Leserbrief: Polizeireform kritisch gesehen

CDU: „politisch verordnete amtliche Lobhudelei“

Zum Pressebericht der Polizeidirektion Heilbronn „Bürger hat schnell Kontakt zur Polizei“ vom 09. Januar 2015:

Ein Loblied auf die Polizeireform haben der neue Heilbronner Polizeipräsident Grasmück und sein Stellvertreter Becker gesungen: von einer „deutlichen Qualitätssteigerung“, „einer überwiegend positiven Bilanz“, von „einem Mehrwert für die Bürger“ war die Rede. Wie anders hätte auch die Stellungnahme für die Öffentlichkeit ausfallen sollen, wo doch die beiden Herren ja unmittelbare Nutznießer der Reform sind!
Hätten sie sagen dürfen, dass die Reform „Mist“ oder „mehr Sand im Getriebe ist“? – Äußerungen, die man vom polizeilichen Fußvolk immer mal wieder hört. Die „Häuptlinge“ müssen das natürlich anders sehen, deshalb kommt es zur „politisch verordneten amtlichen Lobhudelei“, wo alles schöngeredet wird.

Für den Neckar-Odenwald-Kreis sieht die Bilanz anders aus. Wenn in Heilbronn konzentriert wird, dann geht in der Fläche naturgemäß etwas – nicht nur Personal, sondern auch Kompetenz – verloren. Dann gibt es Gewinner und Verlierer der Reform; da sollte man sich nichts vormachen!

Der Kommentar der „Heilbronner Stimme“ vom 07.Januar 2014 (!) lautete bezeichnenderweise: „Heilbronn gewinnt“ – wie wahr! Und zum von den beiden o.g. Herren so gelobten Kriminaldauerdienst schrieb die „Heilbronner Stimme“ schon damals: „Bevor ein Heilbronner Beamter in Tauberbischofsheim ist, wäre ein alarmierter Kollege in Rufbereitschaft, der in der Nähe wohnt, in jedem Fall schneller“! Recht hat er! Was für den Main-Tauber-Kreis gilt, gilt genau so für den Neckar-Odenwald-Kreis. Und es gilt auch für den gleichfalls so gelobten zentralen Verkehrsunfalldienst. Auch hier gab es Fälle, wo die Polizei im Landkreis oder die Freiwilligen Feuerwehren zwei Stunden auf die Kollegen aus Heilbronn warten musste. Über die nutzlos vertane Zeit kommt sicher keine Freude auf! Wenn man da etwas tiefer bohren würde und die „Indianer“ so reden könnten, wie sie es in der Praxis erleben, käme noch mehr zum Vorschein! Tatsache ist, dass die Polizei länger unterwegs ist – im Auto zu ihren entfernter liegenden Einsatzgebieten!- aber ist das mehr Bürgernähe?

Ein Buchener Lokalredakteur schrieb sich in seinem Kommentar „Reformbedarf“ vom 28.11.2014 – bisher unwidersprochen – seinen Frust von der Seele über die schludrige Arbeit der polizeilichen Pressestelle in Heilbronn; das muss für die so peinlich gewesen sein, dass sie nicht mal den Versuch einer Gegendarstellung machten!

Die Beispiele machten aber nur deutlich, wie wenig man in der Polizeidirektion Heilbronn den Neckar-Odenwald-Kreis kennt. Man kann daher nur hoffen, dass nicht wie die Journalisten die Polizisten zum falschen Einsatzort geschickt werden mit allen nur denkbaren Folgen!
Daher sollten die hohen Herren im Polizeipräsidium Heilbronn zur Kenntnis nehmen, dass im Neckar-Odenwald-Kreis und anderswo auch künftig die eigene Lobhudelei kritisch hinterfragt wird!

Karl Heinz Neser
Vorsitzender der CDU-Kreistagfraktion

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7 Kommentare

  1. Guten Tag Herr Neser!
    Als Ex-Lehrer sollte Ihnen bekannt sein, dass man Behauptungen auch belegen sollte.

    Wer sagt, dass die Reform Mist ist? Beleidigte Lokalredakteure, die plötzlich nicht mehr von den kleinen Revieren gebauchpinselt werden? Beleidigte Landräte? Ob der Wahlniederlage beleidigte CDU-ler?

    Machen Sie doch mal Butter bei die Fische. Wer kam wo zu spät oder falsch an? Zeit, Ort, Anlass!
    Wer stellt die Reform in Frage? Namen?

    Ansonsten bleibt es eine Polemik, die durch permanente Wiederholung nicht an Wahrheitsgehalt gewinnt.

    Man würde Ihnen ja zuhören, wenn Ihr Leserbrief Substanz hätte. Peinlich.

    • sie wollen den Leserbriefen kritisieren und schreiben hier als anonymus? Was denken sie hat ein Polizeibeamter zu befürchten wenn er die Reform öffentlich kritisiert? weder Gewerkschaft noch Personalrat ist fähig die Misstände öffentlich zu machen! Zumal Internas offiziell nicht an die Presse gegeben werden dürfen. Der Frust an der Basis der Polizei über die Strukturreform ist enorm, aber das interessiert niemanden aus der Führung. Die Polizei wurde aus der Flaeche gezogen und Kräfte in die „Mutterhäuser“ geholt.

  2. Dass man in Heilbronn nicht einmal weiß, dass Aglasterhausen nicht zu Tauberbischofsheim gehört und dann Polizeiberichte wie dieser geschrieben werden, weil man scheinbar schlichtweg überfordert ist^^

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