50 Jahre Luftsportverein Hoher Odenwald

NZ 50 Jahre LSV Hoher Odenwald

Unser Bild zeigt die geehrten Vereinsmitglieder bzw. Unterstützer mit Bürgermeister Markus Haas, Präsidialrat Fred Gai und dem Vorsitzenden Paul Gurka. (Foto: Hofherr)

Waldbrunn. Sei 50-jähriges Jubiläum feierte der Luftsportverein Hoher Odenwald (LSV) am Wochenende im Rahmen der Weihnachtsfeier in Mülben. Hierzu konnte der Vorsitzende Paul Gurka nahezu alle Mitglieder sowie Bürgermeister Markus Haas, Präsidialrat Fred Cai vom Baden-Württembergischen Luftfahrtverband und die Ortsvorsteher Timo Bachert und Reinhard Kessler begrüßen.

Gegründet wurde der LSV Hoher Odenwald am 12. Dezember 1964 im Gasthaus Linde in Schollbrunn. Doch die Geschichte reichte eigentlich bis ins Jahr 1950 zurück, als der Segelfliegerclub Eberbach gegründet wurde, aus dem 14 Jahre später der LSV hervorgehen sollte. Auf den Winterhauch kam man im 1952. Wenige Jahre nach dem verlorenen Weltkrieg waren Segelflüge in Deutschland noch verboten. Einige Flugbegeisterte, darunter auch der Gründungsvorsitzende Gerhard Ratzel, bauten dennoch ein drei Flieger, darunter ein Grunau Baby, eine ES 49 und eine SG 38. Im Jahr 1954 entstand in Waldkatzenbach, dort wo sich heute der Sportplatz befindet, das Segelfluggelände der ersten Stunde. Starts und Landungen per Gummiseil erfolgten in alle vier Himmelsrichtungen. Nur kurze Zeit später wurde eine Winde gebaut. Die langjährige Vorsitzende Doris Barth erinnert sich heute noch gerne an einen ihrer ersten Flüge mit der Ausklinkhöhe von 80 Metern.

In den Folgenjahren und in Folge der Suche nach einem besseren Gelände kam es zu internen Querelen und der Spaltung der Gruppe. Während der Suche nach einem Gelände wich man zunächst nach Lohrbach und Speyer aus, wo Willi Kirchgessner eine Fluglehrerlizenz erwarb. Nach erfolgreichen Verhandlungen mit Landwirten und Verwaltung gründeten Willi Kirchgässner, Robert FIlsinger und Gerhard Ratzel eine Fluggemeinschaft, aus der ein gutes Jahr später der Luftsportverein hervorging. Da die Genehmigung für das Gelände in Mülben in weiter Ferne lag, wich man weiterhin nach Lohrbach und Speyer aus, wo man auch Windenfahrer und Flugleiter ausbildete. Nach der LSV im Januar 1967 die Globalausbildungsgenehmigung für Segelflug erhielt, erteilte das Regierungspräsidium im September des gleichen Jahres die Genehmigung für das Gelände in Mülben. Man begann mit der Ausbildung der ersten Schüler, die sich noch im ersten FLugjahr „frei fliegen“ konnten. Im Mai 1968 durfte man vier Jahre nach Vereinsgründung das Fluggelände einweihen. Da man zunächst noch auf den Bau einer eigenen Halle verzichten musste, wurden Winde und Flugzeuge an jedem Flugtag aus verschiedenen Bauernscheunen heran transportiert werden. Da das Gelände im Jahr 1969 gekauft werden musste, geriet der Verein aufgrund hoher Kreditzinsen in finanzielle Schieflage. Dennoch wurde in enormer Eigenleistung mit dem Bau der Flugzeughalle begonnen.

Durch den Kauf eines weiteren Grundstücks wurde die Windenschleppstrecke auf 120 Meter verlängert. Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte war die Einweihung der Halle im Mai 1973. Außerdem feierte man den ersten Sieg im Nachwuchsvergleichsfliegen. Mit der Pfändung von Flugzeugen im Jahr 1976 stand der LSV erneut an einem Tiefpunkt. Durch den Grundstückskauf durch die Gemeinde Waldbrunn wurde der Verein gerettet. Nachdem ein Hallenanbau errichtet worden war, schaffte eine Haltergemeinschaft im Jahr 1979 einen Motorsegler an. Ein Jahr später nahm der LSV Hoher Odenwald die Flugtechnische Gruppe (FTG) Heilbronn auf. Nachdem der Vorsitzende Günther Krohne an Herzversagen starb, wurde Doris Barth 1982 zur neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt behielt sie bis 2010 inne. Mit einem Flugtag feierte man 1989 das 25-jährige Bestehen. Im Jahr des 30-jährigen Jubiläums fand in Kooperation mit dem Bürger- und Heimatverein Eberbach das 1. Odenwälder Drachenfest statt, das in den Folgejahren Besucher aus der ganzen Metropolregion auf den Winterhauch lockt. Mit einem 406 Kilometer langen Flug schaffte Franz Fetsch den bis heute gültigen Vereinsrekord.

Im Jahr 2002 erwarb der LSV für den Preis von 38.000 Euro eine Discus CS. 2010 übernimmt Paul Gurka nach 28 Jahren Amtszeit den Vorsitz von Doris Barth. Im Rahmen des Waldbrunner Ferienprogramms beteiligt man sich 2011 erstmals mit einem Angebot und kann sechs begeisterte Kinder begrüßen. Im Juni 2013 erteilen Regierungspräsidium, die Gemeinde Waldbrunn und die Ortschaftsräte Mülben und Weisbach die Genehmigung für Ultraleicht-Flugzeuge. Beim Drachenfest durfte man im Jubiläumsjahr 2014 mit 1.000 Besuchern einen neuen Rekord verbuchen.

Nach dem Rückblick auf die Vereinsgeschichte und den Grußworten von Bürgermeister Markus Haas und den Ortsvorsteher Timo Münch sowie Reinhard Kessler, die dem LSV Hoher Odenwald ihre Glückwünsche überbrachten und dafür dankten, dass Pioniere die Faszination des Fliegens auf den Winterhauch gebracht haben, ehrte Fred Gai vom BWLV vier langjährige Mitglieder bzw. Unterstützer des Vereins.

Richard Weyhing, der dem LSV seit 1969 angehört, und viele Jahre als Werkstattleiter aktiv war, erhielt die Goldene Ehrennadel des BWLV. Auch Karl Schmelz, der sich als Startwindenfahrer, aber insbesondere als Fluglehrer und Ausbildungsleiter im den Nachwuchs verdient gemacht hat, wurde ebenfalls mit einer Goldenen Ehrennadel bedacht. Rudolf Zimmermann erhielt für sein Engagement im Vorstand und als Fluglehrer die Silberne Ehrennadel. Albert Kübler, der den LSV unter anderem beim Bau und bei der Ausstattung des Winde mit einem Kunststoffseil unterstützte, wurde mit der Wolf-Hirt-Medaille in Bronze ausgezeichnet.

Nach der Vorstellung der Jubiläumschronik durch Rudolf Zimmermann und der Übergabe der Präsente an die Drachenfesthelfer, endete die Jubiläums-Weihnachtsfeier mit einer Filmvorführung durch Lennart Pioch. 

Die Jubiläumsschrift kann beim Vorsitzenden Paul Gurka unter paul.gurka@gmx.de angefordert werden. 

Infos im Internet:

www.lsv-hoher-odenwald.de


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