NABU: Vögeln im Garten helfen

Brutzeit in vollem Gange / „Stunde der Gartenvögel“ (13.-15. Mai) nutzen und Vogelwelt besser kennenlernen
 

    (pm) Die Brutzeit der heimischen Vögel ist in vollem Gange. Wer die künftigen Vogeleltern und ihren Nachwuchs unterstützen will, kann schon mit kleinen Maßnahmen viel bewegen. „Dabei geht es nicht ums Füttern“, stellt NABU-Vogelexperte Stefan Bosch klar. „Wer der Vogelwelt effektiv helfen möchte, sollte vielmehr Garten oder Balkon möglichst naturnah gestalten.“
 
 Denn die gefiederten Gartenbewohner brauchen neben einem Platz zum Leben und zum Aufziehen ihrer Jungen auch ein entsprechendes Nahrungsangebot. Jungvögel fressen je nach Größe und Gewicht unterschiedlich viel. „Für Schwalben gilt zum Beispiel, dass etwa 1,2 Kilogramm Insekten nötig sind, um eine Brut von vier bis sechs Jungen aufzuziehen“, berichtet Bosch. „Das entspricht grob geschätzt 12.000 Insekten in einem Zeitraum von nur rund drei Wochen.“
 
 Im Kiesgarten werden Vögel nicht satt. Hier wachsen weder Nahrungspflanzen noch tummeln sich Insekten. Und Amseln kommen nicht an die Würmer im Boden. Dagegen bieten Gärten mit bunten Wildblumenwiesen sowie Unkrautecken mit Disteln und Brennnesseln ein vielfältiges Nahrungsangebot. „Eine schnell wirksame Sofortmaßnahme ist, den Garten einfach etwas weniger aufzuräumen“, rät Bosch. „Außerdem sollte es selbstverständlich sein, jetzt zur Brutzeit Hecken oder Sträucher nicht zu schneiden. Sonst stört man brütende Vögel womöglich so sehr, dass sie ihre Brut aufgeben.“ Mittelfristig liefern heimische Beerensträucher wie Weißdorn, Vogelbeere und Liguster Vögeln beste Nahrung. Dicht wachsende Büsche bieten zusätzlich Schutz vor Gefahren. „Eine Schale mit Wasser als Vogeltränke oder -bad ist ebenfalls sinnvoll“, sagt der NABU-Fachmann. „Man muss aber unbedingt auf Hygiene achten, die Schale regelmäßig gründlich ausspülen und frisches Wasser einfüllen.“
 
 Einen guten Anlass, die Vogelwelt vor der Haustür besser kennenzulernen, bietet die „Stunde der Gartenvögel“ am Pfingstwochenende: Bei der großen NABU-Mitmachaktion sind alle Interessierten eingeladen, eine Stunde lang die Vögel im Garten, vor dem Balkon oder im Park zu zählen und für die bundesweite Auswertung beim NABU zu melden. Die so gesammelten Daten liefern wichtige Grundlagen für den Naturschutz.
 
 


Auch der Stieglitz, Vogel des Jahres 2016, findet in den modernen Steingärten kein ausreichendes Nahrungsangebot für die Aufzucht des Nachwuchses. (Foto: NABU/F. Derer)
 

 Infos im Internet:
 www.stundedergartenvoegel.de

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