„Katastrophe“ auf dem Winterhauch

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Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Die Temperaturen waren am Samstag in Mosbach um die Mittagszeit im zweistelligen Plusbereich. Im Landratsamt dagegen befanden sie sich im Minusbereich, heftiges Schneetreiben inklusive. Wochenlange klirrende Kälte, dann ein Temperatursturz auf knapp unter Null Grad und tagelanger Schneefall kreisweit mit Schneeverwehungen von bis zu zwei Metern im Hohen Odenwald einschließlich chaotischer Verkehrsverhältnisse – das war das Szenario, das der Katastrophenschutz-Stabsrahmenübung zugrunde lag.

Übungsbeteiligte waren der Führungsstab mit Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes samt Leitendem Notarzt, des Technischen Hilfswerks, der Polizei, der Bundeswehr sowie der Verwaltungsstab, der sich aus Bediensteten des Landratsamtes in speziellen Stabsfunktionen zusammen setzt. Insgesamt waren rund 110 Personen im Einsatz. Hauptübungsziel war die Kommunikation zwischen den beiden Stäben, die im echten Katastrophenfall möglichst reibungslos vonstattengehen sollte.

Die Übung war aufwändig vorbereitet worden. Über „Einlagen“, also Mails mit entsprechendem Inhalt, wurden die Übungsbeteiligten mit immer neuen Meldungen versorgt, auf die sie entsprechend zu reagieren hatten: Der Einsturz eines Fabrikdachs im Hohen Odenwald mit Vermissten und Verletzten, die Havarie eines Tanklastwagens am Hohbergaufstieg bei Obrigheim, ein mit 60 Personen besetzter Bus auf der B27 bei Buchen, der quer stand und nicht mehr weiterkam, Stromausfälle aufgrund von Bäumen, die unter der Schneelast über Stromleitungen zusammen gebrochen waren, unpassierbare Straßen, von der Außenwelt abgeschlossene Ortschaften.

Da mussten unter anderem Rettungskräfte losgeschickt, Notunterkünfte und Versorgung organisiert, schweres Räumgerät besorgt, Pressemeldungen heraus gegeben und ein Bürgertelefon eingerichtet werden. Die Lage wurde ständig beobachtet und aktualisiert und die Kommunikation unter den einzelnen Stäben und auch zu übergeordneten Behörden musste gesichert sein.

Nach viereinhalb Stunden war die Übung beendet und die Verantwortlichen, Behördenleiter Landrat Dr. Brötel und sein Stellvertreter in dieser Funktion, Axel Krahl, zeigten sich sehr zufrieden mit dem Übungsverlauf: „Hier und da war natürlich Sand im Getriebe. Aber es ist Sinn und Zweck von Übungen, dass Schwachstellen entdeckt und in der Folge beseitigt werden. Daran werden wir jetzt arbeiten.“

Der Landrat dankte allen Beteiligten für ihr Engagement: „Der Notfall, den keiner von uns sich wünscht, kann dennoch jederzeit eintreten. Je besser wir darauf vorbereitet sind, umso effektiver können wir die Bevölkerung schützen.“

Ein besonderes Dankeschön galt Roland Schmitt vom Landratsamt und seinen Mitarbeitern, die die Hauptlast der Vorbereitung getragen hatten.

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