VRN-Jahresbilanz für 2015

Einzel- und Tages-Karten stärker nachgefragt – insgesamt leichter Rückgang bei den Fahrgastzahlen

(pm) Die Zahl der Fahrgäste in den Bussen und Bahnen im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) betrug in 2015 rund 310 Millionen. Dies bedeutet einen Rückgang von knapp einem Prozent in der Nachfrage gegenüber dem Vorjahr. Laut Statistischem Bundesamt wurden im bundesweiten Durchschnitt 0,3 Prozent mehr Fahrgäste im Öffentlichen Personennahverkehr gezählt.

Der VRN konnte bei den Fahrgeldeinnahmen für das Jahr 2015 bei einer Tarifanpassung von 2,9 Prozent einen Zuwachs von rund 2,59 Prozent erzielen. Die Einnahmen betrugen in 2015 insgesamt rund 291 Millionen Euro.

Der Stammkundenanteil mit verbundweit gültigen Zeitkarten bleibt mit 91,1 Prozent weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

„Nachdem der drastisch eingebrochene Benzinpreis in 2015 weiter zurückgegangen ist, scheint dies erstmals moderaten Einfluss auf das Verbundergebnis zu haben“, erklärt Rüdiger Schmidt, Geschäftsführer der Unternehmensgesellschaft im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (URN GmbH). „Daneben ist das negative Resultat wie auch schon in den Vorjahren überwiegend von den rückläufigen Schülerzeitkarten und Semester-Tickets geprägt“, so Schmidt weiter.

Der demografisch bedingte Rückgang der Schülerzeitkarten konnte durch Zuwächse beim Job-Ticket oder z.B. der Wochenkarte Ausbildung nicht kompensiert werden. Die Anzahl der Zeitkarten ging insgesamt im Bereich der Monats- und Jahreskarten Ausbildung weiter zurück (- 2,09 Prozent). Im Jahresdurchschnitt hatten insgesamt 150.405 Kunden ein MAXX-Ticket (- 1,33 Prozent). Ähnlich entwickelten sich die Jahresdurchschnittszahlen beim SuperMAXX-Ticket (- 1,26 Prozent) und den Ausbildungskarten Westpfalz
(- 1,38 Prozent).

Beim Semester-Ticket sind die Fahrgastzahlen ebenfalls gesunken. Im letzten Jahr wurden nur noch 72.782 Tickets (- 3,46 Prozent), jeweils sechs Monate gültig, verkauft. Das Anschluss-Semester-Ticket konnte auch keinen Zuwachs verzeichnen. Insgesamt nutzten 10.789 Karteninhaber (- 7,73 Prozent) dieses Angebot. Beigetragen hat dazu sicher auch die Kündigung der Hochschule in Landau. Eine leicht positive Entwicklung gab es beim Semester-Ticket plus Westpfalz. Hier stieg die Zahl der verkauften Tickets im Dezember auf 13.118 Studierende (+ 0,47 Prozent).

Für das Rhein-Neckar-Ticket hatten sich im letzten Jahr durchschnittlich 28.633 Kunden (- 1,34 Prozent) sowie für das Job-Ticket durchschnittlich 40.537 Kunden (+ 0,10 Prozent) entschieden.

Im letzten Jahr waren durchschnittlich 60.271 Kunden im Besitz einer Karte ab 60 (- 0,66 Prozent). Dagegen stieg die Zahl der verkauften Seniorenmonatskarte um + 4,72 Prozent.

Bei den Jedermann-Zeitkarten ist die Nachfrage insgesamt betrachtet stabil geblieben und verzeichnet eine leicht positive Entwicklung (+ 0,06 Prozent). Dazu haben in erster Linie die Wochen- und Monatskarten-Jedermann beigetragen.

Insgesamt konnte das Niveau der Stammkunden mit einer verbundweit gültigen Jahreskarte weitest gehend gehalten werden.

Im Bereich der Einzelfahrscheine wurden bei den Erwachsenen (+ 6,40 Prozent) und dem BC-Ticket (+ 1,63 Prozent) Zuwächse erzielt. Die Fahrausweise für Kinder (Einzelfahrschein und Mehrfahrtenkarte) entwickelten sich stark rückläufig, was auf den demografischen Wandel und die kostenlose Mitnahme bis 14 Jahre auf der Tages-Karte zurückzuführen sein dürfte.

Auch bei den Tages-Karten war die Entwicklung insgesamt sehr positiv, wobei die Tages-Karte für zwei, drei oder vier Personen sowie die Jugendgruppen-Karte weiter stärker nachgefragt wurden. Insgesamt ist ein deutlicher Anstieg der Fahrgastzahlen im Gelegenheitsverkehr zu verzeichnen (+ 2,65 Prozent).

Der am 1.1.2015 eingeführte eTarif Heidelberg für Smartphonenutzer, bei dem sich der Fahrpreis aus 1 Euro Grundgebühr plus 0,20 Euro pro gefahrenen Luftlinienkilometer zusammensetzt und nur im Stadtgebiet Heidelberg gültig ist, verlief im ersten Projektjahr äußerst erfolgreich. Der Umsatz im Vertriebssystem Touch&Travel konnte durch die Einführung des eTarifs in Heidelberg mehr als verzehnfacht werden. Nach der erfolgten Evaluierung erfüllt der eTarif fast alle Kundenanforderungen von Gelegenheitsnutzern.

Die Nachfrage bei den verbundweit gültigen Jahreskarten ist im abgelaufenen Bilanzjahr 2015 insgesamt leicht rückläufig. Die Zahl der Wochen- und Monatskarten sowie die Nachfrage nach Einzelfahrkarten und Tages-Karten steigen indessen. Dies kann als Indiz für die Flexibilisierung der Arbeitswelt sowie eine zunehmend intermodale Mobilität der Menschen im Verbundraum gewertet werden, dem der VRN auf seinem Weg zum Mobilitätsverbund Rechnung tragen möchte.

Ob zur Arbeit oder in der Freizeit werden die Wege vermehrt verkehrsmittelübergreifend zurückgelegt. Der VRN möchte als umfassender Mobilitätsdienstleister den Bürgern zur Verfügung stehen. Ganz egal, ob es um Bus und Bahn, das Rad oder Fragen zum Tourismus geht, sollen z.B. die im Aufbau befindlichen VRN-Mobilitätszentralen den Kunden als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen zur individuellen Mobilität dienen.

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(Foto: VRN/Th)

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