Migräneerkrankungen nehmen kontinuierlich zu

Jährliche Steigerung im Neckar-Odenwald-Kreis 4,4 Prozent / neue Zahlen der AOK
 
 
 
 
 Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Migräne ist mehr als nur ein Kopfschmerz. Blitze im Kopf, Sehstörungen, Übelkeit gehören zu den Begleiterscheinungen dieser Erkrankung, die sogar als Schwerbehinderung anerkannt ist und an der immer mehr Menschen leiden, wie aktuelle Zahlen der AOK zeigen. Von 2007 bis 2013 hat die Zahl der ärztlichen Behandlungen mit der Diagnose „Migräne“ bei Versicherten der AOK Baden-Württemberg um 21,9 Prozent auf 159.512 zugenommen. 1.300 Fälle mussten stationär behandelt werden. Die Region Rhein-Neckar-Odenwald verzeichnete im vergangenen Jahr mit 15.306 Betroffenen den höchsten Wert aller Regionen im Land. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von 4,4 Prozent hat der Neckar-Odenwald-Kreis (zusammen mit der Stadt Heilbronn und dem Landkreis Schwäbisch Hall) landesweit die höchste Zuwachsrate. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da fast jeder zweite im Südwesten bei der Gesundheitskasse krankenversichert ist.
 
 Die stetige Zunahme während der vergangenen sieben Jahre ist signifikant. Im Neckar-Odenwald-Kreis stieg die Zahl der Migräne-Patienten von 2.342 (im Jahr 2007) über 2.555 (im Jahr 2010) auf 3.028 (2013). Dies entspricht einer jährlichen Steigerungsrate um 4,4 Prozent. „Da viele Menschen bei Kopfschmerzen nicht zum Arzt gehen und Migräne damit nicht erkannt wird, ist die Dunkelziffer der Betroffenen noch wesentlich höher einzuschätzen“, verdeutlicht Lucia Gnant, Vorsitzende der Migräne-Liga Deutschland. Sie und andere Experten schätzen die Zahl der Betroffenen auf zehn Prozent der Bevölkerung.
 Zwei-Drittel der Migräne-Betroffenen sind Frauen, 12 Prozent Kinder und Jugendliche. Nur 30 Prozent lassen sich ärztlich behandeln. Pro Jahr fehlen Patienten wegen Migräne 17 Tage am Arbeitsplatz. Bei der Altersverteilung fällt auf, dass im Alter von 35 bis 45 Jahren die größte Gefahr für Migräneattacken besteht, betroffen sind aber alle Altersstufen.
 
 Genaue Ursachen sind nicht bekannt, jedoch sind Stress und Schlafmangel häufige Auslöser. „Unter der Woche stehen wir unter Strom, am Wochenende ist der Stress weg und die Migräne kommt“, weiß Gnant. Um Migräneanfälle zu verhindern, sollten Betroffene die Auslöser möglichst meiden. Ausdauersport und Entspannungsübungen wirken vorbeugend. Zur Migränebehandlung sollten Patienten sich vom Hausarzt beraten lassen, um die beste Form der Therapie zu finden.
 
 Die AOK Rhein-Neckar-Odenwald unterstützt Migräne-Selbsthilfegruppen. Informationen bietet AOK-Selbsthilfe-Koordinatorin Renate Janssen-Tavhelidse, Telefon 06221 529-5653. Infos im Internet: www.migraeneliga.de.

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