Jugendliche erleben Diakonie vor Ort

Beim Diakonie-Konfirmandentag besuchten über 100 Jugendliche diakonische Einrichtungen

Mosbach. (pm) „Wisst ihr, was ein Flüchtling ist?“, fragt Mohammed Islam die Konfirmanden. Anschließend erzählt er ihnen bei Tee und Keksen, warum er aus seiner Heimat Pakistan fliehen musste, und wie es ist, als Flüchtling mit Misstrauen behandelt zu werden. „Ich möchte zeigen, dass niemand vor uns Flüchtlingen Angst haben muss“, erklärt Mohammed Islam.

Die Unterkunft für Asylbewerber im Haus am Wald der Johannes-Diakonie Mosbach war eine von zehn Stationen beim Diakonie-Konfirmandentag. Über 100 Konfirmanden aus Kirchengemeinden rund um Mosbach waren dabei und konnten vor Ort erleben, was diakonische Arbeit ausmacht. Am Anfang stand eine Andacht in der Johanneskirche. Anschließend besuchten die Jugendlichen in Gruppen verschiedene Einrichtungen. Die Stationen waren über das ganze Stadtgebiet verteilt. Das Diakonische Werk informierten über seine Angebote ebenso wie die Evangelische Sozialstation, das Pfalzgrafenstift und das Seniorenheim Tannenhof. Beim Inklusionsbetrieb „Inputt“ konnten die Jugendlichen auf der dortigen Minigolfanlage selbst den Schläger schwingen und ihre Geschicklichkeit testen.

Die meisten Stationen gab es auf dem Gelände der Johannes-Diakonie, die den Konfirmandentag zum dritten Mal ausrichtete. Auf einem Sinnesparcours wurden, etwa auf einem Barfuß-Pfad oder bei einem Ballspiel für Blinde, Geschicklichkeit und Körpergefühl auf die Probe gestellt. Beim sogenannten Snoezelen genossen die Konfirmanden ungewöhnliche Licht- und Klangerlebnisse. In den Mosbacher Werkstätten für behinderte Menschen legten sie in der Produktion selbst Hand an. In der Johannesberg Schule informierte der Pfarrer der Johannes-Diakonie, Richard Lallathin, über das Schicksal behinderter Menschen im Dritten Reich. Singkreis und Orffgruppe der Johannes-Diakonie luden in der Johanneskirche zum Mitmachen ein.

„Beim Konfirmandentag haben junge Menschen die Gelegenheit, einen Eindruck zu bekommen von christlicher Sozialarbeit“, erklärte Lallathin. Ganz nebenbei könnten sie Kontakte zu Gleichaltrigen aus anderen Kirchengemeinden knüpfen. Und tatsächlich stand am Ende des Tages ein Gemeinschaftserlebnis mit vielen interessanten Eindrücken.

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Beim Ballspiel für Blinde ging es um Geschick und Körpergefühl. (Foto: Andreas Lang)

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