Dreiländertreffen der Odenwälder Sozialdemokraten

Dreilaendertreffen SPD

Die SPD-Kreistagsmitglieder aus vier Landkreisen und drei Bundesländern im Dialog über die Zukunftsfähigkeit der jeweiligen Gebietskörperschaften. (Foto: pm)

Amorbach. (pm) Eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre wird der demografische Wandel sein“, sagte der Breuberger Bürgermeister Frank Matiaske beim Dreiländertreffen der Sozialdemokraten am vergangenen Freitag im Schafhof bei Amorbach. Sein Referat bildete den Schwerpunkt des diesjährigen Austausches zwischen den Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktionen aus Miltenberg, dem Neckar-Odenwald-Kreis, dem Kreis Bergstraße und dem Odenwaldkreis.

Roland Weber, Vorsitzender der gastgebenden SPD-Fraktion im Kreis Miltenberg  hatte eine kurze Zusammenfassung über die Energiewende und die Zukunft der Windkraft in Bayern, explizit im Landkreis Miltenberg, vorgestellt. Während nur wenige Kilometer entfernt im angrenzenden Hessen und in Baden-Württemberg bereits Windräder etabliert seien, würden in Bayern die Möglichkeiten durch Seehofers Pläne stark eingeschränkt. Durch die sogenannte H10-Regelung sei Windenergie am bayerischen Untermain so gut wie unmöglich.

Die Folgen des demografischen Faktors wirken sich laut Matiaske besonders stark in ländlich strukturierten Regionen  aus. „ Da sitzen wir alle im selben Boot, und unsere zentrale Aufgabe heißt deshalb, mehr Leben in unsere Landkreise zu bringen. In die landschaftlich reizvolle Region zwischen Spessart und Odenwald  kommen Menschen aber nur, wenn wir allen Generationen etwas bieten“,  resümierte er.  „Gute Arbeitsplätze, ausreichend Betreuungsmöglichkeiten  und ein qualitativ hochwertiges Bildungsangebot für junge Familien, eine optimale Gesundheitsversorgung, ein vielfältiges Kultur- und Freizeitangebot und eine Struktur, die dem wachsenden Pflegebedarf gerecht wird, seien die Grundvoraussetzung, um Menschen in der Region zu halten, jungen Familien und gut ausgebildeten Fachkräften einen Zuzug schmackhaft zu machen“, waren sich die Kreisräte aus allen vier Kreisen einig.

„Was heute passiert, ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, stellte Matiaske fest. Es müssten Masterpläne entwickelt werden, die über Kreis- und Ländergrenzen hinweg gehen.  Er forderte so genannte „Demografiedialoge“, um gemeinsam Strategien zu entwickeln und in konkreten Maßnahmen umzusetzen.  Die hessischen Landtagsabgeordnete Karin Hartmann aus Grasellenbach (Kreis Bergstraße) bemängelte, dass hochqualifizierte junge Menschen aus ländlich geprägten Regionen abwanderten und bestenfalls die Mittelzentren noch einen Gewinn hätten. „Abwanderungen gab es schon immer“, meinte Günter Verst, SPD-Fraktionsvorsitzender aus Breuberg im hessischen Odenwaldkreis und nannte die mangelnde Risikobereitschaft für den Rückgang von Unternehmensansiedlungen vor dem Hintergrund der Globalisierung. Kreisrätin Heide Lochmann und SPD-Fraktionsvorsitzende aus Adelsheim im Neckar-Odenwald-Kreis stellte fest: „Das Bildungs-Kultur und Freizeitangebot ist im NOK recht vielfältig , aber es fehlen schlicht ausreichend Arbeitsplätze für sehr gut ausgebildete junge Menschen.“

Die Kommunalpolitiker alle vier Kreise sahen eine große Herausforderung in der ärztlichen Versorgung und im Krankenhauswesen. „Wir wollten, dass die Grundversorgung im Kreiskrankenhaus bleibt und tolerieren deshalb auch ein vertretbares Defizit ein“, so Matiaske und Lochmann über die Situation im Odenwaldkreis und Neckar-Odenwald-Kreis „Welche Konsequenz wollen wir aus dem heutigen Treffen ziehen?“ fragte Heinz Kaiser (Erlenbach am Main), ehemals bayerischer Landtagsabgeordneter und langjähriges Mitglied der Miltenberger Kreistagsfraktion. Gerade im Hinblick auf die demografische Entwicklung und die Aufgabe der Gebietskörperschaften der Alterspyramide in ihren Regionen entgegenzuwirken wollen die Sozialdemokraten aus den vier Landkreisen in drei Bundesländern  eine schlagkräftige Truppe bilden, die sich dann häufiger trifft, um sich auszutauschen und eine entsprechende Strategie zu entwickeln. „Wir bleiben in Verbindung“, sagte Matiaske, der sich für die SPD als Landrat für den Odenwaldkreis bei den anstehenden Kommunalwahlen bewirbt.

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