Notarzt Osterburken ist regelmäßig im Einsatz

Über 250 Einsätze in den ersten sechs Monaten seit Einrichtung des neuen Standortes

PM Notarzt Osterburken 6 Monate

Seit 01. Juli 2014 steht in Osterburken tagsüber ein Notarzt zur Verfügung – bis zum Ende des Jahres wurde er 259-mal alarmiert. (Bild: Genzwürker)

Osterburken. (pm) Seit 01.07.2014 ist in Osterburken der vierte Notarztstandort im Neckar-Odenwald-Kreis in Betrieb. Täglich von 7 bis 19 Uhr kann die Integrierte Leitstelle in Mosbach damit auf einen weiteren Notfallmediziner zugreifen, wenn Notrufe über die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 eingehen. Der Notarztstandort Osterburken wurde auf Beschluss des Bereichsausschusses nach den Empfehlungen eines Gutachtens eingerichtet, um die Einhaltung der gesetzlichen Hilfsfrist von 10 bis maximal 15 Minuten zu erreichen. Aktuell befindet sich der Standort im „Probebetrieb“ bis 30.06.2015. Über den Fortbestand soll im Frühjahr diskutiert werden. Der Rettungswagen in Osterburken ist unverändert rund um die Uhr einsatzbereit.

Die Organisation des Notarztstandortes Osterburken gewährleisten die Neckar-Odenwald-Kliniken gemeinsam mit dem DRK Kreisverband Buchen. Während die Kliniken für die Einteilung qualifizierter Notärzte verantwortlich sind, werden Fahrzeug, Material und Räumlichkeiten vom Roten Kreuz zur Verfügung gestellt.

Unter dem Funkrufnamen 3/80-1 ist der Notarzt im Einsatz, wenn im eigenen Zuständigkeitsbereich während der Dienstzeiten Einsätze gemeldet werden – oder wenn die Notärzte Buchen, Hardheim oder Mosbach bereits unterwegs sind und in diesen Bereichen dringende Hilfe notwendig ist. Auch den Nachbarlandkreisen Heilbronn, Hohenlohe und Main-Tauber steht der Notarzt Osterburken im Rahmen der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit bei Bedarf zur Verfügung.

„Im Gutachten wurden für 1 Jahr 324 Einsätzen tagsüber im Bereich Osterburken kalkuliert“, berichtet Priv.-Doz. Dr. med. Harald Genzwürker, der für die Organisation des Notarztdienstes an den nun drei Standorten der Neckar-Odenwald-Kliniken verantwortlich ist. „In den ersten 6 Monaten wurde der Notarzt Osterburken aber bereits 259-mal alarmiert. Natürlich gibt es auch Tage ohne Einsatz, aber wir hatten umgekehrt schon 3 oder 4 Alarmierungen in einer 12-Stunden-Schicht.“ Mit durchschnittlich 1,6 Einsätzen werde auf jeden Fall belegt, dass hier ein langjähriger Bedarf endlich gedeckt werde. Die personelle Besetzung des neuen Notarztstandortes beschreibt Genzwürker als „erhebliche, aber machbare Herausforderung“, der man sich aber gerne stelle. Zu 96% war der Standort im ersten Halbjahr des Probebetriebs durch Notärzte der Neckar-Odenwald-Kliniken und externe Notfallmediziner besetzt. Ein Problem bei der Besetzung des Standortes ist die Tatsache, dass der Notarzt das Einsatzfahrzeug selbst steuern muss und nicht gemeinsam mit einem Rettungsassistenten ausrückt.

Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des DRK auf der Rettungswache Osterburken. „Sie unterstützen die Notärzte nicht nur bei den gemeinsamen Einsätzen, sondern kümmern sich auch darum, dass das Einsatzfahrzeug mitsamt der medizinischen Ausrüstung regelmäßig gewartet wird und stehen auch sonst als Ansprechpartner für alle möglichen Alltagsprobleme zur Verfügung“, so Genzwürker. Gerade bei einem Standort, der nicht unmittelbar an die Infrastruktur einer Klinik angebunden ist, sei dies eine wichtige Hilfe, ohne die der Einsatzbetrieb nicht so reibungslos funktionieren würde.

Unverändert stellen wie an den anderen Notarztstandorten im Kreis die sogenannten „internistischen Notfälle“ die Hauptgründe für den Einsatz des Notarztes dar, also beispielsweise Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Verletzungen bei der Arbeit, im Haushalt oder beim Sport und Verkehrsunfälle generell – auch im Bereich der Autobahn A81 – machen nur etwa ein Viertel der Einsätze aus. Osterburken und Adelsheim stellen unverändert die Einsatzschwerpunkte dar, aber auch in vielen anderen Gemeinden im Neckar-Odenwald-Kreis und den Nachbarkreisen wurde der Notarzt inzwischen eingesetzt.

An dieser Stelle soll nochmals auf den Unterschied zwischen Notarzt und Kassenärztlichem Bereitschaftsdienst hingewiesen werden: Der Notarzt ist für akute Notfälle und Verletzungen zuständig und wird über die bundeseinheitliche Notrufnummer 112 verständigt. Der Kassenärztliche Notfalldienst stellt die Vertretung der Hausärzte außerhalb der Sprechstunden sicher und ist in Buchen unter 06281/19292 bzw. in Mosbach unter 06261/19292 erreichbar.

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1 Kommentar

  1. Es ist nicht zu verstehen, dass die Kostenträger den notwendigen Notarztstandort in Osterburken noch in Frage stellen. Auch ist es aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar, dass ein Notarzt, der teilweise nicht ortskundig ist, selbständig,also ohne einen Assistenten das Fahrzeug zum Einsatzort bringen muss. Im ländlichen Raum ist es besonders wichtig, dass die notärztliche Versorgung nicht nur an Einsatzzahlen bewertet wird. Wie viel ist uns unsere Gesundheit wert. Nur dem Einsatz durch den leitenden Notarzt des NOK-Kreises Herrn PD Dr. Genzwürker ist es zu verdanken, dass der neue Standort für die Bürger um Osterburken zumindest halbtags zeitnah versorgt werden können. Ich wünsche mir für die nächste Verhandlungsrunde mit den Kostenträger eine Unterstützung durch die Regionalpolitiker für einen 24-Stunden Ausbau des Notarztstandortes Neckarburken und einer zusätzlichen Übernahme der Kosten für einen Rettungsassistenten als Fahrer.

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