Mehr Containertransporte auf dem Neckar

Containerschiff in der Schleuse Heilbronn

Containerschiff in der Schleuse Heilbronn. (Foto: pm)

Heidelberg. (pm) „Die Transportbilanz des Neckars im Jahr 2014 an der Zählstelle in Mannheim-Feudenheim ist doppeldeutig“ so die Einschätzung des Leiters des Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg, Jörg Huber. „Auf der einen Seite gibt es einen Boom bei den Containertransporten, die Massengüter haben dagegen auf Grund des Rückgangs der Kohletransporte deutlich verloren.“

Der Neckar verbindet die Industriezentren um Stuttgart und Heilbronn mit dem Rhein und damit mit den internationalen Wasserstraßen. Die Eingangsschleuse des Neckars in Mannheim-Feudenheim passierten 2014 insgesamt 6569 Frachtschiffe.

Die Containerverkehre haben um rd. 27 Prozent dynamisch zugenommen. Der Containerverkehr auf dem Neckar erweist sich damit zunehmend als stabilisierender Faktor. Im Jahr 2014 beförderten 491 Schiffe insgesamt rd. 34.000 TEU (20-Fuß-Äquivalent-Container-Einheiten) und übertrafen damit das bisherige Rekordjahr 2008. Containerverkehre gelten als zukunftssichere Verkehre auf dem Neckar.

Die Massengüter sind um rd. 15 Prozent zurückgegangen. 2014 wurden insgesamt rd. 6,3 Millionen Tonnen befördert. Davon wurden rd. 3,9 Millionen Tonnen nach Baden-Württemberg eingeführt und rd. 2,4 Millionen Tonnen ausgeführt.

Wichtigste Massengüter sind nach wie vor Baustoffe und Salz mit einem Anteil von rd. 37 bzw. 16,5 Prozent des Gesamtaufkommens. Eingebrochen sind dagegen die Kohletransporte, die mit nur noch 865.000 Tonnen rd. 13 Prozent der Transporte ausmachen. Gut stabil entwickelt haben sich Eisen- und Eisenschrott (rd. 10,5 Prozent) sowie Futtermittel- und Getreidetransporte (rd. 8,8 Prozent), die jeweils zum Vorjahr leichte Steigerungen verbuchen konnten. Wichtige Transporte sind zudem chemische Erzeugnisse, Mineralöl und Düngemittel mit einem 10 prozentigen Anteil am Gesamtaufkommen. Dazu kommen noch Stückgut- und Schwerlasttransporte.

Mit 11.570  geschleusten Sportbooten beansprucht die Freizeitschifffahrt auf dem Neckar einen bemerkenswerten Anteil an dem Betrieb auf der Wasserstraße. Die Fahrgastschifffahrt kam auf 2.771 Passagen an der Schleuse Heidelberg. Zudem wurden in Mannheim-Feudenheim 88 Flusskreuzfahrtschiffe gezählt.

Zur Erhaltung der Bundeswasserstraße Neckar wendet der Bund jährlich erhebliche Haushaltsmittel für Unterhaltung, Betrieb und Ersatzmaßnahmen auf. Zu den bedeutendsten Investitionen der nächsten Jahre gehören die Verlängerung der Schleusenkammern zwischen Mannheim und dem Hafen Heilbronn, die Instandsetzungen von Schleusenkammern zwischen Heilbronn und Plochingen sowie der Ersatzneubau von Wehren und der Neubau von Fischaufstiegsanlagen. Bei der Aufgabenerledigung richtet sich das Augenmerk auch auf den Schutz und die Bewahrung des Natur- und Lebensraumes Neckar mit seiner Bedeutung für die Bewohner in den Regionen von der Mündung in Mannheim bis zur Landeshauptstadt Stuttgart und darüber hinaus.

Zu der wirtschaftlichen Relevanz als Verkehrsträger hat der Neckar vor allem eine ökologische Funktion als Lebensraum für Fische und Kleintiere. Das System Schiff-Wasserstraße ist mehr als ein Transportweg: Es steht für Lebensraum, Naherholung, Freizeit und Gewinnung von CO2-neutraler Energie durch Wasserkraftwerke.

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