Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald ist UNESCO-Geopark

Feierliche Übergabe der UNESCO-Urkunde durch Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer
  Lorsch.  (jw) Nachdem die UNESCO-Generalversammlung im November 2015 zum ersten Mal seit rund 40 Jahren ein neues Programm – das „International Geoaprks & Geoscience Programme“ ins Leben gerufen hat, darf der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald als eine von weltweit 120 Regionen das Prädikat „UNESCO Global Geopark“ führen. Eine Auszeichnung, die in ihrer Wertigkeit den UNESCO-Welterbestätten gleichgesetzt ist.
 
 Die feierliche Übergabe der UNESCO-Urkunde erfolgte nun im Rahmen eines Festaktes, dem neben Ministerpräsident Volker Bouffier und Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer auch Dr. Margarete Patzak (UNESCO, Paris) und Prof. Dr. Hartwig Lüttke (Deutsche UNESCO-Kommission) sowie zahlreiche Ehrengäste aus der Region und weit darüber hinaus beiwohnten.
 
 Der Vorsitzende des UNESCO-Geoparks, Landrat Christian Engelhardt hieß die Gäste willkommen und führte aus: „„In einer Region, die mit einzigartigen Landschaften gesegnet ist, leben zu können, ist ein besonderes Privileg. Der Naturpark Bergstraße-Odenwald darf sich zu einem weltumspannenden Netz zählen, dem 120 Geoparks aus 33 Ländern angehören, wie beispielsweise die schottischen Shetland-Inseln oder das spanische Lanzarote. In Deutschland sind es bislang sechs Regionen, die sich „UNESCO Global Geopark“ nennen dürfen. Und unser Naturpark gehört dazu! Diese Wertschätzung gegenüber unserem Lebensraum ist überwältigend. Wer die Welt etwas bereist hat und Gelegenheit hatte, die Naturschönheiten anderer Länder und Kontinente kennen zu lernen, kann ermessen, was es bedeutet, ein solches Gütesiegel zu erhalten und in dieser Liga mitspielen zu dürfen.
 Der Geopark ist eine Erfolgsgeschichte und ein Besuchermagnet von unschätzbarem Wert für die gesamte Region, der in den letzten 10 Jahren rund 100 Millionen Euro in den Wirtschaftskreislauf unserer Region gebracht hat. Dies sind enorme Wertschöpfungseffekte von denen wir alle profitieren. Das Gütesiegel UNESCO Global Geopark ist nicht nur die höchste Auszeichnung, sondern auch eine Aufforderung, den Naturpark gemeinsam weiterzuentwickeln und die vorhandenen Naturschönheiten im Sinne des UNESCO-Geopark-Programms erlebbar zu machen“.
 
 


Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer. (Foto: pm)
 
 Anschließend überbrachte Dr. Margarete Patzak (UNESCO, Pais) die Grüße der aus 195 Staaten bestehenden Weltgemeinschaft und erinnerte sie an die Grundaufgaben der UNESCO, den Frieden zwischen den Völkern zu fördern und für die Gleichheit aller Menschen einzutreten. Sie betonte ausdrücklich die aktive und konstruktive Rolle, die der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald auch auf internationaler Ebene spielt und dankte für das große Engagement.
 
 Auch Ministerpräsident Volker Bouffier zeigte sich begeistert: „Schon heute zählt der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald zu den national wie international erfolgreichsten Natur- und Geoparks. Die Auszeichnung als UNESCO Global Geopark ist die höchste Anerkennung, die die Weltgemeinschaft zu vergeben hat und eine tolle Bestätigung für die geleistete Arbeit. Diesen Titel erhalten nur Stätten, die im internationalen Maßstab einen besonderen Wert haben und eine einzigartige Landschaft aufweisen. Der Geopark macht darüber hinaus Umwelt- und Naturschutz konkret und hautnah erlebbar und ist ein wunderbares Tourismusziel – und das direkt vor der eigenen Haustür“.
 
 So haben die 20 Informationseinrichtungen, 36 Geopark-Pfade, über 400 Geopunkte der Region ein neues Gesicht gegeben. Mit den zahlreichen Kooperationspartnern, den eigens qualifizierten Geopark-Rangern, Vor-Ort-Begleitern, Wegewarten und Mountainbike-Paten, die alle im Sinne der Region unterwegs sind, hat der Geo-Naturpark ein hochwirksames Netzwerk geschaffen, das Bewohnern und Besuchern gleichermaßen einen vielfältigen Service bietet.
 
 Landschaft erleben, außergewöhnliche Einblicke in unsere Erdgeschichte, Natur und Kultur nehmen, regionale Identität erfahren – das sind keine Floskeln, sondern das sind gelebte Erfahrungen, die sich in den jährlich fast 1000 Veranstaltungsangeboten des Geo-Naturparks widerspiegeln. Und das Erfolgsrezept bei allen Aktivitäten: Kontinuität, Kooperation, Kreativität und gemeinsame Weiterentwicklung des vielfältigen Potenzials vor Ort.
 
 Diese Aspekte griff Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard in seiner Festrede auf und stellte den Geopark und sein hochrangiges Prädikat darüber hinaus in den großen Zusammenhang des Wirkungsgefüges von Erde, Natur, Mensch und Kultur. Er erinnerte eindrücklich an die Verantwortung, die uns allen zukommt, unser Erbe für die Nachwelt zu bewahren und nachhaltig mit der Ressource Natur und Landschaft umzugehen.
 
 Höhepunkt des Festaktes war die Überreichung der UNESCO-Urkunde durch Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer.
 
 Große Freude herrschte auch bei den Landratskollegen Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald-Kreis), Frank Matiaske (Odenwaldkreis), Marco Scherf (Miltenberg), Stefan Dallinger (Rhein-Neckar), Klaus-Peter Schellhaas (Darmstadt-Dieburg), Thomas Will (Groß Gerau) sowie die Oberbürgermeister Heidelbergs (Dr. Eckart Würzner) und Darmstadts (Jochen Partsch).
 
 Für die musikalische Umrahmung sorgte der Schüler-Lehrer-Eltern-Chor des Burghardt-Gymnasiums Buchen mit eigenem Instrumentalensemble – 130 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Schuldirektor Jochen Schwab.


Landrat Christian Engelhardt (Vorsitzender UNESCO Global Geopark) begrüßte die mehr als 250 Teilnehmer der Veranstaltung (im Hintergrund der Schüler-Eltern-Lehrerchor des Burghardt-Gymnasiums Buchen, einer langjährigen Partnerschule des Geoparks)
 

 

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1 Kommentar

  1. Die Verleihung des Prädikates, zumal mit viel Prominenz, ist ausdrücklich zu begrüßen. Denn es muß davon ausgegangen werden, daß alle diejenigen, die am Freitagabend die Odenwald-Landschaft feierten, wissen, daß diese landschaft nun umsomehr für eine industrielle Überformung, z.B. durch Windkraftanlagen, tabu sein muß. Träte das Gegenteil ein, erwiese sich der Festakt nicht nur als Etikettenschwindel. Vielmehr würde den Odenwald das gleiche Schicksal ereilen, wie es das Elbtal bei Dresden aufgrund des Baues der Waldschlößchenbrücke schon erfahren hat. Garantien, daß das im Odenwald auszuschließen wäre, gibt es erst recht nicht.

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