Flüchtlinge werden in Heidelberg erfasst

Zuständiges Bundesamt nicht in Wertheim vertreten

Wertheim. (pm) Nach dem derzeitigen Stand wird das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das die Asylanträge entgegennimmt und bearbeitet, nicht in der Landeserstaufnahmeeinrichtung am Reinhardshof vertreten sein. Das sagte Regierungspräsident Johannes Schmalzl bei der Informationsveranstaltung am Dienstagabend. Wolf-Dieter Hammann, Ministerialdirektor im Integrationsministerium, erklärte, möglichst viele Flüchtlinge sollten nach den aktuellen Planungen des Landes, zentral in Heidelberg registriert, erkennungsdienstlich behandelt und ärztlich untersucht werden. Dies bedinge zwar einen erhöhten Reiseverkehr. „Trotzdem wollen wir es versuchen, auch der Not geschuldet.“

Einblicke in die Arbeit in der LEA gab Dagmar Driewer, die kommissarische Leiterin. Zunächst aber lobte sie die Stadtverwaltung, die sie in allen Bereichen sehr stark unterstütze, Feuerwehr, DRK, THW, Polizei und Bundeswehr „und selbstverständlich alle Ehrenamtlichen“.

Zur Seite stünden ihr derzeit ein Mitarbeiter der Autobahnmeisterei und drei Personen, die zuvor in der Verwaltung der Polizeiakademie beschäftigt gewesen seien. Auf dem Gelände der LEA, so Driewer, wurde ein Gebäude abgerissen, an dessen Stelle die Küche und der Speisesaal errichtet werden sollen. Der die LEA umgebende Zaun solle im Eingangsbereich nach vorne versetzt und ein Container für den Sicherheitsdienst aufgestellt werden, der bislang in einem Bauwagen und einem Zelt seine Kontrollaufgaben verrichte. Auch im Verwaltungsgebäude werde gearbeitet „und im Moment sehr viel hin- und hergeräumt“. Insgesamt sah Dagmar Driewer „uns auf einem sehr, sehr guten Weg zum Aufbau einer Lea“. Vor allem „wir haben eine gute Stimmung auf dem Gelände, es herrscht eine tolle Atmosphäre“.

Petra Gänsler vom Dienstleister European Homecare berichtete, man arbeite mit Hochdruck an der Einstellung des notwendigen Personals. Derzeit habe man sechs Sozialbetreuer vor Ort, zwei Krankenschwestern und einen Pfleger und ab Donnerstag auch einen Arzt. Weitere Vorstellungsgespräche, auch für die Position des Leiters oder der Leiterin der EHC am Reinhardshof liefen. Wolfgang Pempe, Geschäftsführer des Diakonischen Werks im Main-Tauber-Kreis und später Birte Vehrs, Bereichsleiterin Beratung beim Caritasverband im Tauberkreis erläuterten den Stand der Dinge in den Bereichen, um die sich die Wohlfahrtsverbände kümmern.

Zu Wort kam in der Informationsveranstaltung auch Polizeivizepräsident Hans Becker vom Polizeipräsidium Heilbronn, der unter anderem über den Stand der Ermittlungen nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf die Turnhalle berichtete. Seinen ersten Auftritt in Wertheim hatte schließlich Karl-Heinz Wolfsturm, der als Ombudsmann der Landesregierung bei Bedarf zwischen Flüchtlingen, Ehrenamtlichen, Nachbarn von Einrichtungen und der Politik vermitteln soll.

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(Foto: pm)

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