TV Mosbach gewinnt Handballkrimi

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TSG Schwäbisch Hall – TV Mosbach 26:27 (17:12)
   Schwäbisch Hall. (ots) Da wäre jeder Krimischriftsteller vor Neid erblasst, wenn er den Spannungsbogen so hinbekommen hätte, wir die Spieler des TV Mosbach beim vorösterlichen Handballkrimi am Samstagabend bei der TSG Schwäbisch Hall.
 
 „Junge Junge, das Ding war mit einer ganz heißen Nadel gestrickt. Glücklicherweise haben wir uns in der zweiten Halbzeit gefangen, sonst wären wir hier sang – und klanglos untergegangen. Am Ende hatten wir sicher Glück, aber auch das muss man sich bekanntlich erarbeiten“, kommentierte der sichtlich erleichterte TV-Trainer Dirk Förster die zwei Punkte.
 
 Seine Männer kamen in der ersten Halbzeit überhaupt nicht in die Gänge. Zwar knallten Patrick Mittmann und Lukas Schmid die ersten beiden Angriffe zur 1:2-Führung in die Haller Maschen, Souveränität gewannen Heiß und Co. dadurch aber nicht, im Gegenteil. Was folgte war ein Fehlerfestival sonders gleichen. „Wir haben uns am Freitag gezielt auf die TSG vorbereitet und unseren Jungs auch gesagt, dass es ein völlig anderes Spiel wird als im Januar. In den ersten 30 Minuten hat die Mannschaft davon aber gar nichts umgesetzt und bei so einem ausgebufften Gegner muss man natürlich nicht lange um die Quittung betteln“, zeigte sich Förster nach dem Spiel immer noch grantig.
 
 Es war in der Tat so, dass die Gastgeber um Trainer Lutz Rheinsberg nach zehn Spielminuten präzise wie ein Uhrwerk damit begannen, die Fehler der Kreisstädter zu bestrafen. Und so kam es, wie es kommen musste: Der TV fiel im Bestreben alles besser zu machen mehr und mehr in sich zusammen und die TSG nutzte das zu Toren wie am Fließband. Mit einfachem „Ohrenwackeln“ narrten Nothdurft und Däumel die TV-Abwehr. So setzten sich die Hausherren bis zum Pausenpfiff der guten Unparteiischen Werner von Ow und Bernhard Wipfler auf 17:12 ab. Die Zuschauer, die während der Pause in der Halle geblieben waren, konnten Dirk Försters Kabinenansprache trotz geschlossener Türen und Zwischenwände live verfolgen. Denn Förster war lauter als sonst. „Ich habe meine Jungs an der Ehre gepackt und sie relativ deutlich nach ihrem Anspruch gefragt.“
 
 Die hatten die Gardinenpredigt augenscheinlich verstanden. Zwar gelang der TSG durch Lukas Breitner Tor Nummer 18, dann war es allerdings vorbei mit den einfachen Treffern. Mosbachs Handballer stabilisierten ihre Abwehr deutlich und sie legten auch im Angriff zu. Tor um Tor und Ballgewinn um Ballgewinn saugten sie sich zurück ins Spiel und nach 45 Minuten haute Patrick Mittmann das Spielgerät zum 22:22 in die von Jakob Janle gehütete Kiste der Gastgeber.
 
 Ab diesem Zeitpunkt war es wie beim Kampf zweier Platzhirsche: Stirn an Stirn und ineinander verkeilt gaben beide Mannschaften keinen Zentimeter Boden kampflos verloren. Mit jeweils 26 Toren ging es in die letzte Minute und 17 Sekunden vor Ultimo gelang Lukas Schmid unter Schmerzen das umjubelte Siegtor. Die TSG hatte zwar noch eine Einwurfchance, aber den Ball von Linksaußen krallte sich Bastian Beuchert. Was dann folgt war auf Mosbacher Seite Erleichterung pur.
 
 „Danke an die Fans, die uns die ganze Zeit angetrieben haben! Wir haben in der zweiten Hälfte vorne das Gaspedal und hinten die Mörtelkelle gefunden. Ich werde den Jungs nächste Woche deutlich vor Augen halten, dass wir nicht in der Lage sind, nur mit halber Kraft zu gewinnen. Wenn jeder seine Aufgaben wie besprochen erledigt, dann sind wir stark. Aber eben nur dann. Handball ist kein Tanzkurs, Handball ist im Training und im Spiel Arbeit pur!“, so die finalen Worte von Mosbachs Trainer Dirk Förster.
 
 
 Für den TV Mosbach: Beuchert und Pusch im Tor, Blasmann, Filipiak, Schwarz 1, Mittmann 5, Schmid 9, Förster 1, Gehring 5/5, Grimm 4, Heiß 2, Somogyi

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