Seckach: Umfangreiche Tagesordnung im Gemeinderat

Bahnhof soll umfangreich saniert werden – Zimmern soll attraktiver werden – Gruppenkläranlage Schefflenztal wird modernisiert

Seckach. (lm) Das Bahnhofgebäude in Seckach soll nach den Planungen der Gemeindeverwaltung und insbesondere des Gemeinderates einer Grundsanierung unterzogen werden. Ob man dies allerdings aufgrund der vom Architekturbüro Stetter ermittelten Gesamtkosten in Höhe von 1.882.000 Euro im Gemeindehaushalt mit einem verbleibenden Eigenanteil von 922.180 Euro stemmen kann, wird sich erst noch zeigen müssen. Im Fokus steht hierbei vor allem der begrenzt zur Verfügung stehende Förderrahmen durch das Land Baden-Württemberg in Höhe von 959.820 Euro und weitere angemeldete Maßnahmen aus dem privaten Bereich, was dann im den nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung beraten wurde. Die Grundsanierung des Bahnhofes steht im Zusammenhang mit der Durchführung der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme „Ortsmitte Seckach II“ im Rahmen des Landessanierungsprogrammes.

Vorgabe an das Architekturbüro zur Ermittlung der Kosten war in erster Linie eine sinnvolle barrierefreie Erschließungsmöglichkeit des Bahnhofgebäudes und eine Aufschlüsselung von Gewerken, so dass auch nur Teilbereiche des Gebäudes saniert werden könnten. Architekt Hans-Jürgen Stetter stellte seine Untersuchungen des Bestands und die möglichen Grundplanungen zu einem Wartebereich mit öffentlichen Toiletten und Bistro/Backshop in Gleishöhe vor. Der Stock darüber soll wieder eine großzügigere Aufteilung erhalten mit besseren Zugangsmöglichkeiten. Der erste Bauabschnitt sollte Dach, Fenster und Fassaden beinhalten, danach käme der öffentlich nutzbare Bereich an die Reihe und dann der Backshop usw.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung unter Vorsitz von Bürgermeister Thomas Ludwig ging es um die geplante Wohnattraktivitätssteigerung im Innerortsbereich von Zimmern. Hierbei war bereits das Büro Bruno Kuck aus Mosbach von der Gemeindeverwaltung beauftragt worden, alle Grundstückseigentümer zu informieren und eine Zielvorstellung für eine Bodenneuordnung im Quartier Brückenstraße – Banngasse als zweiten Bauabschnitt zu ermitteln. Zahlreiche Leerstände von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sowie mangelnde Unterhaltung ungenutzter Nebengebäude zeigten dabei eine rückständige Wohnqualität in dieser Kernzone. Wie Barbara Schmitt vom Bauamt erläuterte, habe man die Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum für den aktuell in der Planung befindlichen zweiten Abschnitt sofort gestellt, nachdem der erste Bauabschnitt mit Dorfplatz, Dorftreff „Am Lindenbaum“ und der kleineren Platzgestaltung in der Banngasse fertiggestellt war.

Sollte die Förderung für diese „kleine Sanierung“ in Höhe von 64.230 Euro durch das Land bis Frühjahr 2016 bewilligt werden, würden die für die Gemeinde verbleibenden finanziellen Aufwendungen von 126.860 Euro in den Haushaltplänen 2016 und 2017 aufgenommen werden. Unter dieser Voraussetzung stimmte der Gemeinderat den Inhalten der 200.000 Euro-Maßnahme in Zimmern zu.

Der Abwasserzweckverband „Gruppenkläranlage Schefflenztal“ wird seine Gruppenkläranlage einer grundlegenden Modernisierung unterziehen. Die unterhalb der Ortslage Allfeld gelegene Sammelkläranlage wurde Anfang der 70er Jahre gebaut und bekommt ebenfalls seit Ende der 70er Jahre auch das Abwasser des Seckacher Ortsteils Großeicholzheim zugeführt. Für die Gemeinde Seckach bedeutet dies, dass man sich nach Abzug der Fördergelder mit 25.757 Euro (In den Jahren 2016 und 2017) an dieser 1.285.000 Euro teuren Maßnahme beteiligen muss und wird. Der Gemeinderat nahm dies zustimmend zur Kenntnis.

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Gleiches gilt für die Erweiterung und Modernisierung der Kläranlage Roigheim. Der vor 50 Jahren gegründete Zweckverband „Gruppenkläranlage Seckachtal“ betreibt seit Ende der 60er Jahre unterhalb der Ortslage Roigheim sein Klärwerk, welches für die Behandlung der Abwässer folgender Kommunen zuständig ist: Adelsheim (ohne Leibenstadt), Osterburken (ohne Bofsheim), Roigheim und Seckach (nur Zimmern). Für diese Gesamtmaßnahme wird mit Investitionskosten von 13,8 Mio. Euro gerechnet. Nach Abzug der Landesförderung verbleibt für den Verband ein zu entrichtender Eigenanteil in Höhe von 7,447 Mio. Euro, die durch entsprechende Kreditaufnahmen vorfinanziert werden sollen. Der Anteil der Gemeinde Seckach an den Verbandsumlagen beträgt zurzeit 2,95 Prozent.

Abschließend der umfangreichen Tagesordnung beschloss der Gemeinderat auf Empfehlung von Kämmerer André Kordmann noch die Bildung von sogenannten Haushaltsresten – nicht verbrauchte Haushaltsmittel – aus dem Rechnungsjahr 2014 in folgender Höhe: Haushaltsausgabereste Verwaltungshaushalt 90.700 Euro, aus dem Vermögenshaushalt 1.751.700 Euro und Haushaltseinnahmereste im Vermögenshaushalt 1.158.800 Euro. Wie Bürgermeister Ludwig abschließend bekannt gab, fördert der Gemeindeausgleichsstock die Sanierung der Seckachtalschule mit 888.000 Euro

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(Foto: Liane Merkle)

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