Siedlerverein Seckach erhöht Beitrag

Seckach. (lm) Nicht ganz einfach gestaltet sich die Aufgabe des Landesverbandes Wohneigentum, seinen Ortvereinen die kürzlich beschlossenen Beitragserhöhungen begreiflich zu machen – die in der Verbandssitzung anscheinend ohne große Diskussionen durchgegangen sind.

So hatte auch Landesgeschäftsführer Axel Ackermann dieses zweifelhafte Vergnügen an seinem letzten Arbeitstag vor dem Ruhestand im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des VWS im Sportheim des SV Seckach, wo er vor einigen Jahrzehnten seine Arbeit im Landesverband auch aufgenommen hatte.

Gemeinschaftsleiter Michael Scherer hatte diese Sitzung einberufen, um die Meinung der Mitglieder für die Gestaltung der Vereinszukunft einzuholen. Leider war die Resonanz nicht ganz so erfolgreich wie er sich das gewünscht hatte, doch den Großteil seiner Vorstandschaft konnte er ebenso begrüßen wie 20 Mitglieder, Landesgeschäftsführer Axel Ackermann, Kreisverbandsvorsitzenden Peter Sitte sowie Bürgermeister Thomas Ludwig.

Den Ausführungen von Kassenwart Michael Schäfer war zu entnehmen, dass der Ortsverband von 2011 bis 2014 und wie sich schon jetzt abzeichnet – auch 2015 – ein jährliches Defizit von rd. 400 bis 700 Euro zu verzeichnen hat. Michael Scherer dokumentierte die umfangreichen Leistungen des Ortsverband mit den arbeitsintensiven, aber wenig erfolgreichen Infoveranstaltungen und Ausflügen, den mittelmäßig genutzten Leihgeräten und den sehr erfolgreichen Aktionen im Sommerferienprogramm und bei der ersten Streuobstsammlung sowie den gut angenommenen Koch- und Schnittkursen u.v.m.

Axel Ackermann folgte mit dem „Werbeblock“ für die Leistungen des Landesverbandes, der einen jährlichen Leistungskatalog von 500 Euro anbiete, wenn die Ortsverbände alles nutzen würden. Dazu gehören neben der Bauherrenversicherung alle Rechtsauskünfte, Versicherungen und Schutzangebote, der Freistellungsbescheid für Geldinstitute, die Überprüfung von Kreditverträgen, Schulungen, einen eigenen Internetauftritt für jeden Ortsverein mit E-Mail-Adressen sowie Urkunden, Nadeln und Broschen bei Ehrungen und Kopien. Ackermann meinte außerdem: „Wir müssen uns vom gemeinnützigen Verein zum Sprachrohr für den Wohneigentümer entwickeln“. Und genau das koste Geld, denn dazu gehöre neben Servicezentren für Rechtsberatungen und Schulungen, wie kürzlich ein in Buchen eröffnetes, auch ein Netzwerk an Rechtsanwälten, Bauexperten und Sachverständigen.

Man sei sich durchaus der Situation in den örtlichen Vereinen bewusst und wolle sich dafür einsetzen, dass das Ehrenamt gefördert und gestärkt werde. Dennoch wisse man, dass man mit der Beitragserhöhung von 6 Euro zum 1.1.2016 und weiteren 6 Euro zum 1.1.2018 einige Mitglieder verlieren werde.

Die Diskussionen waren von beiden Seiten ebenso ehrlich wie sachlich und verständnisvoll. Doch kamen die Mitglieder an diesem Abend nicht um eine Entscheidung herum. Und die setzte mit nur drei Gegenstimmen fest, dass zum 1. Januar 2016 der Jahresbeitrag für Vollmitglieder in Seckach von 30 auf 37 Euro ansteigt, wobei 30 Euro an den Landesverband weiter geleitet werden. Die reinen Fördermitglieder, die keine Leistungen des Landesverbandes in Anspruch nehmen wollen sind künftig mit 15 Euro dabei (bisher 8 Euro). Ab dem 1. Januar 2018 wird man dann wie der Landesverband noch einmal 6 Euro bei Vollmitgliedern (2 Gegenstimmen) und 5 Euro bei Fördermitgliedern erhöhen. Mit diesem zufriedenstellenden Ergebnis schloss Gemeinschaftsleiter Scherer nach einigen interessanten Anregungen von Axel Ackermann und Peter Sitte für weiteres Vorgehen die außerordentliche Mitgliederversammlung und leitete zum gemütlichen Teil  und noch einigen Diskussionen über. 

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