LUBW gibt Entwarnung für Fische im Neckar Bisher nicht bewertet.

Ammonium-Schadstofffahne im Neckar angekommen

Am Montagmorgen betrug die aktuelle Ausdehnung der Ammonium-Schadstofffahne mit einem Gehalt über 1 Milligramm pro Liter in der Jagst rund 12 km. Kurz vor der Mündung der Jagst in den Neckar wurden noch maximal 1,4 mg/l NH4_N gemessen (07.09.2015 05:00 Uhr, km 5,5).  Gegen halb Acht traf die Ammonium-Schadstofffahne dann an der Mündung der Jagst im Neckar ein. Die Mitarbeiter der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg verzeichneten um 07:35 Uhr erstmals einen signifikanten Anstieg der Ammonium-Gehalte im Mündungsbereich. Seitdem schwanken die Gehalte um etwa 1 mg/l (Stand bis 15:30 Uhr). Der höchste Wert betrug 1,1 mg/l um 15.30 Uhr. Es wird erwartet, dass dieser Wert noch bis 1,4 mg/l NH4_N (Milligramm pro Liter Ammonium-Stickstoffgehalt) in der Mündung ansteigen wird.

Die aktuell im Unterlauf der Jagst gemessenen maximalen Ammonium-Gehalte betragen somit nur noch rund 10% der noch letzten Montag in der Jagst bei Westernhausen (km 54,2) vorgefundenen Gehalte. 

Seit Montagabend um 20 Uhr wird aus den Stauhaltungen oberhalb der Jagsteinmündung verstärkt Wasser abgelassen. Die Wasserschifffahrtsverwaltung (WSV) hat in den vergangenen Tagen in den Stauhaltungen von Gundelsheim bis Deizisau den Neckar aufgestaut, damit nun der Neckarabfluss künstlich erhöht werden kann. Die Maßnahme soll über rund 12 Stunden anhalten, sodass der Abfluss des Neckars bei dem verfügbaren Volumen um etwa 9 m³/s (etwa 25%) erhöht werden kann. Zeitpunkt und Abflusszugabe werden durch die LUBW koordiniert, um möglichst effektiv die bereits jetzt deutlich abgeflachte Konzentrationsspitze zu kappen.

Bei den derzeitigen Abflussverhältnissen wird die Schadstofffahne im Neckar dann etwa um den Faktor 10 verdünnt. Die Sauerstoffgehalte des Neckars sind derzeit stabil und werden durch den Ammonium-Eintrag nicht bedeutend absinken. Nachhaltige Wirkungen der Schadstofffahne auf die Fauna und Flora des Neckars sind somit nicht zu erwarten.

Das LUBW-Messschiff Max Honsell ist seit Donnerstag, den 04.09.2014 am Neckar gegenüber der Jagst-Mündung postiert. Seitdem werden regelmäßige Kontroll-Messungen zur Ammonium-Belastung der Jagst an der Mündung zum Neckar durchgeführt. Derzeit finden diese tagsüber im Ein- bis Zweistundentakt statt. Ergänzend wird der Neckar im Querprofil an ausgewählten Stellen untersucht. Mithilfe der Messsonde an Bord der Max Honsell kann der Ammonium-Stickstoffgehalt (NH4_N) im Fluss kontinuierlich analysiert werden. 

Der in die Jagst gelangte ammoniumhaltige Dünger löst sich im Wasser auf und setzt dabei Ammonium und Ammoniak frei. In Abhängigkeit vom pH-Wert und der Temperatur besteht ein Gleichgewicht zwischen den beiden Stoffen. Für die Fischgiftigkeit ist der Ammoniak verantwortlich. Länger andauernde Ammoniakkonzentrationen (mehrere Stunden und länger) von 0,1 bis 0,2 mg/l können für Fische tödlich sein, nur kurzfristig können höhere Werte bis 0,4 mg/l überstanden werden.
In der Jagst sanken in der letzten Woche die korrespondierenden Ammoniakgehalte von sehr kritischen 0,47 mg/l NH3 auf nunmehr noch 0,05 mg/l NH3 ab. Damit liegen die Ammoniakgehalte im gesamten Jagstverlauf unterhalb der für Fische akut toxischen Werte. Auch der Sauerstoffgehalt der Jagst konnte durch die vielfältigen Belüftungsmaßnahmen stabilisiert werden und lag in den letzten Tagen durchweg im guten Bereich. Allerdings wird im Zusammenhang mit dem Düngereintrag durch die Vor-Ort Tätigen von einem starken Algenwachstum in der Jagst berichtet. 

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