Manfred Hilkert bleibt Schuldekan

Symbolbild - Sonstiges

Kirchenbezirk Neckargemünd-Eberbach – Wiederwahl des Schuldekans „besonderes Phänomen“
 

 
    (pm) Ein „besonderes Phänomen“ nennt die Landeskirche Baden die Wiederwahl des Schuldekans Manfred Hilkert für den evangelischen Kirchenbezirk Neckargemünd-Eberbach. Einstimmig und ohne Enthaltungen wählten die Synodalen des Kirchenbezirkes und acht Delegierte des Religionslehrerkonventes nach achtjähriger Amtszeit jetzt auf der Bezirkssynode in Meckesheim erneut zum Schuldekan.
 
 Der 55-jährige Hilkert freut sich über so viel Vertrauen seitens der Synodalen inklusive der Pfarrer und staatlichen Lehrkräfte für evangelischen Religionsunterricht. „Hilkert hat in seinen ersten acht Jahren als Schuldekan viele neue Projekte auf den Weg gebracht,“ sagte Prof. Dr. Christoph Schneider-Harpprecht, Oberkirchenrat in der Landeskirche Baden anlässlich der Wahl. Organisationstalent und Kreativität, Optimismus und „fröhliche Zuversicht des Glaubens“ zeichneten Hilkert aus, so der Vertreter der Landeskirche.
 
 Hilkert sieht es als „große Herausforderung“, dass „immer mehr Kinder, die den evangelischen Religionsunterricht besuchen, nicht getauft sind. Dennoch möchten die Eltern, dass diese Kinder am Religionsunterricht teilnehmen. Hilkert: „Ich verstehe das nicht als eine Entscheidung der Eltern gegen die Kirche. Sondern sie wollen, dass ihre Kinder selbst entscheiden ob sie getauft werden möchten oder nicht. Im Religionsunterricht sollen ihre Kinder etwas über den christlichen Glauben erfahren.“
 
 Und so sieht für den evangelischen Theologen Hilkert zeitgemäßer Religionsunterricht aus: „Nicht über Beten sprechen, sondern es selbst ausprobieren. Vieles selbst tun und anschließend darüber reflektieren. Es reicht nicht, abstrakt etwas über den christlichen Glauben zu lehren. Denn viele Kinder kennen keine christliche Glaubens- und Lebenspraxis mehr. Biblische Geschichten elementarisieren und so den Kindern zugänglich machen.
 
 Früher hat die Oma den Enkelkindern Geschichten vorgelesen und mit ihnen gebetet. Heute kommt das nur noch selten vor. Wir sollten biblische Geschichten im Religionsunterricht behandeln, die die Persönlichkeit der Kinder stärken und ihnen im Alltag helfen. Viele Kinder tragen bereits bedrückende und zum Teil erdrückende Sorgen und Lebenserfahrungen mit sich. Im evangelischen Religionsunterricht sollten sie erfahren: Du bist wertvoll, du kannst etwas, Gott liebt dich. Religiöse Bildung und –Praxis müssen im Religionsunterricht zusammenkommen. Bereits mit Grundschulkindern kann man theologische Gespräche führen.“
 
 Am liebsten würde der alte-neue Schuldekan „Theo-Clubs“ an den Schulen gründen, in denen Kinder und Jugendliche über Gott und den christlichen Glauben diskutieren. Auch für die zahlreichen ungetauften Kinder hat Hilkert bereits eine Idee entwickelt: Den Tauftag im Kloster Lobenfeld. Er findet in diesem Jahr bereits zum vierten Mal statt.
 
 Der Schuldekan ist u.a. für den Religionsunterricht an den Schulen im Kirchenbezirk zuständig. Zu seinen Aufgaben gehören so auch Besuche der Schulleitungen und Unterrichtsbesuche den Lehrkräften. Qualitätssicherung, Fort- und Weiterbildung, die Einführung des neuen Bildungsplanes und neuerdings auch die religionspädagogische Qualifizierung von Mitarbeitenden in ev. Kindertagesstätten und Mitarbeitenden in der Konfirmandenarbeit sind weitere Bestandteile seiner Arbeit.
 
 Den evangelischen Religionsunterricht in Baden besuchen wöchentlich rund 232.000 Schülerinnen und Schüler. Sie werden unterrichtet von 1.570 kirchlichen und von 2.760 staatlichen Religionslehrkräften. Darunter 20 Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenbezirk Neckargemünd-Eberbach.

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