Sozialer Kitt für alternde Gesellschaft

Geschäftsführerin des Betreuungsvereins Neckar-Odenwald-Kreis unterstreicht wertvolle Arbeit der über 240 ehrenamtlichen gesetzlichen Betreuer

Mosbach. „Ohne Ehrenamtliche wäre es nicht möglich, rund 3.100 Menschen gesetzlich zu betreuen. Deshalb ist ihre Arbeit für den Betreuungsverein Neckar-Odenwald-Kreis unendlich wertvoll“, sagt die Geschäftsführerin des Vereins Bärbel Juchler-Heinrich mit Blick auf aktuell über 240 ehrenamtliche gesetzliche Betreuer in Kreis.

Jeder dieser Engagierten, so unterstreicht Juchler-Heinrich, übernehme parallel zu oder nach Ende des Berufslebens eine ganz besondere Verantwortung für Menschen, die aufgrund einer Krankheit oder Behinderung ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. Ihre Aufgaben sind dabei, je nach übernommenem Fall, ganz unterschiedlich: Sie kümmern sich um finanzielle Verhältnisse oder Erbschaftsangelegenheiten genauso wie um gesundheitliche Probleme oder einen nicht mehr vermeidbaren Umzug in ein Pflegeheim. Dabei sind Einfühlungsvermögen und ein gesunder Menschenverstand eine wichtige Voraussetzung, um die Aufgabe gut zu bewältigen, erklärt Juchler-Heinrich. Spezielle rechtliche oder finanzielle Fachkenntnisse ermöglichen dem Betreuer die Übernahme schwieriger Fälle, für die sonst eher hauptamtliche Kräfte verpflichtet werden. Voraussetzung seien solche Kenntnisse aber nicht. Zudem schule der Betreuungsverein seine ehrenamtlichen Mitarbeiter intensiv und begleite diese nach Übernahme der Fälle. „Auch wenn Betreuer in ihren Entscheidungen unabhängig sind, lassen wir sie auf keinen Fall allein, sondern begleiten diese über die ganze Zeit der Betreuung“, so die Diplom-Pädagogin.

Der Rahmen des Betreuungsvereins war dabei für viele der ehrenamtlichen Betreuer ein Argument, sich auf die Aufgabe des Betreuers zu konzentrieren. So ging es auch einem der erfahrensten Betreuer im Kreis, dem Mosbacher Bernd Neff: „Schon ab der ersten Schulungsveranstaltung fühlte ich mich wohl und habe mit großer Freude andere engagierte Ehrenamtliche kennengelernt.“ Auch das Wissen, dass es Betreuungen in ganz unterschiedlichen Abstufungen und Schwierigkeitsgraden gebe, habe ihm die Sicherheit gegeben, zunächst auf dem Niveau anfangen zu können, das er sich zugetraut habe.

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„Jeder Fall ist anders und immer wieder eine spannende Herausforderung. Denn klar ist, dass man den zu betreuenden Menschen nicht bevormunden kann. Man muss mit ihm sprechen, seine Wünsche verstehen und diese, wenn möglich, umsetzen“, sagt der pensionierte Diplom-Bundesbankbetriebswirt Neff, der inzwischen seit fast 10 Jahren Betreuungen übernimmt.

Juchler-Heinrich ist froh, dass sie auf so viele Betreuer im Neckar-Odenwald-Kreis zurückgreifen kann: „Diese ehrenamtliche Arbeit wird dringend benötigt. Sie ist der soziale Kitt für eine alternde und zunehmend anonyme Gesellschaft mit vielen Menschen, die sonst niemand mehr haben.“

Hintergrundinformation:

Im Neckar-Odenwald-Kreis übernehmen Ehrenamtliche, also Familienangehörige oder über den Betreuungsverein vermittelte Betreuer, rund 70 Prozent aller Fälle. Sie erhalten dafür 399 Euro im Jahr als Aufwandsentschädigung und sind über das Land Baden-Württemberg versichert. Die übrigen Fälle übernehmen aufgrund ihrer Komplexität Berufsbetreuer. Interessierte können sich über die Tätigkeit als ehrenamtlicher Betreuer unverbindlich unter 06261 84 2520 oder betreuungsverein@neckar-odenwald-kreis.de  informieren. Der Betreuungsverein Neckar-Odenwald-Kreis wurde 1992 auf Initiative der Kreisverwaltung gegründet. Vereinsvorsitzender ist Landrat Dr. Achim Brötel.

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 (Foto: pm)

© www.NOKZEIT.de




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