Seckach: Pfarrer Duffner feiert diamantenes Priesterjubiläum

(lm) „Ich lebte und lebe ein erfülltes und zufriedenes Dasein“. So das Credo von Pfarrer i.R. Herbert Duffner, der am heutigen Sonntag 86-jährig sein diamantenes Priesterjubiläum im Münster in seiner Heimatgemeinde Radolfzell und dem Ort seiner Primiz feiert.
In direkter Nachfolge des unvergessenen Gründers, Pfarrer Heinrich Magnani, hat er das Kinder- und Jugenddorf Klinge als Dorfleiter zu dem gemacht, was es bis heute unverändert ist: ein Ort zum Leben, ein Ort der Begegnung. „Er ist Geistlicher Rat und Pfarrer aus Berufung, Ehrenbürger der Gemeinde Seckach, Gründer der Bibliothek des Judentums in Buchen, Initiator der heute noch erscheinenden Jugenddorfzeitung und war über drei Jahrzehnte lang Dorfleiter und Vorsitzender des Vorstandes im Kinder- und Jugenddorf Klinge.“

Der Jubilar ist heute Pfarrer im Ruhestand, 1930 in Radolfzell geboren und wohnt in seinem Alters(un)ruhesitz in Überlingen. Er studierte Theologie in Freiburg und München, seine theologische Diplomarbeit wurde inspiriert durch den jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber. 1956 wurde er zum Priester geweiht, war Vikar in Überlingen, Rektor des Katholischen Lehrlingsheims in Freiburg, Studentenpfarrer in Heidelberg, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Heidelberg, Leiter des Kinder-und Jugenddorfes Klinge Seckach und ständiger Referent für christlich-jüdische Fragen. Er stiftete 1998 seine Büchersammlung über das Judentum mit über 10.000 Büchern, Zeitschriften und Medien der von ihm gegründeten Bibliothek des Judentums in Buchen.

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»Das besondere Interesse von Pfarrer Duffner gilt der Geschichte, der Glaubenswelt und der Kultur des Judentums, der Verfolgung der Juden, der Neuentdeckung fundamentaler Verbundenheit des Christentums mit seinen jüdischen Wurzeln, der Förderung eines ernsthaften Dialogs und einer Neubewertung des Verhältnisses der Kirche zum Judentum.
Namens der Gemeinde Seckach gratuliert auch Bürgermeister Thomas Ludwig –seinem- Ehrenbürger, der von 1969 bis 2000 in der Gemeinde wohnhaft war, 29 Jahre als Dorfleiter der Klinge fungierte und 31 Jahre als Seelsorger der Pfarrkurie St. Bernhard wirkte. In der Erinnerung an das Wirken Duffners wurde die Klinge zum als bedeutenden Arbeitgeber, zusätzlich sei hervorzuheben das Mitwirken des Jubilars in den umliegenden Kirchengemeinden, sein Engagement bei der Aufnahme von Boat-Peoples aus Vietnam, Kindern aus Eritrea, elternlosen Kindern, Sozialweisen, Spätaussiedlern und Asylbewerbern.

Bürgermeister Thomas Ludwig: „An der guten Entwicklung, die unser Gemeinwesen in den vergangenen Jahrzehnten nahm, hat Pfarrer Duffner einen nicht geringen Anteil“. Begründet wird dies unter anderem auch durch die enge Beziehung zwischen Gemeinde und Klinge, die sich nicht nur in Form von Festen, Veranstaltungen und überregionalen Aktivitäten widerspiegelt, sondern vor allem in den gelebten Begriffen wie Vertrauen, Achtung und Verständnis ihre Bedeutung findet. Hierfür stand der morgige Jubilar als „Fels in der Brandung“ auch und gerade in unruhigen Zeiten mit dem Suchen nach Lösungen. Zwei Jahrzehnte war der Kinder- und Jugendseelsorger im Caritasverband für den Neckar-Odenwald-Kreis in verantwortlicher Position und dieses Amt gab ihm zusätzliche Möglichkeiten, sich für die Aussöhnung mit Polen und Juden zu engagieren.
In Zusammenarbeit mit dem Maximilian-Kolbe-Werk lud er polnische Überlebende, die als Kinder von den deutschen Besatzern in Konzentrationslager verschleppt worden waren, in die Klinge ein, um ihnen in den Ferien ein anderes Deutschland zu zeigen.

Beeindruckend sind die vielen Auszeichnungen, wie das Bundesverdienstkreuz, das ihm 1998 von Minister Vetter überreicht wurde und die Stauffer Medaille des Landes Baden-Württemberg. Wichtiger als diese Ehrungen waren ihm aber stets die Harmonie in der Ökumene und das fruchtbare Miteinander in familiärer Atmosphäre.

Den sicherlich zahlreichen Glückwünschen zum Diamantenen Priesterjubiläum mit 60 Jahre erfülltem Wirken schließen wir uns gerne an.


(Foto: Liane Merkle)

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