Trainer hat uns da an der Ehre gepackt und das hat gefruchtet“, so Mosbachs bester Torschütze des Abends, Yannick Somogyi.

20:04 pfiff der souveräne Edelbert Traub den lokalen Sportevent an, 9 ½ Minuten später hätte er ihn im Prinzip wieder abpfeifen können, denn da war die Entscheidung bereits gefallen: ein 9:0 leuchtete da für die Hausherren auf der Anzeigetafel. Es war in Halbzeit eins ein wahrer Sturm, der über die Männer von Gilles Orciari hinweg fegte. Im Angriff spielte sich der junge Rückraum mit Simon Schwarz, Yannick Somogyi, Lukas Schmid und Lars Köbele in einen Rausch. Die vier steuerten allein 13 Tore zum 20:4-Halbzeitstand bei. Und auch in der Abwehr stellten die Einheimischen ihre nie aufgebenden und immer kämpfenden Gäste vor eine Miniaturausgabe der vor 25 Jahren gefallenen Berliner Mauer. Sie zwangen ihren sportlichen Gegner zu schlechten Abschlüssen, blockten immer wieder die Wurfversuche der Orciari-Sieben und konnten sich dahinter auf „Wachhund“ Andreas Wieder verlassen, denn wenn was durchkam, dann holte der sich gnadenlos das Stöckchen.

Mit Anpfiff der zweiten Hälfte übergab Wieder dann den Stab an Michael Goertz und der eine machte dort weiter wo der andere aufgehört hatte. 14 Minuten hinderte Goertz die Gäste erfolgreich am Torjubel. Bis dahin hatten die Förster-Mannen den Gästen trotz schwächelnder Angriffsreihen bereits sieben Kisten eingebaut und führten 27:4.

Was folgte war ein Schaulaufen beider Mannschaften bis zum Ende, allerdings unterbrochen durch eine Situation, die wirklich niemand braucht. In der 50. Spielminute musste Edelbert Traub das Spiel für etliche Minuten unterbrechen, denn Gästespieler Dominik Deschner war zusammen gebrochen. Besonnenen Helfern und dem gerufenen und schnell herbei geeilten Notarzt war es zu verdanken, dass Dominik Deschner sich schnell wieder so stabilisierte, dass er zur Beobachtung ins städtische Krankenhaus transportiert werden konnte.

Das sportliche trat danach in den Hintergrund, waren doch beide Mannschaften und Zuschauer bei Dominik Deschner dem alle eine schnelle Genesung wünschen. Trat auch der Sport in den Hintergrund, muss  man den Handballern um Gilles Orciari zugute halten, dass sie das Derby zu Ende spielten. Die verbleibenden neun Minuten gestalteten die beiden Kontrahenten dann offen. Den Schlusspunkt im Protokoll setzte Simon Schwarz, der fünf Sekunden vor der Sirene zum 37:11 für die Hausherren einnetzte.

So zweigeteilt wie das Spiel geht es für beide Mannschaften am kommenden Wochenende weiter. Während die Handballer aus Neckarelz ihre Wunden danke einer Pause lecken können wollen die TVler ihre Leistung gegen den Meisterschaftsfavoriten HSG Hohenlohe bestätigen.

TV Mosbach: Wieder und Goertz im Tor, Jurk, Köbele 2, Blasmann 7/2, Filipiak, Schwarz 6, Grimm 2, Schmid 4, Förster, Gehring 2, Heiß 5, Somogyi 9

HA Neckarelz: Rüdele im Tor, Herbst, Bürgermeister 2, Brauch 4/3, Johmann, Riedinger 1, Bechtold 1, Jax 1, Deschner, Liegler 1, Halder, Weimann 1

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