MdB Alois Gerig steht zum Atomausstieg

2014 11 17 Energiewende mit MdB Gerig CDA und MIT N O K

(Foto: Jürgen Häfner)

Schlierstadt. (er) Der Übergang weg von konventionellen Brennstoffen und hin zu erneuerbaren Energien ist in vielen Staaten der Welt im Gang und wird als Energiewende bezeichnet. Am Montagabend referierte der CDU-Bundestagsabgeordnete Alois Gerig, Wahlkreis Odenwald-Tauber, bei der Firma Werner Genzwürker Elektrotechnik GmbH in Schlierstadt über die Energiewende- Stand und Perspektiven. Zu dieser Informationsveranstaltung luden Alexander Nickel, Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft im Neckar-Odenwald-Kreis  und Ariane Spitzer, Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung der CDU Neckar-Odenwald-Kreis, ein. Gerig stellte fest: „Der Ländliche Raum hat die Standorte für die Windkraft, Dächer für Solaranlagen und für die Bioenergie die Ressourcen in Feld und Wald. Die Energiewende findet im Ländlichen Raum statt. Ohne den Ländlichen Raum wird die Energiewende nicht gelingen“.

Werner Genzwürker hieß eingangs Alois Gerig und die Veranstaltungsteilnehmer auf seinem Betriebsgelände willkommen. Danach stellte Willi Krieger die Firma Genzwürker, die 1988 gegründet wurde, vor. Krieger zeigte anhand einer Präsentation die Stromkosten für einen Standardhaushalt und eines Öko-Haushaltes im Zeitraum von 20 Jahren und gab umfangreiche Informationen zu Elektrofahrzeugen. Im Anschluss begrüßte Alexander Nickel ebenfalls den Referenten und die Zuhörer.

Die Energiewende sei ein notwendiger Schritt auf dem Weg in eine Industriegesellschaft, die der Nachhaltigkeit und der Bewahrung der Schöpfung verpflichtet sei, so Gerig zu Beginn seiner Ausführungen. Die Energiewende werde nur dann bei Bürgern und Wirtschaft Akzeptanz finden, wenn Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gewährleistet, sowie industrielle Wertschöpfungsketten und Arbeitsplätze erhalten bleiben.

„Ich stehe zum Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022“, betonte der Referent. Heute decken erneuerbare Energien rund 25 Prozent unseres Strombedarfes, im Jahr 2025 sollen dies 40 bis 45 Prozent sein. Bei der Solarenergie werde ein jährlicher Zubau von 2500 Megawatt (brutto) angestrebt, bei der Windenergie an Land von 2500 Megawatt (netto), bei Windenergie auf See sollen 6500 Megawatt bis 2020 und 15000 Megawatt bis 2030 installiert werden. Bei der Biomasse werde wegen der hohen Kosten ein jährlicher Zubau von rund 100 Megawatt (brutto) angestrebt. Durch die EEG-Novelle habe die Strom- und Wärmegewinnung aus Biomasse einen Dämpfer erhalten. Dies gelte es rückgängig zu machen. Bioenergie müsse ein Standbein für die Landwirtschaft bleiben und seinen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten.

Die Dezentralität der Energiegewinnung, die Regelbarkeit und die zusätzliche Wärmegewinnung seien gewichtige Vorteile der Biomasseverstromung, die weiter genutzt werden sollten, erklärte Gerig. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, müssen wir Wind- und Sonnenenergie speichern können. „Ich bin überzeugt, dass wir in zehn Jahren eine bezahlbare Technik haben werden, die für normale Haushalte erschwinglich sei. Wind- und Ökostrom werde zum überwiegenden Teil im Norden produziert und die Stromnetze seien nicht flächendeckend auf den Transport der erneuerbaren Energien ausgelegt. Vorgesehen sind bundesweit 2800 Kilometer neue Trassen und 2900 Kilometer bestehender Leitungen zu verbessern.

Die geschätzten Kosten liegen bei rund zehn Milliarden Euro. Der Bereich Energiesparen müsse noch ausgebaut werden. 40 Prozent der Energie werde fürs Wohnen verbraucht. Der Wärmebedarf des Gebäudebestandes soll bis 2020 um 20 Prozent sinken. Die Bundesregierung unterstützt hierbei die Eigentümer beim Sanieren, durch Wärmedämmung oder moderne Heizungsanlagen durch Investitionszuschüsse und zinsgünstige Darlehen. Ziel der Bundesregierung sei es auch, so Gerig, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, bis 2030 sollen es sechs Millionen sein. Die Wertschöpfung gehe hier in Milliardenhöhe.

Die anschließende Diskussion befasste sich unter anderem über Kleinwindräder in Gärten und Vernachlässigung der Energiegewinnung aus Wasserkraft. Manfred Pfaus (Mitglied des Landtages von BW von 1978 bis 1992) sagte, „Ich finde es unethisch, wenn am Bodensee fruchtbares Feld mit Photovoltaikanlagen zugepflastert wird. Es kann nicht sein, dass auf „Teufel komm raus“ jeder gefördert werde. Eine Dauersubvention halte ich für nicht verantwortlich“. Gerig betonte, dass die Kleinwindräder keine Zukunft haben dürften und dass es falsch wäre, wenn durch Photovoltaik-Freiflächenanlagen wertvolle landwirtschaftliche Nutzflächen verloren gingen. Die Ausschreibungen sollten auf 400 Megawatt beschränkt werden.

Alexander Nickel und Ariane Spitzer dankten zuletzt dem Abgeordneten für seine ausführlichen Informationen.

Infos im Internet:

www.alois-gerig.de

www.genzwuerker.com/

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