Neckarelz: Querverbindungen im rechten Spektrum

Vortrag von Timo Büchner in der KZ-Gedenkstätte Neckarelz

 (dr) „Rechtsextremismus zwischen Neckar, Tauber und Kocher“ – unter diesem Titel stellte Timo Büchner, neu gewähltes Vorstandsmitglied der KZ-Gedenkstätte Neckarelz und Mitbegründer der Gruppe „Mergentheim gegen rechts“, einige Gruppen und Institutionen aus der weiteren Region vor. Seine Hauptthese war, dass es Verbindungen zwischen kleinen, aber ideologisch besonders radikalen Gruppen und größeren Organismen und inzwischen auch Parteien gibt.

Vielleicht hätte man noch vor kurzem eine Gruppierung wie den strikt antisemitischen „Bund für Gotterkenntnis (BfG)“ als Kuriosum abgetan. Dieser wurde in den 20er Jahren von Mathilde und Erich Ludendorff gegründet. Kernpunkt ist die Vorstellung eines Kampfes zwischen „Licht- und Schattenrassen“, die sich religiös, nämlich in Sachen Gotterkenntnis, unterschieden. Allerdings würden diese Merkmale der Gottesferne durch Vererbung biologisch weitergegeben; durch Unterwanderung drohe den  Lichtrassen letztlich den „Volkstod“. Setzt man an die Stelle des Judentums den Islam, so zeigt sich schnell, dass Bewegungen wie Pegida und auch die AfD an diesen alten Mustern anknüpfen.

Timo Büchner zeigte auf, dass die heutige Bundesvorsitzende des „Bundes für Gotterkenntnis“  im Hohenlohekreis beheimatet ist, und ihre Tochter in Öhringen regelmäßig rechte Demonstrationen gegen Flüchtlinge und Asylunterkünfte moderiert.

Des Weiteren gebe es Querverbindungen zwischen den Leitungsfiguren des nationalkonservativen „Studienzentrums Weikersheim“  und  rechten Splittergruppen wie dem „Verein Gedächtnisstätte“, dem BfG, Holocaust-Leugnern sowie  NPD und Pegida. Ziel sei es, die Grenzen des  politischen Diskurses nach rechts zu verschieben.

Ähnliches sei auch bei der AfD zu beobachten. Hier gebe es sicherlich unter den Aktivisten Unterschiede, doch die gemeinsame ideologische Basis weise pauschal islamfeindliche und  rassistische Züge und fließende Übergänge zwischen Religionskritik und völkischem Gedankengut auf. Büchner rief die über fünfzig ZuhörerInnen des Vortrags dazu auf, die AfD in der Region und auch auf Landesebene sehr genau zu beobachten.

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