Sexueller Missbrauch – was tun?

Vortrag im GTO Osterburken war gut besucht
 
  Osterburken. (pm) In Kooperation mit der Anlaufstelle gegen sexuellen Missbrauch der Caritas veranstaltete der Kreisverband Neckar-Odenwald-Kreis des Deutschen Kinderschutzbundes einen informativen Abend für interessierte Eltern, ErzieherInnen und PädagogInnen im GTO Osterburken, der gut besucht war.
 
 Ausgehend von den Fragen welche Strategien die Täter anwenden, welche Reaktionen die betroffenen Kinder zeigen und wie Erwachsene und Institutionen Kinder hilfreich unterstützen können, führten Elvira Willy-Schäfer und Christopher Brandt vom Caritasverband in das Thema ein. Anhand kurzer Filmsequenzen, die aus der Sicht der betroffenen Kinder kommentiert wurden, wurde eindrucksvoll herausgearbeitet werden, wie sich die Täter den Kindern auf unterschiedlichste Weise nähern. Über anzügliche Bemerkungen bis hin zu körperlichen Übergriffen reichte die Bandbreite.
 
 Wichtig war beiden Referenten, die unterschiedlichen Reaktionen der Kinder auf einen sexuellen Missbrauch aufzuzeigen. Diese äußern sich in unguten Gefühlen wie Scham und Angst, Hilflosigkeit, Verzweiflung und Wut über Verwirrung, Verunsicherung und Desorientierung. Manche Kinder können körperliche Symptome wie Zittern, Erschöpfung, Ein-/ oder Durchschlafschwierigkeiten zeigen, andere klagen über Übelkeit und unterschiedliche Schmerzen. Aus Scham, Verwirrung oder aus Angst, die Bezugsperson zu verlieren schweigen viele Kinder und Erwachsenen fällt zunächst eine Verhaltensänderung auf. Vielleicht wird das vorher so lebenslustige Kind plötzlich ruhig und wirkt in sich gekehrt oder vielleicht fallen die schulischen Leistungen rapide ab.
 Im Vortrag wurde deutlich gemacht, wie schwer es ist, aufgrund der so vielfältigen Symptomatik, die das betroffene Kind zeigen kann, eine eindeutige Diagnose zu stellen.
 
 Haben Erwachsene den Verdacht, dass ein Kind einem sexuellen Missbrauch ausgesetzt war, so sollten sie zunächst Ruhe bewahren. „Bedrängen Sie das Kind nicht mit Fragen, auch wenn es Ihnen schwerfällt“, mahnte Elvira Willy-Schäfer. Wichtig sei, auf jeden Fall das Vertrauen des Kindes zu erhalten. “Trösten Sie es, zeigen Sie Verständnis, umsorgen sie es- vielleicht wird das Kind sich Ihnen anvertrauen.“ Bei ersten Anzeichen von sexuellem Missbrauch und spätestens bei einem begründeten Verdacht sollten sich die Erwachsenen Rat und Hilfe holen.
 
 Hierfür stehen folgende Anlaufstellen zur Verfügung: Anlaufstelle gegen sexuellen Missbrauch der Caritas, erreichbar unter den Telefonnummern 06281 – 32550 in Buchen und 06261 – 92010 in Mosbach. Auch die Beratungsstelle für Kinderschutz in Mosbach (Telefonnummern: 06261 – 842077 und 06261 – 842078) kann weiterhelfen.
 

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