Brutaler Vergewaltiger soll 11 Jahre in Haft

Mosbach. (pm) Im Strafverfahren vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Mosbach unter Vorsitz von Dr. Alexander Ganter wurde heute ein 24-jähriger Angeklagter wegen besonders schwerer Vergewaltigung, Geiselnahme, gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung, Hausfriedensbruch und Bedrohung zu der Gesamtfreiheitstrafe von elf Jahren verurteilt.
 
 Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren beantragt. Die Verteidigung hatte eine Verurteilung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe zu drei Jahren. Die Nebenklägervertreterin hatte keinen konkreten Antrag gestellt, hielt aber die von der Staatsanwaltschaft beantragte Freiheitstrafe von acht Jahren für zu gering.
 Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, dennoch bleibt der mutmaßliche Vergewaltiger in Untersuchungshaft.
 
 Zu der Gerichtsverhandlung waren neun Zeugen, ein Sachverständiger und ein Dolmetscher geladen. Die Nebenklägerin und deren Vertreterin haben ebenfalls am Termin teilgenommen.
 
 Die Kammer hielt folgenden Sachverhalt für erwiesen:
 Der Angeklagte und die Geschädigte hätten sich am 01.01.2016 gemeinsam in die Wohnung der Geschädigten begeben. Dort sei es bis zum 02.01.2016 mehrfach zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gekommen. Weil die Geschädigte wegen der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs Schmerzen verspürt habe, habe sie am 03.01.2016 den erneuten Wunsch des Angeklagten, den Geschlechtsverkehr mit ihm durchzuführen, abgelehnt. Der Angeklagte habe die Geschädigte daraufhin als „Schlampe“ bezeichnet, sie an beiden Armen festgehalten, sich auf sie gelegt und geohrfeigt. Obwohl die Geschädigte ihn aufgefordert habe, damit aufzuhören, habe der Angeklagte nun mit seinen Beinen die Schenkel der Geschädigten auseinandergedrückt und den ungeschätzten Vaginalverkehr vollzogen. Im Anschluss daran habe der Angeklagte die Geschädigte gewürgt und versucht, sie zum Oralverkehr zu zwingen. Der zuletzt ausgesprochenen Aufforderung der Geschädigten, deren Wohnung zu verlassen, sei der Angeklagte stundenlang nicht nachgekommen.
 
 Am 06.01. oder 07.01.2016 habe der Angeklagte die Geschädigte wieder in ihrer Wohnung aufgesucht und ihr versprochen, sich zu bessern. Erneut sei es zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gekommen. Am 13.01.2016 habe der Angeklagte, entgegen der Aufforderung der Geschädigten, von ihr abzulassen, den Geschlechtsverkehr mit dieser durchgeführt. Um seiner Tat mehr Gewicht zu verleihen, habe er ein neben dem Sofa liegendes Küchenmesser ergriffen und der Geschädigten erklärt, ihr das Gesicht zu zerschneiden, damit sie nur noch bei ihm bleibe.
 
 Als die Geschädigte dem Angeklagten einige Zeit später Vorhaltungen wegen seines Verhalten gemacht habe, habe er aus seiner Jackentasche ein Tapeziermesser geholt und es der Geschädigten vor das Gesicht gehalten, mit der Ankündigung, sie umzubringen. Anschließend habe der Angeklagte seinen Ledergürtel genommen und auf die Geschädigte mehrfach eingeschlagen. Die Geschädigte habe Schmerzen und Hämatome erlitten.
 
 Am 23.01.2016 habe sich der Angeklagte der Geschädigten und deren Freundinnen auf deren Ausflug angeschlossen. Auf der Rückfahrt im Auto habe der Angeklagte der Geschädigten angedroht, deren Gesicht aufzuschlitzen. Am Bahnhof in Wertheim angekommen, habe der Angeklagte sein Tapeziermesser aus der Hosentasche gezogen und dies mit geöffneter Klinge der Geschädigten an den Hals gehalten und diese als „Schlampe“ bezeichnet.
 
 Am 31.01.2016 sei es zwischen dem Angeklagten und der Geschädigten zu einem Streit gekommen, weil die Geschädigte angekündigt habe, nach Frankfurt/Main ziehen zu wollen. Um sie daran zu hindern, habe der Angeklagte die Geschädigte im Bad eingeschlossen. Anschließend habe er sich eine Gaspistole besorgt. Unter der Ankündigung, die Geschädigte andernfalls umzubringen, sei sie vom Angeklagte aufgefordert worden, aus dem Bad zu kommen. Um die Drohung zu unterstreichen, habe er eine Gaspatrone in Richtung Wohnzimmer gefeuert. Der Geschädigten sei die Flucht aus der Wohnung nicht gelungen, weil der Angeklagte zuvor die Wohnungstür abgeschlossen gehabt habe. Nun habe der Angeklagte die Geschädigte gezwungen, am Telefon gegenüber einer Bekannten des Angeklagten zu erklären, unbedingt mit diesem in eine gemeinsame Wohnung ziehen zu wollen. Nach Beendigung des Telefonats habe der Angeklagte die Geschädigte auf sein Bett geschmissen und ihr mit seiner Faust ins Gesicht geschlagen. Die Geschädigte habe eine stark blutende Verletzung auf dem Nasenrücken erlitten. Frühestens nach 45 Minuten habe der Angeklagte der Geschädigten die Tür geöffnet und sie gehen lassen.
 
 Die Taten wurden im Main-Tauber- sowie im Main-Spessart-Kreis begangen.

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