Schloßau war „Kult-Uhr-Hauptstadt Eurer Opas“

Strouhbischel1225 019

(Foto: Liane Merkle)

Schloßau. (lm) „Kult-Uhr-Hauptstadt Eurer Opas“ zeigte das Schloßauer Ortsschild in den Händen der persönlichen Bürgermeistersekretärin Sonja Maus. Nicht nur dieser „geringfügige“ Schreibfehler in der „Kultur-Hauptstadt Europas“ dokumentierte zum einen den fehlenden IQ des „Mäuschle“ und zum zweiten den übersteigerten Grat der Profilneurose von Bürgermeister Schnösel, sondern war nur einer von unzähligen Lachsalvenauslösern im Schlossemer Strouhbischel-Theater und dem aufgeführten Bernd Gombold-Schwank „Es irrt der Mensch, so lang er strebt“. Gleichzeitig bewiesen die Laiendarsteller wieder einmal ihr überzeugendes schauspielerisches Talent, indem jeder seiner Rolle „Leben und Charakter einhauchte“.

So war Martin Stuhl als Bürgermeister Richard Schnösel ein echter Hallodri, der in jedem Vorzimmer ein Gschpusi sitzen hatte und sein Schlossi zuerst mit allen redlichen und unredlichen Mitteln von der heruntergekommenen Kneipe „Zur eisernen Faust“ befreien wollte, bevor er auf eine Goethefälschung hereinfiel und sein Dorf und sich mittels des vermeintlichen „Goethehauses“ schon in höchsten Ehren sah. Nicht einfach war sicher auch das „Mäuschle“ darzustellen, doch Sandra Mechler meisterte alle Klippen um den ihr unbekannten Schlagersänger Köthe, um bei jedem „…aber du siehsch gut aus“ aufzustrahlen.

Nicht immer hilfreich standen die konkurrierenden Gemeinderäte Klara Schnalzer (Hella Kizmann) und Florian Brenner (Klaus Scholl) ihrem Gemeindeoberhaupt zur Seite. Sie hatte als selbst ernannte Kulturexpertin nur ihr Aussehen und ihre Bequemlichkeit bei Null Wissen um die Kultur, dafür aber genug Arroganz im Kopf. Er – nicht besonders hell – glänzte mit „schlauen Sprüchen“, war aber als permanent profitierender Freund des Bürgermeisters und Feuerwehrkommandant vor allem auf seinen Vorteil bedacht.

Bernd Grünwald alias Kneipenwirt Johannes Wärter bruddelte sich sympathisch durch die drei Akte und sein „Stammgast“, der obdachlose Willi – ganz hervorragend dargestellt von Michael Balles – fing sich durch den vermeintlichen Goethefund und erinnerte sich, schlagartig ernüchtert an seinen ehemaligen Beruf als Deutschlehrer am Gymnasium.

Und dann war da noch Putzfrau Rosi Maier, perfekt charakterisiert durch Marianne Mechler, die mit Schlagfertigkeit aus der Schule des Lebens und ihrer gewieften Freundin Elli, alias Lorena Stuhl, nicht nur die komplette Sanierung des Gasthauses auf Gemeindekosten und lebenslange Arbeitsverträge bei der Gemeinde für sich, den Wirt und dessen Freund Willi erwirkte, sondern auch noch zuschauen konnte, wie sich Bürgermeister Schnösel und seine Gemeinderäte selbst verschuldet bis auf die Knochen blamieren.

Ganz sicher nicht blamiert hatte sich die Strouhbischel-Theatergruppe mit Souffleur Markus Breitinger und Souffleuse Stefanie Scheuermann vor ausverkauftem Haus, wie der nicht enden wollende Schlussapplaus bewies. 

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