Würste zum Preis von 12 Cent

Landesweiter Aktionstag: „Wir machen Ihre Wurst. Aber bitte nicht zu diesem Preis!“

Mosbach/Buchen. (pm) Die Preismisere am Schweinemarkt setzt den Betrieben heftig zu. Momentan erhalten die Bauern pro Kilogramm Schweinefleisch 1,25 Euro. Umgerechnet auf eine Bratwurst mit 100 Gramm entspricht das einem Erzeugerpreis von 12 Cent je Wurst. Um den Verbraucher über die aktuelle Lage am Schweinefleischmarkt zu informieren und mit ihm über regionales Fleisch in Dialog zu treten, findet am Dienstag, den 12. Januar 2016 der landesweite Aktionstag „Wir machen Ihre Wurst. Aber bitte nicht zu diesem Preis“ in Baden-Württemberg statt. Kreisbauernverbände verkaufen in unterschiedlichen Städten Bratwürste zum Erzeugerpreis von 12 Cent. Die gesamten Einnahmen spenden die Landwirte dem Kinderhospiz in Stuttgart.

Anlässlich der Internationalen Grünen Woche (IGW) informieren Schweinehalter landesweit über die Situation der Familienbetriebe mit Schweinehaltung. Die Preissituation in der Veredlung ist desaströs. Eine seit Jahren anhaltende ruinöse Situation am Schweinemarkt raubt den Betrieben die Perspektiven. In den vergangenen vier Jahren haben rund 30 Prozent der Sauenhalter die Ferkelerzeugung aufgegeben. Die Zahl der Schweinehalter ist in Baden-Württemberg in den vergangenen vier Jahren um 600 auf noch 2700 Betriebe gesunken.

Auf dem landesweiten Aktionstag informieren die Tierhalter über Themen rund um das Schweinefleisch. Der Konsument erfährt alles von den Haltungsbedingungen bis zum Kauf qualitativ hochwertigen Schweinefleisches aus Baden-Württemberg. Dabei steht der Dialog mit dem Konsumenten über die Tiefstpreise für Schweinefleisch im Mittelpunkt.

Schweinehalter aus den Kreisbauernverbänden des Landesbauernverbandes (LBV) nehmen an der Aktion teil. Es finden insgesamt 23 Aktionen statt. Gemeinsam mit dem Kreisbauernverband Esslingen wird der LBV an der Aktion auf dem Bahnhofplatz in Esslingen teilnehmen.

Landesweiter Aktionstag am Dienstag, den 12. Januar 2016, von 11.00 bis 14.00 Uhr – Aktionen der Kreisbauernverbände (KBV) in der Region:

  • Bauernverband Main-Tauber: Deutschordenplatz, 97980 Bad Mergentheim
  • Kreisbauernverband Neckar-Odenwald: Hauptstr. 29 (Fußgängerzone vor der Rathaustreppe) in 74821 Mosbach und Marktstr. 33 (Fußgängerzone vor dem alten Rathaus) in 74722 Buchen
  • Kreisbauernverband Rhein-Neckar-Kreis: Fußgängerzone in 74889 Sinsheim

Wir machen ihre wurst frei

(Grafik: LBV)

© www.NOKZEIT.de



1 Kommentar zu Würste zum Preis von 12 Cent

  1. Der Grund findet sich in marktwirtschaftlichen Regeln: Wenn der Preis zu niedrig ist, dann ist das Angebot zu groß. Es werden in Deutschland zu viele Schweine gezüchtet, vor allem durch riesige Schweinemastanlagen. Schuld daran ist u.a. der Präsident des Bauernverbands Rukwied, der Lobbyarbeit betreibt für die großen Betriebe, indem er z.B. verhindert, dass große Betriebe nicht weiter auf Kosten von kleinen subventioniert werden. Die Bauern sollten also besser gegen ihren eigenen Chef protestieren.

    Lösung: Die Haltebedingungen gesetzlich verbessern, Bio besser fördern, denn gerade beim Fleisch ist die Nachfrage nach deutschen Biofleisch weitaus höher als die Produktion, und große Betriebe weniger fördern. Dadurch lohnen sich kleinere Betriebe wieder bzw. große nicht mehr so sehr. Weiterer Effekt: Würde viel mehr Biofleisch produziert und gleichzeitig die Haltebedingungen für konventionelle Zucht verschärft, dann würde der Preisunterschied zwischen Bio und Konventionell verkleinert und es gäbe noch mehr Kunden für Bio.

    Bio sollte langfristig der Mindeststandard sein. Das ist gut für die Menschen, die Tiere, die Umwelt, das Klima und reduziert auch die Gefahr für multiresistente Keime, durch die jährlich tausende Menschen sterben. Ein weiterer positiver Effekt: Es wird weniger Fleisch gegessen.

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