Im Ünglertsgrund trotz man der Witterung

Heerscharen von Menschen beim Mühlentag
 
  (lm) (lm) Obwohl die Witterung alles andere als einladend war, ließen es sich Heerscharen von Menschen ganz einfach nicht nehmen, zum 16. Mühlenfest im Ünglertsgrund zu pilgern und die Gastfreundschaft der Familie Scharmann zu genießen.
 
 Die geführte Wanderung von Mudau aus mit Klemens Scheuermann war offensichtlich ausgebucht, dazu kamen immer mehr kleinere Wandergruppen und viele Familien kamen mit Groß und Klein, Alt und Jung. Jeder wusste anscheinend, dass nicht nur lecker Essen und Trinken wartete, sondern auch jede Menge Unterhaltung.
 
 Den anspruchsvollen musikalischen Rahmen kreierte gekonnt das Odenwälder Parforcehornensembe unter Leitung von Dr. Edmund Link. Und die Bläser übertrafen sich selbst mit ihrer Leistung. Selbst das doch recht temperamentvoll „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ klang grandios in dieser Besetzung und konnte natürlich als „Titellied“ durchgehen. Schließlich klappert die Riesenmühle seit fast zwei Jahren tatsächlich wieder Dank des neuen Mühlrads.
 
 Auf dessen Geschichte Herbert Scharmann im Rahmen seiner Begrüßung einging. Die Nachdem der Breuberg-Bund und ein hessischer Mühlenprofessor die Anregung zur Teilnahme am Deutschen Mühlentag, den seit 23 Jahren gibt, bei Familie Scharmann hatten verlauten lassen, war es deren größtes Ziel, die Einnahmen für ein neues Mühlenrad verwenden zu können. Nach 14 Jahren und Dank der großzügigen Unterstützung der Joachim und Susanne Schulz Stiftung wurde der Traum endlich wahr. Die Stahl-Holz-Konstruktion wurde mit Hilfe eines Mühlradfachmanns und handwerksbegabter Freunde, darunter Wolfgang Niemesch, aufgebaut und hat sich als Magnet für interessierte Besucher bereits bewährt.
 
 Wie Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger hervorhob, habe gerade im armen Odenwald die Mühlenkultur eine besondere Bedeutung gehabt. Denn sie dienten dem Menschen seit vielen Jahrhunderten, haben den Ünglert geprägt, Arbeitsplätze geschaffen und sie sind bis heute beispielgebend für die schonende, umweltverträgliche und doch wirkungsvolle Kraft von Wasser oder Wind. Dr. Rippberger eröffnete das 16. Mühlenfest im Ünglertsgrund mit einem Dank an Ortsvorsteher Herbert Scharmann und seine Frau Petra sowie deren große Helferschar für die engagierte Organisation dieses unvergleichlichen Festes.
 
 Die Scharmanns vergaßen keinen ihrer treuen Helfer beim Danken mit dem traditionellen „Glück zu“, wobei ein besonderes „Vergelt’s Gott“ an das Odenwälder Parforcehorn–Ensemble, an den exzellenten Korbmacher Egisdius Retzbach aus Sindeldorf mit seinem Life-Korbflechten, den Aktionskünstler Holger Thiesen aus Rennsburg sowie den Molinologen Hermann Kruse – auch Gründungsmitglied des Landesverbandes Baden-Württemberg der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde – ging, der es sich nicht nehmen läßt, alljährlich zusammen mit Dipl.Ing. Herbert Scharmann die Führungen durch die Riesenmühle anzubieten, um den Besuchern profunde Informationen über den ehemaligen Mühlenstandort Ünglertsgrund und die Mühlentechniken zu geben.


Es klappert die Mühle. (Foto: Liane Merkle)

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