Närrische Rote Brigade gibt alles

Schlotf0214 011

(Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) Sie hatten wieder einmal alles gegeben – die rote Brigade der FG Schlotfeger. Und sie hatten eine Super-Tanz-Revue, bereichert durch ihren „Hoheberch-Zwerch“ auf die Beine gestellt, die eigentlich keine Wünsche offen ließ. Außer vielleicht ein bisschen weniger „Fremde“ in der Prunk- und Fremdensitzung. Denn hier gab es wenigstens einen Punkt, der zwar nicht schlecht war aber in Seggi einfach nicht „wirkte“.

Doch zunächst einmal hatte Sitzungspräsident Christian Schneider alle Mühe, die 23 überwiegend aufwendigen Programmpunkte in einen zeitlich angemessenen Rahmen zu bringen. Das schaffte der geübte Moderator zum einen durch noch schnelleres „babbeln“ und zum zweiten durch effektive Programmgestaltung, was zur Folge hatte, dass die Abordnungen aus Hettingen, Osterburken, Hettigenbeuern, Merchingen, Hainstadt, Götzingen, Zimmern und Großeicholzheim nicht zu Beginn der Sitzung auf die Bühne gerufen wurden, sondern gekonnt den Elferratsposten übernahmen als dieser seinen großen Auftritt vor dem Finale hatte.

Außerdem übernahm Luca Pfeifer vom neu installierten Jung-Fünfer-Rat nach dem beeindruckenden Einzug der Schlotfeger-Aktiven bravourös die Begrüßung und bereitete die Narrenschar im voll besetzten Schlotfegertempel auf sein Debüt beim Kinderfasching vor. Und dann ging es natürlich um das Jahresmotto „Do hebbe mir e neue Stroß, doch des ging ganz schö in die Hos‘. Drum welle mir jetzt uff die Schnelle e neue ohne Bodewelle“. Erste Abhilfe hatte wohl das Abrütteln durch Bürgermeister Ludwig am Schutzigen Donnerstag gebracht, der seither die Arbeit der Bauarbeiter mit noch größerem Respekt betrachtet, doch der „Hoheberch-Zwerch“ Franziska Schmitt brachte es mit seiner Funzel auf den eigentlichen Punkt: „Es gibt nix, was mir net fertig bringe!“

 So sah er auch die Problemlösung beim endlich wieder geöffneten Hallenbad und für das denkmalgeschützte Lamm-Areal schlug „Zwerg Franzi“ vor, ein Dschungelcamp für die Denkmalschützer einzurichten. Das Ungeziefer dort hätte sicher genug Ekel-Potential, um die Bürokraten aus Karlsruhe zur Vernunft bringen zu können. So viel zum Seggemer Ortsgeschehen, das der Hoheberch-Zwerch wie immer souverän und humorvoll präsentierte. Perfekt waren auch die Gardetänze von Mini-, Jugend- und Schlotfeger-Garde, die zackig und mit viel Charme dargeboten, ein sehr langes und intensives Trainingspotenzial bewiesen, das wohl alle Tanzgruppen dieses Abends absolviert hatten.

Schwungvoll, bunt und mit sichtbarer Tanzfreude boten die Zimmerner Fuggschelöcher grandioses Zirkusflair. Ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten entführte die Schautanzgruppe der FG Fideler Aff aus Walldürn und zeigte den Weg vom Tellerwäscher zu Millionär. Die Aichelzer „Goweddls“ waren mit Evils, Superheroes und Gangstas in Show, Breakdance und Schautanz würdig vertreten. Und die Gruppe „Maus“ aus dem gleichen Seggemer Ortsteil glänzte im wahrsten Sinn des Wortes bei ihrem Schwarzlicht-Strichmännchen-Tanz.

Die Heeschter Berkediebe waren vertreten durch Tanzmariechen Shakira Link, das sich als tänzerisch begnadeter Wirbelwind entpuppte, und durch das Männerballett, das mit viel Akrobatik auf eine Reise durch Russland und gleichermaßen in die Welt des harten Dschingis Khan und liebreizender Kalinkas entführte. Unterbrochen waren die Tanzeinlagen durch „The King of Rockn Roll“, alias Simon Amend, der eine wie immer gelungene Playbackshow lieferte, sowie durch die Merchinger „Veteranen Emil und Rud“ (Melanie Schindler und Regina Just), deren Debüt als Gardetrainerinnen nicht nur durch die langsamen Rollatoren, sondern auch durch ihr Tanzschützlinge behindert wurde.

Fotoserie zum Artikel – (Foto: Liane Merkle)

[nggallery id=71]

Etwas Schwung brachten dann drei Tanzmariechen in Szenerie und nach „Anlaufschwierigkeiten“ Maxi Maurer von den Merchinger Brogge, der als kleiner Bruder von Kindergartenpraktikant Nils Gerner sämtliche Lausbubenstreiche ausheckte. Wie es so im „Unikum Baulandklinikum“ abgeht, wußte der Osterburkener Sanitäter Andreas Klump mit ebenso tiefsinnigen wie humorvollen Wortspielen zu berichten, der in seiner Ausbildung immerhin sechs Semester die Oberschwester belegt hatte.

Und als absoluter Kracher entpuppte sich die „Lustige Witwe“ Tamara Belz aus Borke, deren Wasserbett nach der Hochzeit zum Toten Meer erklärt wurde, vor allem nachdem der frisch Angetraute mit ihrem Hochzeitskleid zwei Ster Holz abdecken wollte. Der Schlussteil des Abends stand dann ganz im Zeichen der Schlotfeger-Schautanz-Revue. Die Jugendgarde entführte mit brasilianischer Farben- und Tanzfreude temperamentvoll nach Rio, die Schlotfeger-Garde flog mit eigener Airline professionell über Spanien, Frankreich, Argentinien und USA ins Weltmeister-Deutschland und der Elferrat gab sich ein geniales „Dance-Battle“ zwischen Backstreet Boys, Spice Girls und Kelly Family.

Abschließend luden Elferrat und Garde das stimmungsgeladene Narrenvolk ein zum großen finalen Flash Mob nach Art von Martin Tungevaag und seiner Erfolgssingle „Wicked Wonderland“, bevor der Musikverein Seckach unter Leitung von Martin Hess zum Tanz aufspielte, nachdem er gekonnte die fünfeinhalbstündige Prunk- und Fremdensitzung begleitet hatte.

Die Aktiven der Schlotfeger:

  • Kostüme: Conny Hartl, Ute Schmitt
  • Jung-Fünfer-Rat: Luca Pfeifer, Tim und Tobias Köpfle, Noel Odiari, Nele Ühlein
  • Elferrat: Benedikt Kleine-Limberg, Marco Korger, Andreas Metz, Daniel und  Christian Thomaier, Michael Welz, Arthur Palmer, Alexander Winter, David Ühlein, Christian Hornung, Jens Verhoef, Tobias Aumüller, Florian Kraus Stefan Alter, Christian Schneider.
  • Minigarde: Marlene Egner, Emeliy Motz, Franziska Wachter, Hannah Ditter, Lea und Madlèn Knaus, Jasmin Kohler, Nele und Alea  Hoffert, Jana Alter, Tina Wallisch, Celina Kuss, Vanessa Bucher, Samira Meister, Zoe Hügel.Trainerinnen Selina und Bianca Keller Betreuerinnen Tanja König und Claudia Bucher.
  • Jugendgarde: Luisa und Franka Aumüller, Theresa Haaf, Chiaara Schneider, Selina Keller, Lena-Marie und Tabea König, Charlotte Müller, Sohpia Siebert, Leonie Wachter, Samira Weber, Isabell Henn, Julia Schaffer, Leonie Baumann, Lisa Köhler, Sina-Marie Ühlein. Trainerin Olga Schiffmann und Julia Kirmse, Betreuerin Ines Köhler
  • Schlotfeger-Garde: Lara Binnig Vanessa und Laura Haaf, Carolin Thomeier, Maren Herkel, Olga Schiffmann, Ramona Hawerland, Caraina Heck, Sarah Dziwosz, Tamara und Nicole Schmitt, Carina und Sarah Frank, Lena Asselborn. Trainerinnen Maren Herkel, Sarah Dziwosz, Carina Heck

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: