Gemeinschaftsunterkunft in Königshofen wird belegt

Am Freitag werden 42 Menschen vor allem aus Syrien erwartet

Königshofen. (pm) Das Landratsamt Main-Tauber-Kreis hat eine neue Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber in Königshofen fertig gestellt. In einer Wohncontaineranlage an der Ganghoferstraße wurden 42 Plätze eingerichtet. Diese werden am Freitag, 11. September, belegt. Die künftigen Bewohner kommen vor allem aus Syrien und waren zuletzt in einer der Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes untergebracht. Es handelt sich um männliche Einzelpersonen.

Damit wird im Main-Tauber-Kreis zum ersten Mal eine Gemeinschaftsunterkunft in Betrieb genommen, die in einer Wohncontaineranlage anstatt in einem festen Gebäude untergebracht ist. Die eingeschossige Anlage wurde zunächst für zwei Jahre gemietet. Sie bietet 21 Doppelzimmer sowie Duschen und Toiletten, eine Gemeinschaftsküche und einen Aufenthaltsraum. Der Standort in Königshofen wird den Vorgaben des Flüchtlingsaufnahmegesetzes in idealer Weise gerecht. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass in fußläufiger Entfernung zu den Gemeinschaftsunterkünften die notwendigen Infrastruktureinrichtungen wie Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen und ÖPNV-Anschluss verfügbar sein müssen. Die Anwohner wurden bei einer öffentlichen Veranstaltung in der Schulturnhalle in Königshofen bereits umfassend informiert. Die künftigen Bewohner werden durch Fachkräfte des Landratsamtes professionell sozial betreut, auch ein Hausmeisterdienst ist vorhanden. Darüber hinaus hofft die Landkreisverwaltung, dass sich auch in Königshofen ehrenamtliche Helfer ergänzend in die Betreuung einbringen werden und die Einwohner die neuen Mitbürger positiv aufnehmen.

Derzeit streben so viele Flüchtlinge in die Europäische Union und nach Deutschland wie noch nie zuvor. In Baden-Württemberg sind alle Land- und Stadtkreise gesetzlich verpflichtet, nach einem Berechnungsschlüssel Menschen aufzunehmen und in Gemeinschaftsunterkünften zu versorgen. Für 2015 geht die Kreisverwaltung nach neuesten Prognosen davon aus, dass bis zu 1400 Menschen aufgenommen werden müssen. Das wären vier Mal so viele wie noch im Jahr 2014.

Dementsprechend fieberhaft bereitet die Landkreisverwaltung weitere Unterbringungsmöglichkeiten vor. Aktuell stehen rund 670 Plätze in Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim, Külsheim und Lauda-Königshofen zur Verfügung. Im September und Oktober sollen weitere Wohncontainer in Assamstadt, Lauda und Weikersheim sowie feste Unterkünfte in Gerlachsheim und Boxberg belegt werden. Für weitere Wohncontainer werden aktuell Standorte gesucht, vorrangig in den größeren Gemeinden, in denen es bisher noch keine Gemeinschaftsunterkunft gibt. Mittelfristig ist damit zu rechnen, dass in allen Städten und Gemeinden des Landkreises Gemeinschaftsunterkünfte eingerichtet werden. Ausgenommen hiervon ist lediglich Wertheim, weil hier voraussichtlich ab Mitte Oktober eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Baden-Württemberg für Flüchtlinge eingerichtet wird. lra

 

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