Falscher Bischof beschäftigt die Polizei

(Symbolbild)

Bereits in Brasilien als „Kardinal“ aktiv

Heidelberg. (ots)

Heidelberg (ots) – Wegen eines „verwirrt“ wirkenden Mannes wurde in der Nacht zum Montag eine Streife des Polizeireviers Heidelberg-Mitte in die Plöck gerufen.

Gegen 01:30 Uhr hatte ein älterer Mann in Dalmatik und Stola eines der dortigen Pflegeheime betreten, mitgeteilt, dass er Schmerzen in der Brust verspüre und um Verständigung eines Rettungswagens gebeten. Da die medizinische Begutachtung des Seniors im Bischofsgewand ergebnislos verlief, den Sanitätern die ganze Sache dann aber doch etwas „spanisch“ vorkam, rief man die Polizei zu Hilfe.

Auch dieser gegenüber präsentierte der 66-Jährige eine in zunehmendem Maße unglaublich wirkende Geschichte. Unter anderem teilte er mit, dass er als Bischof in Sao Paulo wirke und im Auftrag des Vatikans nach Deutschland gekommen sei. Die mehr als stutzig gewordenen Polizeibeamten ermittelten noch in der Nacht, dass der angebliche Geistliche bereits in Hessen sein Unwesen trieb. Dort war er als falscher Bischof aufgetreten. Er steht zudem in dem Verdacht, mehrere Bibeln gestohlen zu haben.

Auch dieses Mal wurde die Polizei im Gepäck des Mannes fündig: Mehrere „geistliche“ Bücher waren neuwertig und hatten noch Preisschilder auf dem Einband, eine andere Bibel war mit einem Stempel der katholischen Flughafenseelsorge in Frankfurt am Main versehen.

Internetrecherchen förderten zudem zutage, dass der Wohnsitzlose im November letzten Jahres in Brasilien festgenommen und ausgewiesen worden war: Dort hatte er sich als Kardinal aus Deutschland ausgegeben und im Namen Gottes gewirkt.

Gegen den angeblichen Gottesmann ermittelt nun erst einmal eine weltliche Instanz, die Heidelberger Polizei.

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