Breitenbronn: Aus Gülle wird Energie

Breitenbronn: (pm) Spaziergänger, Radfahrer oder auch Schulklassen können sich künftig in Breitenbronn über Landwirtschaft und Bioenergie informieren. Ende Juli wurde dafür neben der Kleinbiogasanlage von Familie Brenner eine Infotafel der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) aufgestellt. Auf der Infotafel wird erklärt, wie aus Gülle und Mist Energie produziert wird. Aglasterhausens Bürgermeisterin Sabine Schweiger freut sich über das Engagement. „Ich finde es wichtig, dass wir den Bürgerinnen und Bürgern die Entwicklungen in der Landwirtschaft erklären.“

Die Kleinbiogasanlage der Familie Brenner ging Ende 2013 in Betrieb und war die erste ihrer Art in der Region. Die Anlage zeichnet sich besonders durch die effiziente Nutzung der vorhandenen Stoffströme aus. Die rund 340 hofeigenen Kühe und Kälber liefern die Gülle und den Mist mit dem die Anlage versorgt wird. „Wir können so auf den zusätzlichen Anbau von Energiepflanzen komplett verzichten und benötigen deshalb auch keine zusätzlichen Flächen für die Anlage“, erklärt Landwirt Erhard Brenner.

Kleinbiogasanlagen bieten vor allem für kleine und mittlere Landwirtschaftsbetriebe eine sehr sinnvolle Ergänzung. Wenn Gülle und Mist die Anlage durchlaufen haben, sind sie nicht nur fast frei von Methan, sondern auch im Vergleich zur „Rohgülle“ um über 80 Prozent geruchsärmer. Somit verbessern Kleinbiogasanlagen die Ökobilanz von landwirtschaftlichen Betrieben erheblich. Während der „grüne Strom“ direkt in das öffentliche Netz eingespeist wird, werden mit der anfallenden Wärme Hackschnitzel getrocknet und das Wohnhaus beheizt.

Die Kleinbiogasanlage in Breitenbronn gilt als Vorzeigeprojekt in der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber. Gerade deshalb sei es wichtig gewesen, mit einer Infotafel das Projekt der Öffentlichkeit zu erklären und noch bekannter zu machen, so H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm. „Wir wünschen uns, dass das Projekt viele Nachahmer findet“. Deshalb habe man gerne die Infotafel konzipiert und mit den Bundesfördermitteln der Bioenergie-Region finanziert.

Gerade im Hinblick auf die Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) im August 2014, nach der Biogasanlagen künftig nur noch eine finanziell ausreichende Förderung erhalten, wenn die Anlagen größtenteils Rest- und Abfallstoffe als Substrat nutzen, werden Kleinbiogasanlagen (bis 75 kW)  in der Zukunft eine zentrale Rolle spielen.

2015 09 16 Kleinbiogasanlage Breitenbronn informiert

Große Freude über das neue Infoschild an der Kleinbiogasanlage in Breitenbronn: Familie Brenner, H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm (Mitte) und Aglasterhausens Bürgermeisterin Sabine Schweiger (rechts). (Foto: pm)

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