Traurige Nachricht aus dem Zoo Heidelberg Bisher nicht bewertet.

Sita, die 19jährige Löwin ist tot
 

Heidelberg. (pm) Die Löwen im Zoo Heidelberg haben ein sehr hohes Alter erreicht. Im letzten Jahr starben „Josef“, der letzte männliche Löwe der Gruppe, hochbetagt und „Claudia“, die Mutter der Löwengruppe war. Bei ihrem Tod im Januar 2016 war Claudia der älteste Löwe in einem europäischen Zoo. Damit verblieb „Sita“, als letzte Löwin der ehemaligen 5-köpfigen Gruppe, allein im Zoo Heidelberg. Wie ihr Bruder „Josef“ erreichte sie ein stattliches Alter. Mit knapp 20 Jahren war sie die älteste Löwin in einem deutschen Zoo.
 
 Mit steigender Sorge beobachteten die Tierpfleger die Löwin nach dem Tod der Mutter, zu der sie ein besonders enges Verhältnis hatte. Mehr und mehr war zu erkennen, dass sie stark unter dem Verlust ihrer Artgenossen litt. Löwen sind die einzigen Großkatzen, die in einem engen Sozialverbund leben. „Sie reagierte nur noch wenig auf Reize und zeigte sogar gegenüber den ihr vertrauten Tierpflegern starke Unsicherheiten.“ schildert Jörg Kubacki, Leiter des Raubtierreviers, die gemachten Beobachtungen der letzten Wochen.
 
 Diese Erkenntnisse führten dazu, dass die Tierschutzkommission des Zoos, zu der neben der Zootierärztin, der Kuratorin, den Tierpflegern und der Zooleitung auch der Amtstierarzt gehört, eine schwierige Frage zu lösen hatte: „Wie können wir verhindern, dass „Sita“ am Ende ihres langen Lebens leidet?“
 
 Seit einigen Jahren ist bekannt, dass sie mit FIV, einem dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) vergleichbaren Virus, infiziert war. Ihre Brüder „Banka“ und „Cha-Cha“ sind an den Folgen der Infektion bereits 2011 gestorben. Ebenso wird „Sita“ seit 3 Jahren wegen einer chronischen Nierenerkrankung behandelt, die im Alter häufig einen schneller fortschreitenden Verlauf zeigt.
 
 Gemeinsam mit den Tierpflegern und Tierärzten wägten Zooleitung und die Kuratorin des Zoos unterschiedliche Möglichkeiten für die Löwin ab. Ein Umzug in eine andere Löwengruppe oder ein Zuzug eines oder mehrere anderer Löwen, um Sita wieder mit Artgenossen zu vereinen, kam leider nicht in Frage. Der erhebliche Stress, der mit einer Zusammenführung erwachsener Löwen verbunden ist, würde sowohl „Sita“ schwer belasten als auch ein hohes Risiko zu einem raschen Fortschreiten ihrer Erkrankungen bergen. „Sita“ würde die anderen Löwen mit dem FI-Virus infizieren. Sie einfach sich selbst zu überlassen und zuzusehen, wie sie unter der Situation leidet, war ebenfalls keine Alternative für die Tierschutzkommission. Nach Abwägung aller Aspekte kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass die Euthanasie die einzige Möglichkeit ist, „Sita“ Leiden zu ersparen. Sie wurde am 2. März narkotisiert und nachfolgend eingeschläfert. Ihr Körper wird nun in einem veterinärmedizinischen Untersuchungsamt untersucht und für wissenschaftliche Zwecke werden Proben entnommen.
 
 „Es war eine schwere Entscheidung für uns alle. „Sita“ ist hier geboren und war uns sehr ans Herz gewachsen.“ betont auch Dr. Klaus Wünnemann, Zoodirektor im Zoo Heidelberg.
 
 Natürlich stellt sich nun die Frage, wie es im Zoo Heidelberg mit der Löwenhaltung weitergeht. Zur Zeit startet der Ausbau der Löwenanlage und in diesem Jahr sollen bereits die ersten Baumaßnahmen auf der Erweiterungsfläche beginnen. „Unser Zoo ganz ohne Löwen ist für mich nur schwer vorstellbar. Wir werden jetzt früher als geplant unsere Kontakte zu anderen Zoos intensivieren, um möglichst zeitnah wieder Löwen im Zoo zu begrüßen“ erklärt Wünnemann die weiteren Maßnahmen hinsichtlich der aktuellen Situation.


Die 19jährige Löwin Sita im Zoo Heidelberg. Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg
 

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