Fritz Schadler feiert 80. Geburtstag

Großeicholzheim. (li) Er gilt als erfolgreicher Unternehmer mit unternehmerischer Weitsicht und dem Blick für das Machbare, wenngleich sein Lebenswerk nicht immer leichten Fußes zu erklimmen war. Die Rede ist vom Textilfabrikant Fritz Schadler, der am heutigen Sonntag seinen 80. Geburtstag feiert.
 
 Die enge Verbundenheit zu „seinem“ Betrieb dokumentiert sich aktuell noch dadurch, dass der Jubilar auch heute noch als Urlaubsvertretung im Betrieb fungiert, was aber seinen Hobbys wie Tennis spielen und dem kleinen Golfball nachzujagen keinen Abbruch beschert. So werden sich an seinem Ehrentag sicher wieder zahlreiche Familienangehörige, Freunde, Ehemalige und berufliche Wegbegleiter einfinden, um Fritz Schadler zu seinem 80. Geburtstag zu gratulieren.
 
 Dass sein bis weit über die heimischen Grenzen hinaus ge- und beachteter Lebensweg kein Selbstläufer war, dokumentiert seine Vita mit all ihren Facetten eines zielstrebigen Mannes. Wie bei so vielen seiner Alterskameraden war die Kindheit durch die Wirren des 2. Weltkrieges gekennzeichnet, die der heutige Jubilar mit seiner Mutter und drei Geschwistern in seiner Geburtsstadt Aschaffenburg verbrachte, wo er auch den frühen Tod seines Vaters verkraften musste. Nach der Schulzeit hieß es für Fritz Schadler im Alter von 14 1/2 Jahren, Abschied von Aschaffenburg zu nehmen und nach Seckach ins ,,badisch Sibirien“ umzusiedeln. Grund hierfür war die Tatsache, dass sein Vater bereits in jungen Jahren Betriebsleiter bei der Aschaffenburger Kleiderfabrik Glaab & Co gewesen war.
 
 Nachdem die Fabrik im Krieg ausgebombt wurde, erfolgte die Verlagerung noch in der Kriegszeit nach Seckach, wo unter der Leitung von Alfons Dietzel, dem Patenonkel von Fritz Schadler, zunächst Militärbekleidung angefertigt wurde. Nachdem Fritz seine Ausbildung zum Schneider erfolgreich beendet hatte, arbeitete er bei der Großeicholzheimer Lederhosenfabrik Bajus, bevor er im Alter von 18 Jahren 1955 eine Einzelhandelsfirma gründete, mit Unterstützung von seiner späteren Frau Christel und einem Kollegen Maßbekleidung fertigte und diese als Besitzer einer Reisegewerbekarte in den umliegenden Ortschaften verkaufte. Mit der Heirat 1959 und der Geburt seiner Töchter 1961 und 1963, gründete er mit Tatendrang und unternehmerischem Talent 1961 die Firma ,,Textil-Schadler“.
 
 Das erste Ladengeschäft wurde in den Räumen des Gebäudes der Raiffeisenbank in Großeicholzheim mit Maßbekleidung und dem Verkauf von Textilware eröffnet. Als weitere betriebliche Stationen sind der Betriebsneubau am Ortsrand 1965 mit 500 Quadratmetern Ladenfläche und der Erweiterungsbau 1968 zu nennen, wo dann auf insgesamt 1.500 Quadratmetern Verkaufsfläche Damen- und Herrenoberbekleidung, Maßkonfektion, die Schuhabteilung durch Schwager Rolf Kegelmann und Kinderbekleidung durch Seppl Kuhn angeboten wurde.
 
 Diese Phase bezeichnete der Jubilar selbst als die erfolgreichste, denn mit Bussen machten Menschen aus der gesamten Region bis Ludwigsburg Einkaufsfahrten in den Odenwald und große Firmen steuerten mit ihrer Belegschaft das Einkaufsparadies in Großeicholzheim an. Ebenfalls 1968 eröffnete Textil-Schadler im damaligen NEZ in Neckarelz ein Ladengeschäft. Als die Städte mit Stadtsanierungen, Fußgängerzonen und großen Warenhäusern aufgerüstet hatten, versuchte Fritz Schadler die geschäftlichen Einbußen mit der Fertigung von Reitbekleidung unter der Firmierung ,,Jumper King“ zu kompensieren. Doch wie viele Textilbetriebe in Deutschland, musste auch das Unternehmen Textil-Schadler schließen.
 
 Durch einen glücklichen Umstand kam es zu einem Kontakt zur Firma C&A und so firmierte man fortan als ,,Schadler GmbH-Warenaufbereitung“ und neue Hallen wurden 1992, 1995, 1998 und 2007/8 gebaut. Die überdachte gewerbliche Nutzfläche liegt heute bei 20.000 Quadratmetern und mit Unterstützung einer engagierten Belegschaft wurde das Unternehmen für C&A zu einem quasi unverzichtbaren Dienstleister.
 
 Große Verdienste hat sich Fritz Schadler nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Förderer von Vereinen, Kindergärten und Einrichtungen der hiesigen Region erworben und dabei nie die Bodenhaftung verloren. Den sicherlich zahlreichen Glückwünschen zum 80. schließen wir uns gerne an und wünschen dem Unruheständler gute Gesundheit.


(Foto: Liane Merkle)
 

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