Den „Chef“ von Baden-Württemberg wählen

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In einfacher Sprache: Info-Veranstaltung zur Landtagswahl für Beschäftigte und Bewohner der Johannes-Diakonie

 

Schwarzach/Mosbach. (mw) Die Beschäftigten der Werkstätten der Johannes-Diakonie wissen genau, was auf dem Spiel steht: „Im März wählen wir den Chef von Baden-Württemberg!“, so die klare Ansage. Rund 150 Männer und Frauen der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) in Mosbach und Schwarzach nutzten die Gelegenheit, sich bei zwei Informationsveranstaltungen über die diesjährige Landtagswahl informieren zu lassen. Vermittelt wurde, warum es wichtig ist, wählen zu gehen, wie eine Wahl abläuft und wer zur Wahl steht – und das in einfacher, verständlicher Sprache. Dazu hatte die Johannes-Diakonie den Politikwissenschaftler und Dozenten Jürgen Lutz eingeladen, der seit vielen Jahren bei der Diakonie Stetten Seminare für politische Bildung insbesondere für Menschen mit Unterstützungsbedarf anbietet.

„Ich höre immer wieder, dass Politik viel zu kompliziert sei für Menschen mit Behinderung“, so Jürgen Lutz. Die Kunst sei, komplizierte Sachverhalte so zu erklären, dass es die jeweiligen Zuhörer verstehen. Dass die Werkstatt-Beschäftigten großes Interesse an politischen Themen haben, das merkte der 44-jährige Dozent schnell. Ob Flüchtlingsdebatte oder Energiepolitik, Fragen hatte Lutz einige zu beantworten. Im Mittelpunkt stand jedoch die Feststellung, wie wichtig die Beteiligung an Wahlen ist. „Eine Demokratie lebt vom Mitmachen“, so Jürgen Lutz – nach der Erklärung des schweren Wortes „Demokratie“ als „Herrschaft des Volkes“. Und auch für die Zuhörer war klar. „Es ist wichtig, dass wir teilnehmen.“

„Darf ich als Halbitalienerin auch wählen?“, war eine der weiteren drängenden Fragen der Teilnehmenden. Politikwissenschaftler Lutz machte deutlich, dass auch eine Halbitalienerin bei der Landtagswahl ihre Stimme abgeben darf, sofern sie einen deutschen Pass besitzt, älter als 18 Jahre ist und seit mindestens drei Monaten in Baden-Württemberg lebt. Lediglich wer zwar diese Kriterien erfüllt, aber dauerhaft eine gesetzliche Betreuung in allen Lebensbereichen zur Seite gestellt bekommen hat, dürfe nicht wählen. Das unterscheidet beispielsweise eine Landtagswahl von Wahlen zu einem Werkstattrat oder einem Bewohnerbeirat. Einige der Zuhörer sind selbst Mitglied in solch wichtigen Gremien. „Wir haben also einige Politiker unter uns“, stellte Jürgen Lutz fest.

Gut informiert zeigten sich die Werkstatt-Beschäftigten indes auch bei der anschließenden Vorstellung der örtlichen Kandidaten sowie der Spitzenkandidaten der einzelnen Parteien für die Landtagswahl. Schnell wurden Name und Partei den Köpfen der aktuell sich im Landtag befindlichen Fraktionsspitzen zugeordnet. Unklar war vielen der Teilnehmenden dagegen, wo sie ihre Stimme am 13. März abgeben können. „Wo ihr sogenanntes Wahllokal ist, steht auf der Wahlbenachrichtigung, die sie eigentlich schon bekommen haben sollten“, so Lutz. Eine andere Möglichkeit sei, Briefwahl zu beantragen. Hier müsse man aber aufpassen, alles in die richtigen Umschläge zu stecken.

Eine letzte drängende Frage aus der Zuhörerschaft beantwortete Jürgen Lutz dann allerdings nicht: „Wen ich wähle, sage ich niemandem. Und auch von Ihnen kann das keiner verlangen.“

Wahlinfo Einfache Sprache

Politikwissenschaftler Jürgen Lutz informierte in den Mosbacher und Schwarzacher Werkstätten der Johannes-Diakonie über die anstehende Landtagswahl. (Foto: Walter)

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