Jagst: Öko-Katastrophe als Chance Bisher nicht bewertet.

NABU fordert Aufwertung der Jagst über den Status quo hinaus – „Rohdiamant muss geschliffen werden“
 


 Jagst. (pm) „Die Jagst muss bis 2025 in einem besseren ökologischen Zustand sein als vor der Katastrophe“, fordert der Vorsitzende des NABU Baden-Württemberg Andre Baumann. „Einfach nur den Zustand vor dem Unglück wiederherzustellen, reicht nicht aus. Wir sollten die Katastrophe als Chance für Verbesserungen begreifen.“ Die Jagst sei in den vergangenen Wochen immer wieder als „Naturjuwel“ bezeichnet worden. Diesen Anspruch müsse der Fluss jedoch erst noch voll einlösen.
 
 „Es ist richtig, dass die Jagst für baden-württembergische Verhältnisse in einem guten Zustand war. Sie war bislang ein Rohdiamant, der jetzt geschliffen werden muss. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie verlangt Verbesserungen etwa hinsichtlich der Durchgängigkeit – und wir vom NABU tun das auch“, sagte Baumann.
 
 Die vielen Wehre und Querbauwerke zurückzubauen und die Jagst sowie ihre Zuflüsse für Fische und andere Lebewesen durchgängig zu machen, sei dabei zentral und jetzt wichtiger denn je: Damit die durch das Gift fischfreien Abschnitte wieder besiedelt werden, müssen die Tiere wandern können. „Wenn Aale, Hechte und Bachflohkrebse am nächsten Wehr ausgebremst werden, ist das fatal – jetzt noch mehr als sonst“, sagt Baumann.
 
 Eine weitere wichtige Baustelle sei die vollständige Aufklärung des Unglücks. „Mögliche Verstöße gegen Umweltauflagen gilt es selbstverständlich zu ahnden. Wichtig ist zudem, dass das Vorgehen aller Beteiligten überprüft wird – auch das des Landratsamtes Schwäbisch Hall, das zu Beginn der Krise keine gute Figur gemacht hat“, sagt der NABU-Landeschef.

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