Mudau: „Wer abnehmen will muss essen“

Mudau: „Wer abnehmen will muss essen“

Mudau. (lm) „Ich ess doch schon so wenig und nehme trotzdem nicht ab“ – eine Aussage, die Ernährungswissenschaftlerin Christina Steinbach schon oft gehört hat. Dass dies keine „faule Ausrede“ ist, bewies sie auch überaus eindrücklich mit ihrem Referat „Wer abnehmen will muss essen“, das sie auf Einladung von Christa Scheuermann als Vorsitzende der Mudauer Landfrauen zu Gehör brachte.

Den BMI stellte sie nicht in den Vordergrund, jedoch nicht unwichtig sei die grundsätzliche Frage „Sind sie ein Apfel- oder ein Birnentyp?“ Denn gerade das Bauchfett, das den Apfeltypen vor allem ausmacht ist durchaus gesundheitsgefährdender als der dicke Po und die kräftigen Oberschenkel, auch wenn diese den betroffenen Frauen (meistens jedenfalls) ganz schön zu schaffen machen. Bei Männern hat der Apfeltyp einen Taillenumfang von mehr als 102 cm im Gegensatz zu weniger als 94 cm des Birnentyps, bei „Apfel“-Frauen würde es kritisch bei mehr als 88 cm Taillenumfang, während der Birnentyp weniger als 80 cm messen sollte.

Versteht man die Buchener Expertin richtig, so ist Übergewicht alleine keine Krankheit, oft aber der Auslöser für erhöhte Werte bei Blutfett, Blutdruck und/oder Blutzucker. Doch Diäten – egal wie sie heißen oder was sie versprechen – sind keine Lösung, sondern meist nur der Beginn von immer mehr Gewichtszunahme. Der Jojo-Effekt ist nahezu unausweichlich, ob Forking, Zitronen-, Mond- oder Sheddiät, Intervallfasten und was es neben Kohlsuppe noch so gibt. Grundsätzlich sei es wichtig, dass Kinder bis zum Schulalter möglichst wenige Fettzellen aufbauen, dass sie nicht überfüttert werden. Denn ab dem Schulalter bilden sich dann keine neuen Fettzellen mehr, können aber auch nicht mehr „verschwinden“, dafür füllen sich und sie können sehr dehnbar werden.

„Es ist wie bei einem neuen Luftballon.“ Wenn man diesen das erste Mal aufblasen will, kostet das unglaublich viel Kraft, doch mit jedem neuen Aufblasen geht es nicht nur einfacher, er wird auch immer größer. Das beschreibt in etwa den Jojo-Effekt nach einer Crash-Diät. Die Fettzellen seien gerne gefüllt und alles was an Zucker oder Kohlenhydrate zu viel aufgenommen wird, sei ihnen jederzeit willkommen, so Christina Steinbach. Wichtig sei, sich nicht zu beschränken, „denn wenn wir uns ein bestimmtes Lebensmittel verbieten, dann denken wir nicht nur den ganzen Tag ans Essen, sondern speziell an diese Schokolade“.

Da sie selbst sich den ganzen lieben langen Tag mit nichts anderem als Essen und Trinken beschäftige, wisse sie sehr gut, von was sie rede. Langzeitenstudien hätten gezeigt, dass die andauerndste Methode zur Gewichtsreduktion in drei Hauptmahlzeit bestehe, die möglichst immer zu den gleichen Zeiten und im Abstand von etwa vier Stunden eingenommen werden sollten. Und zwar „von allem etwas“.

Der Teller sollte zur Hälfte (zwei Hände voll) mit Obst oder Gemüse, zu einem Viertel (eine Hand voll) mit Kohlenhydrate und zu einem knappen Viertel (Handtellergroß) mit Eiweiß sowie einem Minianteil an Fett gefüllt sein. Dann sollte man langsam essen, bis der Magen gedehnt ist, denn dann werde Ghrelin ausgeschüttet, das die Info ans Hirn gibt: „Ich bin satt“Bei eventuellen Zwischenmahlzeiten sollte Obst niemals alleine gegessen werden, sondern z.B. in Verbindung mit einem Naturjoghurt. Wenn „Mann“ oder „Frau“ diese Regeln befolgt, sollte sich nicht nur der Clinch mit der Waage von ganz alleine lösen, sondern auch ein Maximum an Energie freigesetzt werden. 

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