Kommandantur, Todesmarsch, Frauen, Befreiung

Vier Veranstaltungen zur Schlussphase des KZ-Komplex Natzweiler

Neckarelz. (pm) Im Frühjahr 1945 stand Nazideutschland vor der Niederlage. Das bedeutete einerseits den Zusammenbruch von Strukturen, andererseits aber auch fanatischen Willen zum Durchhalten.  Das KZ-System Natzweiler mit seinen noch bestehenden 30 Außenlagern  in Baden, Württemberg und Hessen geriet ein zweites Mal in Bewegung. Über 20 000 Menschen, Männer und Frauen wurden zu Fuß und per Zug Richtung Osten getrieben. Sie sollten dem „Feind“ nicht in die Hand fallen.

In der KZ-Gedenkstätte Neckarelz ist noch bis zum 22. März die deutsch-französische Ausstellung „Freiheit – so nah, so fern. Das doppelte Ende des KZ Natzweiler“ zu sehen, welche die Gesamtentwicklung zusammenfasst.  Mehrere Einzelveranstaltungen zu verschiedenen Themen und an verschiedenen Orten ergänzen sie.

Am Montag, den 23. Februar spricht Arno Huth um 19 Uhr  im Kleinen Gemeindesaal  in Guttenbach(Neckargeracher Straße 6 b) zum Thema „Die Kommandantur des KZ Natzweiler am Kriegsende in Guttenbach“. Der stellvertretende Vorsitzende der KZ-Gedenkstätte hat sich intensiv mit dem letzten Kapitel der Geschichte dieses großen Konzentrationslagers befasst; er wurde dafür mit dem „Landespreis für Heimatforschung“ ausgezeichnet.

Am Sonntag, dem 1. März findet in der Gedenkstätte in Neckarelz (Mosbacher Straße 39) um 11 Uhr eine Matinee mit dem Mannheimer Historiker Dr. Peter Koppenhöfer statt. Er porträtiert den SS-Offizier Heinrich Wicker, der im Alter von nur 23 Jahren 1944 Lagerführer der Natzweiler Außenlager Kochem, Mannheim-Sandhofen, Heppenheim und Bensheim wurde und 1945 mehrere Evakuierungsmärsche befehligte, darunter einen aus Neckarelz und den besonders opferreichen Hessentaler Todesmarsch.

Zwei Wochen später, am Sonntag, den 15. März hält Arno Huth in der Ausstellung zum „Doppelten Ende“ im Seminarraum der KZ-Gedenkstätte Neckarelz um 14 und 16 Uhr zwei Kurzvorträge zum Thema „Jüdische Frauen im Lager Neckargerach“. Diese waren auf ihrem Evakuierungsmarsch für eine Woche im KZ  Neckargerach untergekommen und erlebten dort den Bombenangriff vom 22. März 1945 auf das Dorf .

Den Abschluss der Vortragsreihe bildet eine Veranstaltung in Osterburken am Dienstag, den 31. März 2015. Unter dem Titel „Zwischen allen Fronten –  die Befreiung der KZ-Häftlinge des Krankenzuges in Adelsheim/Osterburken an Ostern 1945“ entwirft Arno Huth ein wissenschaftliches Bild der dramatischen Woche zwischen dem 28. März und dem 04. April 1945. Das Schicksal der nicht mehr gehfähigen Häftlinge der Neckarlager im Evakuierungszug ist eine in mehrfacher Hinsicht schwierige Geschichte; sie hat sich ins Gedächtnis der Stadt Osterburken eingeprägt. Der Vortrag findet um 19.30 im Marc-Aurel-Saal des Römermuseums Osterburken statt.

Infos im Internet:

www.kz-denk-neckarelz.de.

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