„Metropolregion ist bei uns angekommen“

Deutliche Kritik an Flüchtlingsverteilung im Land
 „Neckar-Odenwald-Kreis in der Metropolregion angekommen“

 
 
 
 Walldürn. (pm) Über die Arbeit der Frankenlandschule Walldürn informierte sich die CDU-Kreistagsfraktion bei ihrer letzten Fraktionssitzung. Oberstudiendirektorin Felizitas Zürn machte deutlich, dass die Schule innovativ dem Abwärtstrend durch die demographische Entwicklung gegensteuert.
 So sei das Wirtschaftsgymnasium mit der Internationalisierung (internationale Wirtschaft, Auslandsaufenthalten, E-Twinning, Comeniusprojekt), der Berufsorientierung ( Praktikum, Wahlbereiche Wirtschaftsinformatik und Finanzmanagement) und der Zukunftsorientierung (Tabletklasse im nächsten Schuljahr, Planspiele, Börsenspiel) gut aufgestellt. Die Berufskollegs sind durch eine Übungs- und Juniorfirma praxisorientiert; zudem lernten die Schüler Eigenverantwortung und solidarisches Handeln. An der Berufsfachschule wird Geographie bilingual unterrichtet, ebenso verstärke man den naturwissenschaftlichen Unterricht; Multimedia und Übungsfirma werden eingesetzt. In der kaufmännischen Berufsschule findet ein dreiwöchiges Betriebspraktikum in England statt; zudem besteht die Möglichkeit des Erwerbs der Fachhochschulreife im zweijährigen Abendunterricht.
 Die Integration von Migranten im Berufsschulalltag ist eine neue Herausforderung, der man sich stellt. Seit diesem Schuljahr gibt es zwei Vorbereitungsklassen für berufschulpflichtige Flüchtlinge; von denen ein Teil englisch oder französisch und der andere nur die Muttersprache spricht. „Die Lehrer machen das aus Verantwortung, obwohl sie einmal ganz andere Fächer studiert haben“. Über Schülerpatenschaften wolle man die Flüchtlinge unterstützen.
 
 In der Fraktionssitzung wies Vorsitzender Karl Heinz Neser einleitend auf das zehnjährige Bestehen der Metropolregion Rhein-Neckar hin: „Unser Landkreis ist darin gut aufgehoben und die Metropolregion ist bei uns angekommen“. Die CDU-Kreistagsfraktion habe diesen Weg vor über 15 Jahren mit ihrem Antrag, dem Raumordnungsverband Rhein-Neckar beizutreten, diesen Weg geebnet.
 
 Neben den Themen der Kreistagssitzung war das Thema Flüchtlinge das beherrschende Thema der Sitzung, zumal nach Auffassung der CDU-Fraktion die Gemeinde Hardheim mit 650 Flüchtlingen in der BEA überlastet wäre. Auch wenn Grün-Rot im Land und Landkreis „hypernervös“ , so Neser, auf Kritik reagiere, müssten doch einige Dinge offen angesprochen werden: So sei die Regierung buchstäblich „abgetaucht“ und lasse sich durch „nachgeordnete Beamte“ vor Ort vertreten; offenbar komme man nur, wenn es Gutes zu verkünden gibt. Die Integrationsministerin Oney (SPD) sei inzwischen „kaltgestellt“ und spiele nach ihrem verheerenden Auftritt in Heidelberg wohl nur noch eine „Nullnummer“.
 
 Auch die Verteilung der Flüchtlinge im Land sei nicht nachvollziehbar. So nehme der Regierungsbezirk Karlsruhe mit 60 Prozent mehr als die drei anderen Regierungsbezirke auf. Man müsse da schon fragen, ob parteipolitische Rücksichten auf die grüne Regierungspräsidentin in Südbaden genommen werden, das bislang noch wenige Flüchtlinge aufgenommen hat. Und eine Kaserne habe nicht nur Hardheim, sondern auch Stuttgart; „aber dort gibt es aber einen grünen Oberbürgermeister!“
 Aus der Bevölkerung wurde an die Fraktion die Unterbesetzung mit Landesbeamten am Tag der Ankunft der Flüchtlinge herangetragen: „Die Namen der Flüchtlinge wurden von den Helfern des Roten Kreuzes aufgeschrieben und dann von den Mitarbeitern der privaten Betreiberfirma auf die Zimmer verteilt. Der einzige anwesende Beamte des Regierungspräsidium wäre nie in der Lage gewesen, das auch nur annähernd zu leisten! Von einer Registrierung und Sicherheitsüberprüfung könne da keine Rede sein; wie man höre, sei das nach fast 14 Tagen noch immer nicht geschehen.
 
 Die CDU-Fraktion dankte den vielen ehrenamtlichen Helfern, aber auch dem Landratsamt, das rund um die Uhr im Einsatz ist, obwohl die Flüchtlingsunterbringung eigentlich Sache des Landes ist.

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