Intelligent, spannend und bunt

Nachhaltige Mobilität – Verkehrsminister Winfried Hermann stellte in Buchen grüne Verkehrskonzepte vor

Buchen. (pm) Winfried Hermann ist mit dem Hybrid-Auto von Stuttgart nach Buchen gekommen. Das erzählte der Verkehrsminister des Landes beim Ortstermin in der Odenwald-Metropole nicht nur, weil er diese Standardfrage immer beantworten muss, sondern weil er Flexibilität in der Wahl von Verkehrsmitteln für ein wichtiges Instrument der Verkehrspolitik hält ist. Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt und dem Besuch einer Elektrotankstelle der örtlichen Stadtwerke erklärt Hermann, wie intelligente Verkehrsplanung und -infrastruktur abgestimmt sein müssen, um den übergeordneten Zielen der Grünen näher zu kommen: Nachhaltigkeit und Klimaschutz seien auch in seinem Ressort zentrale Themen. Mobilität könne man nicht losgelöst von Wirtschafts-, Klima- oder Sozialpolitik denken.

Wie sein Ministerium in einem Gesamtkonzept auf die unterschiedlichen Anforderungen der Menschen an Infrastruktur- und Verkehrsfragen herangeht, erklärte er beim Vortrag „Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum“ vor Verkehrs-Interessierten.

Straßen sind dabei nur ein Teilbereich. Der Erhalt des Vorhandenen hat für die Grünen klar Vorrang vor Neubauten. Das Land schiebe eine Sanierungslawine vor sich her und habe die Mittel dafür verdoppelt. Dabei werde
der viel bemühte Lärmschutz systematisch mitgedacht.

Gleichwertige Mobilität in Ballungsräumen und auf dem Land zu ermöglichen sieht er als die eigentliche Herausforderung. Sie hänge direkt mit der demographischen Entwicklung von Städten und Gemeinden zusammen. So seien kurze Wege ein Merkmal für Lebensqualität, etwa in Ortskernen kleinerer Städte wie Buchen.

Fest steht für Hermann: Die Umsetzung des Landesklimaschutzgesetzes (50-80-90) erfordert an vielen Stellen große Anstrengungen. Im Verkehr seien diese Ziele schwerer erreichbar als bei der Energiewende. So belastete im Jahr 2011 im Ländle der CO2- Ausstoß aus öl-betriebenen Fahrzeugen die Umwelt doppelt so stark wie die Industrie. Deshalb liegt das Ziel für die CO2-Reduktion beim Verkehr bis 2020 nur bei 20 Prozent. Allerdings seien vielversprechende Veränderungen förderfähig. So unterstütze das Land zum Beispiel den Ausbau des Radwegenetzes, energieeffizientere und intelligentere Fahrzeuge oder den Ausbau des Schienenverkehrs.

Hermann verschwieg in Buchen nicht die Probleme. Bis der Landestarif für den ÖPNV kommt und Verbundgrenzen keine Hindernisse mehr sind, werde noch viel Verhandeln nötig sein. Ziel ist dennoch der landesweite Stundentakt bis Mitternacht und an Wochenenden. Lange Haltezeiten wie in Seckach seien in solchen Modellen nicht darstellbar.
Leidenschaftlich plädierte der Radminister dafür multimediale Mobilität zu fördern.

Ein Beispiel, wie neue Technologien intelligent eingesetzt werden können, besichtigte der Minister an der Ladestation für Elektrofahrzeuge am Buchener Bahnhof: „Toll, dass die Stadt das aus eigener Initiative macht“, sagte der Minister. Und, dass jedes 5. deutsche E- Auto in Baden-Württemberg unterwegs sei.
Erst wenn der ÖPNV flexible Anschlüsse an E-Mobilität schaffe, das Umsteigen von Bahn auf Leihräder und -autos geläufiger werde, Echtzeitinformationen über Verkehrsanbindungen alte Fahrpläne ersetzen, Teil-Autos auch im ländlichen Raum eine Rolle spielen und Rad- und Fußgängerverkehr ernst genommen werden, greife das Umdenken in der Praxis, gerade auch i ländliche Raum. Denn dort werde man nicht auf Autos verzichten können, während umgekehrt „sauberer“ Verkehr in Städten keine Stauprobleme löse.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: