DRK verabschiedet Heimleiterin Martina Grimmer

500 Verabschiedung Heimleiterin Martina Grimmer

Unser Bild zeigt Martina Grimmer (2.v.re.) mit (von links) Geschäftsführer Steffen Blaschek, Ludwig Prinz von Baden, stellvertretende Heimleiterin Elvira Rodemich, Ehemann Rolf Grimmer, Heimbeiratsvorsitzenden Selma Reichel, Sohn Dirk Grimmer und Bürgermeister Markus Haas. (Foto: Hofherr)

Waldbrunn. Am 01. April 2007 übernahm das DRK Mosbach das Seniorenheim in Waldkatzenbach und mit dem Heim wechselte auch dessen Leiterin Martina Grimmer zum DRK. Anfangs beäugte man sich gegenseitig noch kritisch, doch schnell wussten beiden Seiten, was man aneinander hat. So ist es für den DRK-Kreisverband und für das Heim ein großer Verlust, dass Martina Grimmer am vergangenen Freitag ihren letzten Arbeitstag absolvierte und nun mit dem verdienten Ruhestand ein neuer Lebensabschnitt für die engagierte und allseits geschätzte Heimleiterin begann.

Wie es ihre Art war, habe sie sich eher still und leise verabschiedet, berichtete DRK-Geschäftsführer Steffen Blaschek, aufgrund ihrer großen Verdienste habe man ihr diesen Wunsch aber nicht erfüllen wollen und können. Und so begrüßte Blaschek nicht nur den Präsident des Kreisverbands, Ludwig Prinz von Baden und weitere Präsidiumsmitglieder, sondern auch den ehemaligen Geschäftsführer Linus Vetter, Bürgermeister Markus Haas, Alt-Bürgermeister Klaus Schölch sowie die stellvertretende Heimleiterin Elvira Rodemich und die Betriebsratsvorsitzende Elvira Gysser. Die Vorsitzende des Heimbeirats Selma Reichel vertrat die 48 Bewohner. Außerdem war ein Großteil der 30 Mitarbeiter des DRK Seniorenheims gekommen, um sich von ihrer Chefin zu verabschieden. Darüber hinaus begrüßte der Geschäftsführer auch Ehemann Rolf und Sohn Dirk Grimmer im evangelischen Gemeindehaus in Strümpfelbrunn.

Nach der Begrüßung würdigte der Präsident des DRK Mosbach, Ludwig Prinz von Baden, das Wirken von Martina Grimmer als Heimleiterin, die das Herz am rechten Fleck habe, die anpackte wo man sie brauchte und ihre Mitarbeiter mit fürsorglicher Strenge führte. Ihrer Nachfolgerin Elvira Rodemich hinterlasse sie ein wohl bestelltes Feld, so Prinz Ludwig. Davon habe man 2007 bei der Übernahme des Heims aus privater Trägerschaft nicht zu träumen gewagt.

1949 in Saalekreis in Sachsen-Anhalt absolvierte sie die Mittelschule um anschließend in Merseburg die Ausbildung zur Krankenschwester zu beginnen. Als „freundlicher und aufgeschlossener Lehrling“, so die Beurteilung im Abschlusszeugnis, habe Martina Grimmer ihre Ausbildung in vorbildlicher und eigenverantwortlicher Weise erfolgreich abgeschlossen. Für die Note 1 erhielt sie eine entsprechende Medaille. Doch damit nicht genug. Ihrem beruflichen Ehrgeiz folgend, bildete sie sich 1971 zur OP-Schwester weiter. 1973 wurde Grimmer dann noch Erzieherin für Jugendheime. In Aue übernahm sie danach Personalverantwortung für Auszubildende.

Die politische Wende in der DDR im Jahr 1989, brachte für Martina Grimmer eine persönliche Wende. Wie viele andere Bürger aus den neuen Bundesländern, zog auch Martina Grimmer mit ihrer Familie in den Westen. Im Seniorenstift in Eberbach fand sie zunächst eine neue berufliche Heimat.  Nachdem sie zunächst als stellvertretende Stationsleiterin beschäftigt wurde, übernahm sie 1993 die Leitung einer Station, ehe sie 1998 kommissarische Pflegedienstleiterin (PDL) und zum 01. August 2000 zur PDL aufstieg. Auch hier schloss Martina Grimmer ihre Weiterbildung zur Pflegefachkraft mit einem „sehr gut“ ab. Mit dem 01. Oktober 2002 wechselte Grimmer in die damalige Seniorenresidenz Waldbrunn. Nachdem es infolge der Erweiterung zu massiven wirtschaftlichen Problemen gekommen war, die für die Pflegedienstleiterin und ihre Familie auch existenzielle Nöte brachte, kam Grimmer durch den Trägerwechsel am 01. April 2007 zum DRK Mosbach. Für das DRK sei das ein Glücksfall gewesen, so Prinz Ludwig.

Mit Engagement und Herzblut habe sie in den Folgejahren das Haus am Katzenbuckel geleitet. Ob Bewohner, Angehöriger oder Mitarbeiter, jeder wusste sich mit seinen Sorgen bei der Heimleiterin Grimmer in guten Händen. Auch wenn sie nie vergessen habe, dass zur Personalführung aus Grenzen setzen gehört, war sie der Unterstützung durch „ihre“ Mitarbeiter stets sicher. Denn diese wussten, dass die Chefin steht hinter ihnen stand.

Die erfolgreiche Arbeit wurde auch von externen Experten bestätigt, ließ der DRK-Präsident die Gäste wissen. Neben der Bewohnerzufriedenheit werde dabei auch die Zufriedenheit des Personals gemessen. Hier habe es Martina Grimmer stets geschafft, dass alle anonym befragten Mitarbeiter ausnahmslos ihre Zufriedenheit bekundeten. Für das gute Betriebsklima und die Suche nach Lösungen im Sinne der Mitarbeiter haben zu dieser Wertschätzung beigetragen, berichtete Prinz Ludwig. Auch die Bewohner „fühlten sich zuhause“ und schätzten die „familiäre Führung“ im DRK-Seniorenheim Waldbrunn. Auch wenn es keinen weiteren Beweis für die Qualität der Heimleitung bedurfte, konnte auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) kein „Haar in der Suppe“ finden, sondern belohnte die Arbeit des Teams um Martina Grimmer mit einer 1,0. Vom Magazin Fokus wurde das Heim zu den besten Pflegeheimen in Deutschland gezählt, so Prinz Ludwig weiter.

Diverse bauliche Verbesserungen wie der Eingangsbereich, die Sofaecke für Heimbewohner sowie das Bertl-Bormann-Zimmer im Speisesaalbereich sowie Verbesserungen im Brandschutz wurden unter der Heimleitung von Martina Grimmer realisiert.

 Vonseiten des DRK lasse an die Heimleiterin nicht gerne ziehen, wusste man das Haus bei ihr doch in besten Händen. Mit dem Dank für die wunderbare Arbeit und viele schöne, gemeinsame Momente schloss DRK-Präsident Ludwig Prinz von Baden seine Würdigung. Der Nachfolgerin Elvira Rodemich wünschte er einen guten Start und sicherte ihr die Unterstützung des Kreisverbands zu.

Bürgermeister Markus Haas lobte die Bedeutung der Einrichtung für Waldbrunn. Martina Grimmer sei die richtige Frau am richtigen Ort gewesen, die mit großem Engagement für den hervorragenden Ruf des Hauses über die Gemeindegrenzen hinaus verantwortlich war. Mit der aktiven Teilnahme der Bewohner an lokalen Veranstaltungen und der Öffnung des Hauses für diverse Gruppen habe die Heimleiterin dazu beigetragen, dass das DRK-Seniorenheim heute wie selbstverständlich im Dorf verwurzelt ist. So sei die Einrichtung für viele Senioren zur Heimat im letzten Lebensabschnitt geworden, lobte das Gemeindeoberhaupt die Arbeit der scheidenden Leiterin.

Anhand einer Präsentation ließen Nachfolgerin Elvira Rodemich und Betriebsratsvorsitzende Elvira Gysser den Werdegang von Martina Grimmer Revue passieren. Mit je einer Rose dankten alle anwesenden Mitarbeiter ihrer Chefin für die gemeinsamen Jahre. Wie beliebt die Heimleiterin war, zeigte sich an den vielen vergossenen Tränen, die beim Defilee vergossen wurden. 

Anschließend ergriff eine sichtlich berührte Martina Grimmer selbst das Mikrofon. Mit immer wieder versagender Stimme ließ sie ihre Gäste wissen, dass ihr der Beruf mehr als nur ein Job und mehr als nur eine Verdienstmöglichkeit gewesen sei. Als sie 2002 nach Waldbrunn gekommen sei, stand das Heim fast vor dem Aus. Es habe keine Fachkräfte gegeben, sodass sie sich ohne lange Einarbeitungszeit habe durchboxen müssen. Mit der Übernahme durch das DRK Mosbach sei dann aber Ruhe und Stabilität eingekehrt, berichtete Martina Grimmer. Nach anfänglicher Skepsis sei man ein gutes Team geworden. Statt die Einrichtung kaputt zu sparen, habe das DRK für qualifizierte  Mitarbeiter und für mehr Lebensqualität der Bewohner gesorgt. Ein weiterer Umschwung sei mit dem neuen Geschäftsführer Steffen Blaschek gekommen. Vorbei war die Zettelwirtschaft, denn auch in der Pflege habe die EDV Einzug gehalten, berichtete Grimmer.

Die Führung des Personals sei stets von ihrem Harmoniebedürfnis geprägt worden. Pflege sei Schwerstarbeit, daher sei es wichtig, sich auf Augenhöhe zu begegnen. Gegenseitige Achtung und Respekt seien Voraussetzung gewesen, dass stets 100 Prozent der Mitarbeiter eine sehr gute Bewertung abgegeben haben.

Der Abschied erfolge ohne Traurigkeit, so die scheidende Leiterin. Sie sei dankbar dafür, dass sie nun mehr Zeit habe für sich und ihre Familie mit Ehemann Rolf und Sohn Dirk. Damit der Ruhestand nicht ganz so langweilig werde, will sich Martina Grimmer ab 2015 als Tagesmutter betätigen. Abschließend dankte sie allen Weggefährten, die sie in all den Jahren unterstützt hatten.

Musikalisch umrahmt wurde die Verabschiedung von der Pianistin Birgit Lobeck.

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(Foto: Hofherr)

Infos im Internet:

www.drk-mosbach.de

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