Politische Sommertour zu Verkehrsthemen

Haßmersheim/Gundelsheim. (pm) Zu einer politischen Sommertour in Haßmersheim mit den SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Dorothee Schlegel und Josip Juratovic traf sich eine Delegation aus Haßmersheim, Gundelsheim und Bad Rappenau, um neben den Radwegen die Schleusensanierung und -verlängerung zu besichtigen.
 
 OV-Vorsitzender, Kreis- und Gemeinderat Karlheinz Graner begrüßte die Delegation. Danach ging es zügig zur ersten Etappe, dem Straßen- und Radwegeausbau zwischen Haßmersheim und Neckarmühlbach. Ingenieur Reger begrüßte die Gruppe und stellte als Fachmann die rund 4,5 Millionen Euro teure Maßnahme vor. Erfreulicherweise habe der milde Winter dazu beigetragen, dass die Gründung der Stützmauer zügig vorangetrieben werden konnte. So konnte dort die Brutzeit der Graureiher ohne Baustopp fortgeführt werden.
 
 Gegenwärtig werde der für das Bohrwerk benötigte Schotter abgegraben, um den Straßenbau bald zu vollenden. Als eine Art Weihnachtsgeschenk solle der Bau zum Jahresende fertiggestellt sein. Kritisch diskutierte die Delegation die hohen Baukosten für den Radweg. Bauleiter Reger stellte klar, dass es sich nicht nur um den Bau eines Radweges handele, sondern um den Ausbau einer Straße, die als Unfallschwerpunkt gilt. Neben einer Entschärfung der gefährlichen Kurven ist eine Verbreiterung der Straße von 5.50 m auf 6.50 m vorgesehen. Die Summe der Baukosten setze sich aus zwei Dritteln für den Straßenbau und zu einem Drittel für den Radweg zusammen. Beide Abgeordnete samt Delegation lobten die Baumaßnahme und dankten Ingenieur Reger herzlich.
 
 Die Delegation stellte auf ihrer Weiterfahrt Richtung Schleuse Gundelsheim noch Handlungsbedarf fest, da der Radweg auf Höhe des Friedhofs in Neckarmühlbach endet.
 
 An ihrem zweiten Etappenziel, der Schleuse Gundelsheim, wurde die Delegation von Jörg Huber, dem Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Heidelberg begrüßt. Beim Blick auf den fertigen Straßenbau und den noch folgenden Radwegebau auf dem Gelände des Wasserschifffahrtsamts zeige sich die Handlungsfähigkeit der Politik. Denn vor drei Jahren war es bei einer Sommertour dem ehemaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag Claus Schmiedel, Dr. Dorothee Schlegel sowie den Kollegen Nelius und Blättgen, nicht nur gelungen, das Projekt anzustoßen. Vielmehr erreichten sie, dass eine Straße, die schon Ende der 1980iger Jahre in der Ausbauplanung war, von der grün-roten Landesregierung umgesetzt wurde.
 
 Großen Anteil daran hatte der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSV) Jörg Huber, der die Maßnahme immer positiv begleitete. Er hob hervor, dass die Schifffahrtstreibenden ihre PKW beim Anlegen auf vorgesehene Stellflächen herausheben können. „So wurden quasi gleich drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“, erklärte Huber.
 
 Dritte und letzte Etappe der Sommertour bildete der Steuerstuhl der Schleuse Gundelsheim, wo Huber die Ausbau- und Sanierungsmaßnahme vorstellte. Es sei die damalige Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium Karin Roth gewesen, die seinerzeit den Neckar in seiner Gesamtheit betrachtet habe und das Ziel hatte, den Güterverkehr verstärkt auf die Wasserstraße zu bringen.
 
 Josip Juratovic war es erfolgreich gelungen, für Heilbronn einen Containerhafen durchzusetzen. Er setzt sich weiterhin dafür ein, den vorgesehenen Schleusenausbau von Mannheim bis Plochingen nicht länger hinauszuzögern und ihn endlich zu realisieren. Neuerdings sei festzustellen, dass das CSU-geführte Bundesverkehrsministerium deutlich auf die Bremse trete: Ausbau und evtl. die Fertigstellung seien von 2025 auf 2035 verschoben worden. Kollegin Dr. Schlegel kennt den Neckar nicht nur aus ihrer Stuttgarter Zeit und unterstützt die Gesamtschau des Flusses ebenso wie Überlegungen, in der Schifffahrt einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten zu können.
 
 Letztlich war sich die Delegation einig: Den Ausbau nur unter einem finanziellen Kosten-Nutzen-Aspekt zu betrachten, ist zu kurzsichtig. Umwelt und Naturschutz sowie eine bessere touristische Nutzung gehören auch dazu.

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