Amphibienschutzprogramm „Impulse für die Vielfalt“

LUBW und EnBW starten neue Förderrunde

LUBW Gelbbauchunke Bildautor Benny Trapp

Die Gelbbauchunke bewohnt bevorzugt Sekundärlebensräume wie Kiesgruben, Tongruben, Steinbrüche und Truppenübungsplätze und ist hier besonders gut an Klein- und Kleinstgewässer angewiesen, die auch periodisch. (Foto: Benny Trapp)

Karlsruhe. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann den Lebensraum von Frosch, Kröte und Co. verbessern. Wer beispielsweise Laichgewässer für heimische Amphibien neu anlegt, Verstecke für Kröten baut oder sich mit anderen Ideen für die Artenvielfalt in Baden- Württemberg engagiert, kann sein Projekt noch bis zum 20. März 2015 für eine Förderung aus dem Topf des „EnBW-Amphibienschutzprogramm“ einreichen.

In Baden-Württemberg sind 19 der 20 in Deutschland vorkommenden Amphibienarten zu Hause, darunter Kröten, Frösche, Lurche und Salamander. Zwölf von ihnen sind vom Aussterben bedroht, ihr Lebensraum wird immer kleiner. Um den Bestand der Tiere in der Region zu sichern, initiierte die EnBW Energie Baden-Württemberg AG 2011 gemeinsam mit der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg ein Schutzprogramm. Es ist landesweit das erste Programm im Rahmen des 111-Arten-Korbes – einem Programm für besonders gefährdete Tiere – das nicht nur eine einzelne Art, sondern eine ganze Artengruppe fördert. Bisher wurden bereits 58 Schutzprojekte für Amphibien unterstützt.

Artenschutz par exellence zeigt zum Beispiel das Gelbbauchunken-Projekt im Steinbruch Mühlberg bei Eberbach-Rockenau: Hier wird Hangwasser gesammelt und über einen kleinen Graben zwei Tümpeln zugeleitet. Dadurch können sich die Feuerkröten in dem Gebiet in vier zusätzlichen Gewässern aufhalten und fortpflanzen. Die kleine Gelbbauchunken-Population ist die letzte ihrer Art im badischen Teil des Odenwalds und hat sich seit Projektbeginn hervorragend entwickelt. Bei Kontrolluntersuchungen im letzten Jahr beobachteten die Forscher nicht nur über 70 erwachsene Gelbbauchunken, sondern auch zahlreiche Jungtiere der selten gewordenen Art.

Auch der Geburtshelferkröte wurde bei einem Projekt im südlichen Markgräflerland zwischen Efringen-Kirchen und Lörrach erfolgreich unter die Arme gegriffen. In der Nähe vorhandener

Gewässer errichteten Helfer auf einem Sandbett einen Wall aus Kalkstein und Holz und schufen damit wichtige Tagesverstecke. Besonders wichtig für die Froschlurch-art: Laichgewässer in direkter Nähe zu strukturreichem Gelände mit Steinhaufen sowie lückig bewachsene Flächen mit lockerem Substrat.

Mehr Informationen zum EnBW-Amphibienschutzprogramm „Impulse für die Vielfalt“

www.enbw.com/biodiversitaet


www.aktionsplan-biologische-vielfalt.de

LUBW Geburtshelferkröte Bildautor Michael Waitzmann


Bei der Paarung an Land wickeln sich die Männchen der Geburtshelferkröte die Laichschnüre der Weibchen um ihre Hinterbeine. Nach einer Brutfürsorge von zwei bis sechs Wochen trägt das Männchen die Laichschnüre zum Gewässer, um dort die Larven zu entlassen.  (Foto: Michael Waitzmann)

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