Neckarsulm: Unterstützung für B 27-Anschluss

Innenminister Reinhold Gall und MdB Josip Juratovic informieren sich über aktuellen Planungsstand

 Neckarsulm. (snp) Die Stadt Neckarsulm wirbt weiter um politische Unterstützung auf Landes- und Bundesebene, um grünes Licht für den Bau des seit Jahren geplanten Anschlusses der B 27 an die Binswanger Straße zu erhalten. Über den aktuellen Planungsstand des Jahrhundert-projekts informierten sich jetzt Landesinnenminister Reinhold Gall und der Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic (beide SPD) bei einem Besuch im Rathaus. An dem Informationsgespräch nahm auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Gemeinderat, Roland Stammler, teil. Der Neckarsulmer Gemeinderat muss noch endgültig über den Neubau des zusätzlichen B 27-Anschlusses entscheiden.     

Oberbürgermeister Joachim Scholz unterstrich die Bedeutung des Projekts für die Stadt und die Region: „Für den Wirtschaftsstandort Neckarsulm ist der zusätzliche B 27-Anschluss unabdingbar. Darüber hinaus ist er zwingend erforderlich, um die letzten Gewerbeflächenreserven im Raum Heilbronn zu erschließen.“ Nur mit diesem Anschluss sei es der Stadt möglich, die geplanten neuen Gewerbegebiete „Linkes Tal“ und das interkommunale Gewerbegebiet mit der Gemeinde Erlenbach zu realisieren und so den Erweiterungsplänen der ortsansässigen Unternehmen Rechnung zu tragen. „Es wäre ein Jahrhundertversäumnis, den B 27-Anschluss jetzt nicht zu bauen“, bekräftigte OB Scholz.

Bürgermeisterin Dr. Suzanne Mösel erläuterte die Straßenplanung im Einzelnen. Anstelle der bestehenden B 27-Straßenbrücke soll ein neues Brückenbauwerk errichtet werden, das über Auf- und Abfahrtsrampen in beiden Fahrtrichtungen verfügt und so eine Anbindung an die B 27 und die A 6 schafft. Dies entlastet die Südtangente und ermöglicht auch dem Verkehr aus dem Weinsberger Tal die direkte Auffahrt auf die Autobahn beziehungsweise die Bundesstraße. „Ziel ist es, die Erreichbarkeit der Gewerbegebiete im Südosten zu verbessern und gleichzeitig die Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten“, erklärte Suzanne Mösel. „Das gesamte städtische Straßennetz wird so leistungs-fähiger.“

Eine große Rolle bei dem Vorhaben spielt der Lärmschutz. Zur Straße „Am Mühlrain“ und zur Richard-Wagner-Straße hin werden Lärmschutzwände errichtet. „Die Abfahrten werden komplett mit aktivem Lärmschutz versehen“, betonte die Bürgermeisterin. „Dem Lärmschutz wird in höchstem Maße Rechnung getragen.“

Unter anderem auch wegen der erhöhten Anforderungen an den Lärmschutz sind die geschätzten Gesamtkosten im Vergleich zur ursprünglichen Planung, die die Stadt bereits Ende 2005 beim Regierungspräsidium Stuttgart eingereicht hatte, auf rund 36 Millionen Euro gestiegen. Zudem berücksichtigt die Neuplanung des B 27-Anschlusses neue Richtlinien und Vorschriften bei der Trassierung. Um die Leistungsfähigkeit des Anschlussknotens nachzuweisen, musste das Bauwerk größer dimensioniert und mit zusätzlichen Fahrspuren versehen werden. Außerdem wurde die Planung an einen möglichen vierspurigen Ausbau der B 27 angepasst.

„Die B 27 in Neckarsulm ist ein Nadelöhr“, stellte OB Scholz fest. „Es ist dringend erforderlich, dass der vierspurige Ausbau der B 27 im weiteren Verlauf in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wird.“

Innenminister Reinhold Gall bestätigte, dass das Land den Ausbau der B 27 im Bereich Neckarsulm an erster Stelle zur Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan angemeldet habe. „Angesichts der Wertigkeit für die Raumschaft und die gesamte Region hat der zusätzliche B 27-Anschluss in Neckarsulm in Verbindung mit dem vierspurigen Ausbau erste Priorität.“

Die Stadt hat die überarbeitete Entwurfsplanung bereits weitgehend fertiggestellt. Bis Ende April soll die neue Planung vorliegen. Dann werden die Pläne dem Regierungspräsidium erneut zur Weiterleitung an das Bundesverkehrsministerium vorgelegt. Da der Bund Baulastträger der B 27 ist, muss er diesem kommunalen Bauprojekt, das von der Stadt Neckarsulm eigenverantwortlich geplant wird, mit dem offiziellen „Gesehen“-Vermerk zustimmen. Um diese Genehmigung bemüht sich die Stadt nun schon seit rund zehn Jahren. „Das ist der letzte und entscheidende Versuch, dieses für die Stadt Neckarsulm und die ganze Region so wichtige Infrastrukturprojekt endlich zu realisieren“, bekräftigte Joachim Scholz. „Hierfür brauchen wir die Unterstützung unserer Land- und Bundestagsabgeordneten.“

Angesichts der regionalen Bedeutung dieses Großprojekts rief Josip Juratovic zu einer parteiübergreifenden Initiative auf. „Wir brauchen den Schulterschluss der Land- und Bundestagsabgeordneten im Wahlkreis für dieses wichtige Projekt. Ich selbst werde mich auf Bundesebene dafür stark machen.“ (snp)

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Bürgermeisterin Dr. Suzanne Mösel und OB Joachim Scholz (2. v. li.) erläuterten Landesinnenminister Reinhold Gall und dem Bundestagsabgeordneten Josip Juratovic (v. li.) den aktuellen Stand der Planungen für den Neubau des zusätzlichen B 27-Anschlusses in Neckarsulm. (Foto: snp)       

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